Quarantäne eines Landkreises? Welche Maßnahmen gelten für mich?

Corona-Ampel: Regelungen und Details

Der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder bei der Vorstellung der Corona-Ampel-Strategie.
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Der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder bei der Vorstellung der Corona-Ampel-Strategie.

Landkreise – Bayern verfolgt mit der Corona-Ampel-Regelung eine Corona-Strategie, die mit lokalen und präzisen Maßnahmen je nach Infektionsgeschehen in Kraft tritt. Sogar eine Quarantäne eines Landkreises schließt die Regierung nicht aus. Auf was müssen die Bürger achten?

In vielen Landkreisen gelten derzeit unterschiedliche Regelungen. Je nach dem Inzidenzwert greifen andere Maßnahmen. Besonders für die Bevölkerung ist es schwierig einen Überblick zu behalten. Besonders kompliziert wird es für viele, wenn Menschen in anderen Landkreisen arbeiten oder Verwandte haben.


Corona-Ampel in Bayern: Regelungen und Details

Schon ab einem Neuinfektions-Wert von 35 gilt in Bayern eine verschärfte Maskenpflicht, etwa auf von den Kommunen festzulegenden stark frequentierten öffentlichen Plätzen. Zudem dürfen sich bei Werten über 35 in den Regionen nur noch Bewohner von zwei Hausständen oder maximal zehn Personen treffen.


Bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 50 dürfen sich dann nur noch zwei Hausstände oder maximal fünf Personen treffen. Genaue Regelungen gibt der jeweilige Landkreis in einer Allgemeinverfügung bekannt, wie zuletzt in Rosenheim, Mühldorf und im Berchtesgadener Land.

„Die Zahl roter Gebiete wächst. Die Ampel müssen wir ergänzen um Dunkelrot“, sagt der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder in einer Pressekonferenz am Mittwoch, 21. Oktober. „Wir müssen Kontakte reduzieren, um die Welle zu brechen.“ Über 100 heißt: Veranstaltungen werden auf 50 Personen begrenzt. Auch die Sperrstunde muss auf 21 Uhr angepasst werden.“ Ansonsten sind bis zu 100 Gäste in geschlossenen Räumen erlaubt, bis zu 200 Gäste im Freien. Bei Veranstaltungen mit zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen beträgt die Anzahl der möglichen Besucherinnen und Besucher in geschlossenen Räumen höchstens 200 und unter freiem Himmel höchstens 400.

Wieso gibt es keine einheitliche Regelung in ganz Bayern?

„Klar ist: Ein allgemeiner Lockdown wie im Frühjahr 2020 soll vermieden werden. Das ist nur möglich unter zwei Voraussetzungen: Präzise gesteuerte Maßnahmen einerseits und ihre disziplinierte Befolgung durch die gesamte Bevölkerung andererseits“, erklärt eine Sprecherin des Bayerischen Gesundheitsministeriums gegenüber innsalzach24.de.

Bayern sei im Frühjahr in einem gemeinsamen Kraftakt gut durch die erste Welle gekommen. Das müsse erneut bewiesen werden. „Die Stärke unserer Regeln liegt darin, dass wir individuell auf die Lage vor Ort reagieren können. Das soll uns helfen, einen landesweiten Lockdown möglichst zu vermeiden“, so die Ministeriumssprecherin. Die Bürgerinnen und Bürger bräuchten angesichts des komplexen Regelwerkes Transparenz. Dabei soll die tägliche Ampel-Anzeige im Internet helfen.

Könnten einzelne Orte bzw. Landkreise in Zukunft unter Quarantäne gesetzt werden?

Die einzelnen Maßnahmen hängen vom Infektionsgeschehen ab und werden der jeweiligen Lage angepasst. Dadurch schließt die Regierung auch eine Quarantäne einzelner Orte oder sogar Landkreise nicht aus. Laut einer Ministeriumssprecherin „könnte dies eine Möglichkeit sein.“

Im Berchtesgadener Land liegt der Inzidenzwert bereits seit einigen Tagen über einem Wert von 200. Dort wurden zuletzt deutlich strengere Auflagen für den Landkreis beschlossen als beim Überschreiten des Wertes 50, der die Ampel auf Rot setzt.

Wie sieht das jedoch für benachbarte Landkreise aus?

Ein Beispiel: Der Nachbarlandkreis hat einen Wert von unter 35, Freunde oder Verwandte wohnen jedoch in einem Gebiet mit über 50. Dürfen dann zehn Personen auf eine private Feier im Landkreis, der unter 35 liegt? „Im angesprochenen Fall ist es nicht untersagt, dass zehn Personen an einer privaten Feier in einem Landkreis teilnehmen, bei dem die Ampel auf „grün“ steht“, so die Ministeriumssprecherin.

Die Regelungen seien ortsbezogen. D.h. die Maßnahmen gelten jeweils in den betroffenen Landkreisen bzw. kreisfreien Städten. Sofern sich eine Person zum Arbeiten oder für andere Aktivitäten in einem anderen Landkreis oder einer anderen kreisfreien Stadt als dem Landkreis oder der Stadt, wo sie ihren Wohnsitz hat, aufhält, so sind während des Aufenthalts die dort geltenden Regelungen zu beachten.

Doch auch hier gibt es Ausnahmeregelungen wie das Beispiel im Berchtesgadener Land zeigt. Schüler, die Bildungseinrichtungen außerhalb des Landkreises besuchen, müssen in den nächsten zwei Wochen zuhause bleiben.

Umfrage

Gibt es hierzu Empfehlungen, ob darauf verzichtet werden soll, dass Freunde oder Familie aus einem „Risiko-Landkreis“ zu Besuch kommen?

„Im Sinne des Gemeinwohls sollten die sozialen Kontakte soweit wie möglich eingeschränkt werden - insbesondere wenn der Wohnsitz in einem Landkreis oder einer Stadt liegt, bei der die Ampel auf gelb oder rot steht“, erklärt eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums.

Sollten sich Bürger informieren, wenn sie in einen anderen Landkreis fahren, welche Regelungen dort gerade gültig sind?

Wie heißt es doch so schön: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Dies zählt auch für den Bußgeldkatalog im Zusammenhang mit den Corona-Regeln. Das Gesundheitsministerium appelliert deshalb auch an die Bürger sich im Vorfeld über die derzeit geltenden Maßnahmen in einem Landkreis zu informieren, sollten die Landkreisgrenzen passiert werden.

jz

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