Eine Zusammenfassung zum Thema "PFOA im Trinkwasser?"

Schreckgespenst PFOA: Das Zauberwort ist "Aktivkohlefilter"

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Emmerting/Landkreis Altötting – Das Schreckgespenst PFOA ist wieder da. Obwohl: Es war nie wirklich weg. Was die Entscheidungsträger vorhaben und warum?

Experten gehen davon aus, dass sich die PFOA-Konzentration im Grundwasser in den betroffenen Gebieten der Region bis 2050 noch erhöhen wird. So hatte man den entsprechenden Leitwert für Trinkwasser von 0,3 auf 0,1 µg/l gesenkt. Eine schöne Idee, mit der aber vor dem Hintergrund der zu erwarteten Erhöhung der Konzentration von PFOA im Grundwasser Handlungsbedarf verbunden ist.

Ausweichen ist keine Dauerlösung

Wenn die PFOA-Konzentration im Trinkwasser bis 2050 noch ansteigt aufgrund von Auswaschungen etc., denn der Stoff wird seit Jahren nicht mehr eingesetzt, wie es von Seiten der Experten heißt, dann haben wir ein Problem: Woher soll das leitwertgerechte Trinkwasser in den betroffenen Gebieten der Region kommen? Freilich kann man auf andere Brunnen ausweichen. So ist es auch im November 2016 geschehen bei allen Kommunen, die ihr Wasser aus den Flachbrunnen im Öttinger Forst beziehen (mit Ausnahme des Wasserzweckverbands Inn-Salzach). „Das ist (aber) keine Dauerlösung“, sagte beispielsweise Herbert Hofauer, Erster Bürgermeister der Kreisstadt Altötting im November 2016.

Versorgungssicherheit

Ob es nun um Wasser aus Tiefbrunnen geht, wie im Fall von Alt- sowie Neuötting und Winhöring oder um Wasser aus Brunnen in Raitenhaslach, wie es Burgkirchen zusammen mit Kastl, Emmerting und Teilen Mehrings bezieht – in zwei wichtigen Punkten sind alle „Ausweichwässer“ gleich:

  • Sie sindPFOA-frei. Das ist gut.
  • Die Brunnen bieten möglicherweise nicht die nötige Versorgungssicherheit wie beispielsweise in Spitzenzeiten. Das ist nicht so gut.

Jetzt kann man freilich nach neuen Bezugsquellen suchen oder aber man findet einen Weg, das PFOA aus dem Trinkwasser aus den belasteten Brunnen rauszukriegen. Das Zauberwort heißt "Aktivkohlefilter". Der kriegt das PFOA raus, heißt es. Dem Brunnen in Alzgern (Wasserzweckverband Inn-Salzach) ist so ein Aktivkohlefilter bereits seit einiger Zeit nachgeschaltet und er funktioniert.

Das Zauberwort heißt "Aktivkohlefilter"

In Alzgern ist bereits seit 2009 eine Aktivkohlefilter-Anlage im Einsatz, um PFOA aus dem Trinkwasser zu filtern“,heißt es auf der Homepage der InfraServ Gendorf. „Georg Strasser, (der damalige) Vorstand (…): Unsere Filteranlage in Alzgern funktioniert sehr gut und sorgt für sauberes Wasser, das die empfohlenen Trinkwasserleitwerte einhält. Bei PFOA liegen wir mit einem Wert von kleiner 0,01 Mikrogramm pro Liter weit unter dem Leitwert. Durchschnittlich zweimal im Jahr werden die Filter ausgewechselt. Dies wird von unserem eigenen Fachpersonal durchgeführt, die Anlieferung der Frischkohle und ordnungsgemäße Entsorgung des verbrauchten Filtermaterials erfolgt über eine beauftrage Firma.“

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rw

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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