2202+1 Stimmen zu Burgkirchen

Teil Drei zur Leser-Umfrage: Nur gemeinsam wird was draus!

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Burgkirchen an der Alz - Das Leben einer Kommune zusammengefasst am Beispiel der Symbiose in der Natur. Wie in der Natur gilt: Geben und Nehmen. Nur gemeinsam wird was draus.

In punkto Lebensqualität im direkten Umfeld ist die Pflanzen- und Tierwelt überschaubar einfach gestrickt: „Aha! Die Temperatur passt. Ein entsprechendes Nahrungsangebot ist da. Fressfeinde gibt es eher nicht. Ergo: Hier bleibe ich.“ Die Natur hat sogar gelernt, Symbiosen einzugehen: „Du kriegst dies von mir und dafür krieg ich von Dir das. Beispiel: Pilz und Baum.“ Freilich ist dieses Konzept aus unserer Umwelt nicht so leicht auf uns Menschen zu übertragen. So ganz weit weg davon scheinen wir aber vom Prinzip der Symbiose nicht zu sein.

„Was ist toll und was muss besser werden?“

Wir sind wieder in Burgkirchen an der Alz zum dritten Teil der Auswertung zur Leserumfrage. „Was ist toll und was muss besser werden?“, wollte innsalzach24.de von den Leserinnen und Lesern aus der Region wissen. Natürlich ist das keine repräsentative Umfrage nach wissenschaftlichen Gesichtpunkten aber es hat sich „ein nachvollziehbares Stimmungsbild“ herauskristallisiert, findet Johann Krichenbauer, der Erste Bürgermeister der Alzgemeinde beim Interview mit innsalzach24.de.

„Ich geb Dir Arbeit“ – „Du gibst mir dafür Geld“

Burgkirchen an der Alz ist einer der Hauptstandorte der chemischen Industrie in Südostoberbayern, das heute unter dem Namen ChemDeltaBavaria firmiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Chemiepark in Gendorf richtig groß raus. Voraussetzung dafür waren die Menschen, „die als Pilze ihren Baum erhalten wollten“. Sie wussten, dass Burgkirchen nur so wachsen, dass nur so die Symbiose wiederhergestellt werden kann und sie haben angepackt. Das ging viele Jahre gut. Die Kommune konnte weiter wachsen. „Baum“ und „Pilz“ hatten wieder das, was jeder brauchte.

„Dann kam die Krise.“

Die Ausfälle bei der Gewerbesteuer stiegen. Burgkirchen an der Alz hatte das schwer getroffen:

  • Das Freibad stand kurz vor der Schließung,
  • der Keltenhalle drohte der Abriss.

Heute scheint sich die Alzgemeinde wieder „gefangen“ zu haben. Dass es hier langweilig ist, kann man also nicht sagen, gerade aus Sicht von Bürgermeister und Gemeinderat nicht: Es gibt schließlich immer was zu tun. Sonst scheint die Gemeinde Burgkirchen an der Alz wieder auf den Zukunftszug aufgesprungen zu sein: Die Steuereinnahmen sprudeln. Es kann in allen Bereichen, welche die Lebensqualität ausmachen, weiter gehen.

„Langweiliges Image“?

Burgkirchen hat bei einigen Leserinnen und Lesern von innsalzach24.de laut Umfrage ein langweiliges Image. Das ist dem Ersten Bürgermeister Johann Krichenbauer bewusst. Bereits im April letzten Jahres hatte sich der „Freie Wähler“ den Fragen der Kreis-FDP gestellt und gesagt: „Wir haben heute immer noch ein Identitätsproblem.“ Eine Kommune mit Identität über Hunderte von Jahren gewachsen - wie etwa Altötting oder Burghausen - ist die Alz-Gemeinde nicht. „Das ist das Problem.

„Quo vadis Burgkirchen?“

Es sind demnach die fehlenden Jahrhunderte, die das „Wir-Gefühl“ in Burgkirchen noch nicht so wirklich aufkommen lassen wollen. Die Multi-Kulti-Gemeinschaft finden aber schon mal viele Leserinnen und Leser gut. Schließlich ist Burgkirchen an der Alz so etwas wie ein Schmelztiegel im Landkreis Altötting:

  • Die einen fahren da nur durch von Altötting nach Burghausen und umgekehrt.
  • Für die anderen ist es ein Ort mit einem Anteil von rund 30% an Menschen mit Migrationshintergrund und es scheint bis auf wenige Ausnahmen zu funktionieren.

Burgkirchen im Brennpunkt

Der Leser-Umfrage nach gibt es in Burgkirchen einen Brennpunkt in der Hoechster Straße. Nach einem SEK Einsatz in unmittelbarer Nachbarschaft, erklärte eine Anwohnerin gegenüber innsalzach24.de im Juli letzten Jahres: „Ich will hier weg!“ 

Zum Brennpunkt Hoechster Straße gibt es demnächst einen gesonderten Artikel.

Fazit:

Burgkirchen an der Alz ist eine prosperierende Kommune im Landkreis Altötting. Einiges läuft spätestens nach der Finanzkrise schon wieder gut. Es gibt aber noch vieles zu tun:

  • Die Gemeinde Burgkirchen hat ein Problem mit dem "Wir-Gefühl"
  • Sie hat einen sozialen Brennpunkt in der Hoechster Straße. 
  • Die Nahversorgung mit Lebensmitteln ist gut, wenn auch in Holzen noch verbesserungswürdig
  • Es gibt viele gute Speiselokale
  • Nachtleben in Form von angesagten Bars und Kneipen oder gar Tanzlokal oder Disco sucht man hier vergebens
  • Burgkirchen ist ein kommunaler Schmelztiegel der Kulturen.
  • Genau wie alle anderen Probleme, wird auch am Verkehr und der jeweiligen Führung gearbeite

Diese Zusammenfassung erhebt freilich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es scheint dennoch durch, dass die Lebensqualität in Burgkrichen an der Alz nicht die schlechteste ist. Daran weiter zu arbeiten ist gefragt und das betrifft nicht nur den Bürgermeister und den Gemeinderat: Soll es gut werden, werden alle gebraucht. 

Rubriklistenbild: © rw/Montage

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