Grußwort in Gemeindezeitung gab Anlass für Spekulationen

"Ich bin gerne Bürgermeister von Burgkirchen und werde das auch bleiben"

Nach der Landtagswahl in Bayern: Burgkirchens Erster Bürgermeister Johann Krichenbauer über Beruf und Berufung.
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Johann Krichenbauer

Burgkirchen - Nach der Landtagswahl 2018 in Bayern gibt es Sieger und Verlierer. Der Erste Bürgermeister Johann Krichenbauer (Freie Wähler) hat dazu nicht nur über sich nachgedacht. 

Update 30. Oktober: Krichenbauer wird sich nicht aus Politik zurückziehen

Sein sehr persönlich gehaltenes und mehrdeutiges Grußwort in der Burgkirchner Gemeindezeitung gab Anlass zu Spekulationen. Nach der Landtagswahl vom 14. Oktober muss Johann Krichenbauer den für ihn enttäuschenden Ausgang noch verarbeiten. „Es wäre gelogen zu behaupten, dass dies spurlos an mir vorübergegangen ist“, so Krichenbauer über seinen Nicht-Einzug in das Bayerische Parlament. 


Doch aus der Politik möchte er sich nicht zurückziehen. Das hat er nun in einem Gespräch mit dem Alt-Neuöttinger Anzeiger deutlich gemacht: "Ich bin gerne Bürgermeister von Burgkirchen. Ich werde das auch bleiben und im Jahr 2020 wieder für eine neue Amtsperiode antreten."

Vorbericht 26. Oktober

Es wäre gelogen zu behaupten, dass dies spurlos an mir vorübergegangen ist“, schreibt der Erste Bürgermeister Johann Krichenbauer (Freie Wähler) im aktuellen Gemeindeblatt über sein Abschneiden bei der Landtagswahl 2018 in Bayern. Er hat offenbar sehr daran zu knapsen. Sein Wahlergebnis in der Alzgemeinde: rund 26 Prozent.


Ist er nicht gut genug?

Das heißt im Umkehrschluss, dass rund 74 Prozent der Wähler andere Personen gewählt haben“. In seiner Analyse bedeute dies, dass rund 74 Prozent entweder mit seiner Politik oder mit seiner Person einverstanden sind „oder die anderen zur Wahl stehenden Kandidaten bevorzugt haben“.

„Ich weiß nicht, wie ich das einordnen soll“ (Johann Krichenbauer/Freie Wähler)

Ich höre immer wieder das Argument, wir wollen dich als Bürgermeister behalten“, schreibt Krichenbauer. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse bei der Landtagswahl 2018 habe Probleme damit, das einzuordnen. „Wenn ich jemanden schätze und respektiere und ich dessen Arbeit gut finde, dann bin ich auch bemüht, diese Person zu fördern und zu unterstützen.“ 

„Ich höre immer wieder das Argument, wir wollen dich als Bürgermeister behalten!" (Johann Krichenbauer)

Diese Wertschätzung seiner Arbeit habe er bekommen, offenbar aber nicht genug davon. Auch das Ergebnis der Briefwählerinnen und –wähler aus Hirten mit durchschnittlich 30 Prozent, kann seine Hadern offenbar nicht lindern

Beispiel: Hochschule Burghausen

"Ich habe immer dafür gekämpft, dass der Staat die Kosten für die Hochschule in Burghausen zur Gänze trägt", führt Krichenbauer als Beispiel an. Das Wählervotum zeige ihm, dass dieser Einsatz für Burgkirchen falsch war. Was die Hochschule in Burghausen mit Burgkirchen zu hat? Die Stadt Burghausen und der Landkreis Altötting teilen sich die Kosten mit 1/3 zu 2/3. "Für Burgkirchen bedeutet dies, dass wir über 3 Millionen Euro zu zahlen haben."

"Die Mehrheit ist nun damit zufrieden, dass der Staat 5,1 Millionen zur Verfügung stellt." Diesem Betrag gegenüber würden rund 40 Millionen Euro stehen, so Krichenbauer weiter. 

"Ich habe immer dafür gekämpft, dass der Staat die Kosten für die Hochschule in Burghausen zur Gänze trägt" (Johann Krichenbauer)

Ich stehe nun vor der Frage, wie ich nun meine Politik und meine Arbeit und mich als Person neu ausrichte.“ Politik, Arbeit und Person würden keine mehrheitliche Zustimmung finden. „Dieser Prozess wird sicherlich eine Zeit dauern.“ Er danke allen, die ihm ihr Vertrauen geschenkt und seinen Weg positiv begleitet haben.

"Nicht wegen des Geldes"

Er empfinde es als Pflicht, Wählerinnen und Wähler und nicht zuletzt Burgkirchenerinnen und Burgkirchener zu informieren. Dazu gehöre es auch, diese an der eigenen Person und der, wie er jetzt angekündigt hat, Neuausrichtung teilhaben zu lassen. "Ich bin nicht des Geldes wegen Bürgermeister", sagt Krichenbauer im Gespräch mit innsalzach24.de. "Ich verstehe dieses Amt als eine Berufung auf Zeit." Diese Zeit vergibt der Wähler. Zeit ihm Landtag wollte er ihm offenbar nicht geben. Er danke allen, die ihm ihr Vertrauen geschenkt und seinen Weg positiv begleitet haben, so Krichenbauer abschließend.

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