„Chemie ist, wenn es kracht und stinkt.“

Exklusive Einblicke: Wie sicher ist die Region 'Chemiedreieck'?

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So gehts nicht!: Ein Mitarbeiter des Werkschutz im Chemiepark Gendorf hat einem Lkw Fahrer einen halben, kleinen Kasten Bier abgenommen. 
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Gendorf/Burgkirchen - „Wie ist das mit dem Werkschutz im Chemiepark bei Ein- und Ausfahrt?“ innsalzach24.de hat nachgefragt. Hier sind die Antworten.

Chemie ist, wenn es kracht und stinkt.“ Das sagt man für gewöhnlich so und wohl die meisten denken dabei an den Schulunterricht. In Gendorf wird Chemie im industriellen Stil betrieben. Da kann es schon auch mal Krach machen und stinken aber wenn, dann ist das ungefährlich und wie im jüngsten Fall mit der Berstscheibe auch so gewollt. Sicherheit hat im Chemiepark Gendorf oberste Priorität. Dort werden nämlich unter Anderem gefährliche Stoffe hergestellt undteilweise auf der Straße weiter transportiert. innsalzach24.de hat zur Ein- und Ausfahrt von Gefahrguttransportern exklusive Einblicke in die Arbeit des Werkschutzes bekommen.

Der Chemiepark GENDORF:

Er ist der größte seiner Art in Bayern. Mehr als 30 Unternehmen sind dort angesiedelt. Circa 4000 Menschen arbeiten hier. Rund 400 davon sind junge Auszubildende. „Sicherheit beginnt für uns nicht erst im Notfall“, heißt es seitens der InfraServ, dem Betreiber des Chemieparks GENDORF. Mit über 1.000 Mitarbeitern biete das Unternehmen seinen Kunden vernetzte Lösungen für die Chemie- und Prozessindustrie. Ein wesentlicher Punkt in diesem Netz an Lösungen ist die Sicherheit.

Der Werkschutz im Chemiepark GENDORF:

Reden wir nicht lange um den heißen Brei: Was am größten Standort für die chemische Industrie in Bayern produziert und von dort aus weiter transportiert wird, kann teilweise Gefahren bergen. Nach der Meldung über einen maroden Sattelzug, der da im Februar beim Chemiepark GENDORF vorgefahren war, um Gefahrgut aufzunehmen, hat innsalzach24.de bei der Pressestelle der InfraServ schon einmal nachgefragt:

Unser Werkschutz, der im Übrigen nicht outgesourct ist, nimmt (…) eine wichtige Funktion ein. Sein Leistungsspektrum reicht vom Tor- und Streifendienst über Ermittlungen bei Sachbeschädigungen bis zur Kontrolle von Gefahrguttransporten. Letzteres wird u.a. auch dann notwendig, wenn z.B. ein Tankzug Gefahrgut laden möchte. Bevor der Tankzug laden darf, wird er durch den Werkschutz auf Sicherheitsmängel kontrolliert. Unsere Mitarbeiter des Werkschutzes sind hierfür entsprechend geschult.“

Das war ein wesentlicher Teil der Antwort auf den Vorfall Ende Februar. Nicht nur die Einfahrt von Sattelzügen wird kontrolliert, sondern auch die Ausfahrt. Der Grund: Gesetzliche Vorgaben und ein eigenes Verantwortungsbewusstsein.

Exklusive Einblicke: Wie sicher ist die Region ´Chemiedreieck´?

Der Ablauf bei einem Gefahrguttransport:

Die Fahrer: Das kann sich jeder vorstellen, dass sie Stress haben. Alles muss möglichst schnell gehen. Nur auf der Straße verdienen sie Geld, so quasi. Bei einem Gefahrguttransport – und das wissen alle – ist das ein wenig anders. Beim Chemiepark GENDORF läuft das so ab:

  • Vorfahren und ab ins Büro,
  • Sicherheits-Wissenscheck für den Chemiepark GENDORF,
  • Unterlagen vorweisen,
  • Einfahrtskontrolle des Fahrzeuges (technischer Zustand, und vieles mehr),
  • Ladung und
  • Ausfahrtskontrolle: Ist alles dicht, Stimmt die Ladung, sind die entsprechenden Beschilderungen am Fahrzeug richtig angebracht, sind alle Luken und Öffnungen dicht abgeschlossen?

Bei der Ausfahrtskontrolle müssen die Lkws mit geladenem Gefahrgut durch eine „Kameraschranke“. Es gilt das zwei Augen und mehrere Kameras – Prinzip. Während der Durchfahrt durch diese Anlage beobachtet ein Mitarbeiter des Werkschutzes das Fahrzeug, achtet darauf, dass alle Luken geschlossen sind. Dazu zeichnen mehrere Kameras diese Durchfahrt auf. So kann man im Fall der Fälle nachweisen, was nicht gepasst hat. Der Werkschutz steht im Ernstfall in direktem Kontakt mit der Polizei. Ein Gefahrguttransporter in desolatem Zustand bekäme noch nicht mal die Genehmigung zur Einfahrt, heißt es.

Durch dieses "Tor" müssen die Gefahrguttransporter vor dem Verlassen der Werksgeländes. Mit mehreren Kameras wird die Durchfahrt aufgezeichnet. 

Tatsächlich prüfen die Mitarbeiter des Werkschutzes wirklich alles. So geschah es, dass bei dem Termin mit innsalzach24.de ein Fahrer vorstellig wurde zur Prüfung vor der Einfahrt auf das Werksgelände und der hatteeinen halb angebrochenen Kasten Bier dabei. Das geht natürlich nicht. Der Werkschutz hat das Bier sichergestellt.

„Immer auf dem neuesten Stand“

Die Mitarbeiter des Werkschutzes seien immer auf dem neuesten Stand, heißt es. Alle würden ihren Job ernst nehmen. Beim Besuch des Werkschutzes bei der Arbeit kamen auch keine Zweifel an der Ernsthaftigkeit dieser Aussage auf: Hier darf ein maroder LKW noch nicht mal laden, geschweige denn mit der gefährlichen Fracht das Werk verlasen. Würde tatsächlich einer mal durch das Raster rutschen, so gibt es Aufzeichnungen, die dessen Schuld belegen.

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