Mahnmal in Burgkirchen an der Alz

Ihr schneller Tod war das Ziel: Jetzt bleiben sie auf ewig in Erinnerung

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Mahnmal in Burgkirchen an der Alz: Ihr schneller Tod war das Ziel - Jetzt bleiben sie auf Ewig in Erinnerung.
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Burgkirchen an der Alz – Es sind 151 Opfer der NS-Zeit, die hinter der heutigen Keltenhalle systematisch getötet worden waren. Was sich niemand so konkret vorstellen mag: Es handelte sich dabei um Kleinkinder, genauer gesagt in vielen Fällen Babys. Um diese Opfer der dunkelsten Deutschen Geschichte nicht zu vergessen, steht da jetzt ein Mahnmal.

Es liest sich schrecklich: Da gab es doch wirklich die „Ausländerkinder-Pflegestätte Burgkirchen“. Hinter der heutigen Keltenhalle stand die Baracke. Die Zustände: gotterbärmlich und zielgerichtet. Man brauchte die Zwangsarbeiterinnen aus Osteuropa zu jener Zeit, zum einen für die Ernte in der Landwirtschaft, zum anderen für die Rüstungsindustrie. Die Deutschen Männer waren schließlich im Krieg. Die Kinder der osteuropäischen Zwangsarbeiterinnen brauchte und wollte man nicht.

„Viele Arbeiterinnen wurden schwanger“

Das heißt es auf der Gedenktafel neben dem Mahnmal vor der Keltenhalle in Burgkirchen. „Um sie möglichst schnell wieder in den Arbeitsprozess integrieren zu können, beschloss Reichsführer SS Heinrich Himmler im Sommer 1943 sogenannte ´Ausländerkinder-Pflegestätten´ im ganzen Deutschen Reich zu errichten. Im Juni 1944 stand hinter der heutigen Keltenhalle schließlich eine Groß-Baracke dafür, betreffend solcher Kinder aus den Landkreisen Altötting und Mühldorf als „Zentrales Entbindungsheim und Kinderverwahranstalt“.

Es ging um Kinder: Mahnmal in Burgkirchen erinnert an Nazi-Gräueltaten

„(Sie) sollten dort möglichst bald sterben“

Der Plan war es, dass die "rassisch minderwertige Kinder" möglichst bald sterben. Die Mittel: Keine Heizung, keine Wasserversorgung, keine Hygiene, nicht ausreichendes Material, nicht ausreichend ausgebildetes Personal. Es ging dabei vor allem um die Säuglinge. Sie sollten in der Baracke „möglichst bald sterben“.

"Tot ist nur, wer vergessen wird"

"Zwei Schulklassen der Mittelschule Burgkirchen haben sich dieses Themas in diesem Schuljahr im Rahmen des Geschichtsunterrichts angenommen und entwickelten in Zusammenarbeit mit dem Ortsheimatpfleger Alois Remmelberger ein Projekt zur Erinnerung an diese Nazi-Gräueltaten und an die 151 Kinder", heißt es in einer Pressemeldung der Gemeinde Burgkirchen. Das Mahnmal steht kurz vor dem damaligen Haupteingang der Keltenhalle in Burgkirchen an der Alz

rw

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