Himmlische Ruhe am Wochenende

Schon bemerkt? Das morgendliche Angelusläuten ist weg

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St. Jakob in der Burghauser Altstadt, eine von fünf Kirchen der insgesamt vier Pfarreien (Archiv): Dort gibt es schon seit längerer Zeit kein Angelusläuten mehr, früh morgens am Wochenende. 
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Burghausen - "Was ist die Läuteordnung?" Wer demnächst Kandidat bei "Wer wird Millionär" ist, bitte merken: Das hat was mit Kirchenglocken zu tun. In der Stadt hat es eine Änderung in der Läuteordnung von gleich vier Pfarreien gegeben. 

Schon bemerkt? Seit einiger Zeit ist es am Wochenende himmlisch ruhig früh morgens in Burghausen. Das Angelusläuten um 6.00 Uhr ist weg. Keine der insgesamt fünf Kirchen lässt es mehr scheppern. Gut, viertel-, halb- und stundenweise macht es schon noch „Ding Dong“ aber dieses minutenlange „Satt-Geläut“ aus vollster „Glocken-Kehle“ ist weg. Herrlich, nicht wahr? Endlich ist Ruhe, so früh am Wochenende und das übereinstimmend in der ganzen Stadt.

Was steckt dahinter?

Mehrfach sei er darauf angesprochen worden, so Stadtrat Norbert Englisch (SPD) auf der Septembersitzung des Burghauser Stadtrates zum Angelusläuten. „Ist das Kulturgut oder kann das weg?“, war die Frage, die im Raum stand, freilich nur im übertragenen Sinn an dieser Stelle formuliert. Die Bitte von Stadtrat Englisch in Vertretung derer, die ihn darauf angesprochen hatten: Der Erste Bürgermeister möge beim nächsten der regelmäßig stattfindenden Gespräche mit den Kirchen dieses Thema zur Sprache bringen.

Hat er auch gemacht, so die Auskünfte auf Nachfrage von innsalzach24.de aus dem Rathaus und von Erwin Jaindl, dem Leiter des hiesigen Pfarrverbandes. Steindl habe sich dabei jeglicher persönlicher Meinung enthalten oder gar eine offizielle Anfrage als oberster Vertreter der Stadt gestellt, so Jaindl. „Das muss sich von alleine Regeln“, soll der Erste Bürgermeister sinngemäß gesagt haben.

Harmonisierung der Läuteordnung

Überhaupt wolle der Pfarrverband die jüngste Entwicklung in punkto Angelusläuten nicht mit einer derartigen Anfrage verbunden wissen, so Jaindl weiter. Man sei in den insgesamt vier Pfarreien im Pfarrverband in punkto „Läuteordnung“ – einfach gesagt - übereingekommen und habe sie im gemeinschaftlichen Einvernehmen für die fünf Kirchen harmonisiert. Das bedeutet, dass alle auf das „Tag-Anläuten“ am Wochenende verzichten.

Einfach mal Pause machen

Für St. Jakob sei das nichts Neues. Dort gebe es schon sehr lange kein „Engel des Herrn“ oder auch „Ave“-"Gebimmel" - denn so wird das Angelusläuten auch genannt - mehr. Im Gespräch mit innsalzach24.de zeigte sich Pfarrer Erwin Jaindl wenig bis gar nicht in irgendeiner Form bestürzt darüber, dass es das Angelusläuten in der Stadt als Thema sogar bis in den –rat geschafft hatte, die Bürger es offenbar nicht mehr wollen. Viel mehr verwies er auf den Wandel in der Geschichte. Heute brauche es kein derartiges Signal zur „Pause“ in dieser Form nicht mehr. Was den Menschen damals den Takt im Leben vorgab, würden heute die Stechuhren übernehmen. Ein Signal sei Kirchengeläut dennoch: Für die einen sei es die Uhrzeit (wenn etwa mal der Handyakku alle ist), für die anderen sei es der Takt im Leben, die Ansage auch mal Pause zu machen und zu Gott zu kehren.

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