Burghausens Bürgermeister Schneider: „Wir teilen diese Ansicht nicht“

Corona-Flugblatt im Landkreis Altötting positioniert sich gegen Impfung

Flugblatt wird im Landkreis Altötting verteilt. Dabei positioniert sich die „Querdenker“-Bewegung gegen eine Corona-Impfung.
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Dieses Flugblatt wird derzeit im Landkreis Altötting in einigen Briefkästen verteilt. Dabei positioniert sich die „Querdenker“-Bewegung gegen eine Corona-Impfung.

Landkreis Altötting – Im ganzen Landkreis kursiert derzeit ein Flugblatt, das sich klar gegen eine Corona-Impfung positioniert. Den Kommunen sind die Hände gebunden. Dennoch teilt Burghausens Bürgermeister Florian Schneider diese Ansichten nicht. 

In Burghausen, Kastl oder Neuötting: Die Corona-Flugblätter kursieren derzeit im ganzen Landkreis Altötting. „Das Ende der Pandemie“ ist die zentrale Überschrift. „Die meisten Menschen denken, sie endet, wenn es nur noch wenig Covid-19-Erkrankte oder wenig Test-Positive gibt“, heißt es auf dem Flugblatt. Doch dann wird die Bundesregierung zitiert, die eine Ende mit einem verfügbaren Impfstoff gleichsetzt.


Flugblatt gegen Corona-Impfung im Landkreis Altötting

„Wussten Sie, dass dieser Impfstoff ein genetischer Impfstoff sein soll?“, so eine zentrale Frage. Ein solcher Impfstoff sei unter Ärzten umstritten, da diese Art völlig neuartig sind und „keine ausreichend klinische Erfahrung am Menschen vorliegt“. Größter Vorwurf: Der Impfstoff soll in weniger als ein Drittel der Zeit, die sonst nötig wäre, entwickelt werden.


Verantwortlich für den Inhalt des Flugblattes ist Dr. Bodo Schiffmann, ein bekannter und lautstarker Kritiker der Corona-Beschränkungen der „Querdenker“-Bewegung. Mitte November sorgte Schiffmann in Rosenheim für Aufsehen als eine Demonstration aufgelöst werden musste und kurzerhand einen gemeinsamen „Spaziergang“ unternommen.

Zusätzliche Werbung für Buch „Corona Fehlalarm?“

Ein weiterer kleiner Zettel macht Werbung für das Buch „Corona Fehlalarm?“ der Autoren Dr. Karina Reiss und Dr. Sucharit Bhakdi. Das Buch ist ein Bestseller, trifft in der Fachwelt jedoch auf Ablehnung. So distanziert sich beispielsweise die Medizinische Fakultät der Universität Kiel. Das Buch enthalte „tendenziöse Aussagen, die die wissenschaftliche Sorgfalt medizinischer Forschung in Deutschland und international in Frage stellt“.

Bislang haben die „Querdenker“ auf Demonstrationen und im Internet ihre Meinung vertreten. Ein Flugblatt, das an mehrere Haushalte verteilt wird ist dagegen in unserer Region völlig neu. (Mehr zum Thema: Was ist dran an den Behauptungen der „Querdenker“-Bewegung?)

Florian Schneider: „Wollen uns nicht zum Thema Impfen äußern, aber wir teilen diese Ansicht nicht“

Der Stadt Burghausen war das Flugblatt bisher nicht bekannt. Zudem könne die Stadt nichts dagegen unternehmen, es sei denn, die Flugblätter würden beispielsweise auf dem Wochenmarkt verteilt werden. „Es ist auch nicht unser Aufgabengebiet sich zum Thema Impfen zu äußern“, erklärt Bürgermeister Florian Schneider gegenüber innsalzach24.de.

Dennoch betont Schneider, dass die Stadt die Ansichten des Flugblattes nicht teilt. „Wir danken aber allen, die dazu beitragen, das Virus einzudämmen – angefangen von allen Mitarbeitern in den Kliniken bis hin zu allen Bürgern, die sich auch im Privaten an die Regeln halten“, so Schneider abschließend.

jz

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