Ist das der aktuelle Keimherd?

Wasserzweckverband: Armatur in Be- und Entlüftungsschacht im Visier

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Haiming/Stammham - Enterokokken sind offenbar hart im Nehmen, was Chor im Wasser betrifft. Nach der jüngsten Meldung über Enterokokken im Leitungsnetz des Wasserzweckverbands Inn-Salzach gibt es neue Erkenntnisse für Stammham und Niedergottsau.

Aufatmen in der Gemeinde Stammham und dem Ortsteil Niedergottsau der Gemeinde Haiming: Die aktuellen Trinkwasserproben zeigen keine Auffälligkeiten mehr, insbesondere in punkto Enterokokken. Die jüngst vom Gesundheitsalt Altötting angeordnete Abkochverfügung für diesen Teilbereich im Versorgungsnetz des Wasserzweckverbands Inn-Salzach bleibt aber bis auf Weiteres bestehen: zur Sicherheit, wie es heißt.

In einer Wasserprobe aus Niedergottsau vom 11. Mai, waren 67 KBE/100 ml Enterokokken nachgewiesen worden. Wie kann das sein, wo doch das Leitungsnetz komplett gechlort und diese Chlorung durch Probenentnahme nachgewiesen wurde? innsalzach24.de hat nachgefragt.

Hart im Nehmen

Natürlich ist Chlor ein Desinfektionsmittel aber Enterokokken sind offenbar hart im Nehmen. Bei einer Verunreinigung mit diesen Bakterien brauche es eine längere Einwirkzeit, erklärt Dr. Franz Schuhbeck vom Gesundheitsamt Altötting. Eine höhere Chlorkonzentration im Wasser sei ausgeschlossen, weil es noch genießbar sein muss. So bleibe nur eines: Das Wasser muss zusätzlich abgekocht werden.

In der jüngsten Pressemeldung zum erneuten Fund von Enterokokken heißt es, es handle sich um einen 

  • singulären, 
  • örtlich eingrenzbaren 
  • und vor allem aktuellen Eintrag 

von frischen Fäkalien in das Leitungssystem. Ein Zeitvorteil auf Seiten der Bakterien also, Stichwort Einwirkzeit von Chlor. Da bereits Ende März mit der Chlorung begonnen worden war, muss es sich um einen neuen Eintrag handeln, der örtlich eingrenzbar ist.

Fremdzugriff ist auszuschließen

Auf der Homepage des Wasserzweckverbands steht dazu in einer Erklärung vom 18. Mai, dass bei einer erneuten Begehung der Netzanlagen eine überflutete Armatur in einem Be- und Entlüftungsschacht gefunden wurde. Es sei nicht ausgeschlossen, dass hier möglicherweise verunreinigtes Wasser eingesaugt wurde. Die Folge: Der Wasserzweckverband muss jetzt alle Be- und Entlüftungsschächte überprüfen und fragliche Anlagenteile plombieren, um Fremdzugriff auszuschließen. Eine Fotodokumentation darüber müsse dem Gesundheitsamt vorgelegt werden.

60 Beanstandungen ausgeprochen

Die umfassende Überprüfung des gesamten Netzes und der Hausanlagen läuft ebenfalls weiter. 2/3 sind schon geschafft. 60 Mal habe man bisher schon Hausanlagen beanstanden müssen, so der Zweckverband.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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