Diese Daten werden abgespeichert

Bundesweit einmalig: Landkreis Altötting startet mit digitalem Impfpass

So sieht die digitale Impfkarte im Landkreis Altötting aus. Auf der Rückseite befindet sich ein QR-Code, um die Daten auf das Smartphone zu hinterlegen.
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So sieht die digitale Impfkarte im Landkreis Altötting aus. Auf der Rückseite befindet sich ein QR-Code, um die Daten auf das Smartphone zu hinterlegen.

Geimpft wird schon länger, doch seit vergangenem Freitag können alle Geimpften im Landkreis Altötting ihre Daten auf einem digitalen Impfpass abspeichern. Nach Informationen des Landratsamtes ist der Landkreis mit der Lösung bundesweit Vorreiter.

Landkreis Altötting - Die neue Impfkarte ist ab sofort im Landkreis Altötting verfügbar. Seit vergangenem Freitag, 22. Januar, werde allen Interessierten bei der Corona-Impfung ein solcher ausgestellt. Erfasst werden auf der Karte Namen, Geburtsdatum, Wohnort, Fotos des Geimpften, Impfstoff und die beiden Impftermine. Scannt der Geimpfte den darauf abgebildeten QR-Code, kann er die Daten auf dem Smartphone hinterlegen.


Arzt erhält erste digitale Impfkarte im Landkreis Altötting: „Früher oder später sowieso benötigt“

Prof. Dr. Ronald Schmid erhielt als erster Bürger im Landkreis Altötting am vergangenen Freitag die neue Impfkarte nach seiner zweiten Impfung. „Es ist schön, die Impfungen digital dokumentiert zu haben, damit auch nichts verloren geht“, so der 71-jährige gegenüber innsalzach24.de. Er selbst gehe davon aus, dass er früher oder später sowieso einen digitalen Impfausweis benötigt.


Denn der Kinder- und Jugendmediziner praktiziert noch in seiner Praxis in Neuötting. Das ist auch der Grund, warum er bereits jetzt geimpft wurde. Sonst wäre Schmid erst später an der Reihe gewesen. „Durch die Arbeit mit infektiösen Kindern bin ich hochgradig gefährdet“, erklärt der Arzt.

Sowohl die erste als auch die zweite Impfung habe er aber sehr gut vertragen. „Ich habe nichts gespürt und keinerlei Nebenwirkungen – nicht ein Mal einen roten Punkt“, berichtet der 71-Jährige. „Dass ich der erste bin, hätte nicht sein müssen. Aber wenn es der Sache dient, mache ich das gerne“, so Schmid.

Impfkarte freiwillig, Landkreis übernimmt die Kosten

Das ganze Vorhaben wurde vom Landratsamt Altötting nicht mit dem Gesundheitsministerium abgestimmt. „Wir haben das völlig eigenständig umgesetzt“, sagte der Sprecher. Es gebe aber Interesse von anderen Landkreisen. Auch der Datenschutz sei gewährleistet, die Daten würden nur auf der Karte gespeichert. Mit der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) wurde das Vorgehen entwickelt. Diese habe ein Kölner Unternehmen dazu geholt, das digitale Zertifikate erstellt.

Die Idee zur Impfkarte hatte Landrat Erwin Schneider (CSU). „Wir wollten hier einen Start setzen“, sagte der Sprecher. „Der Landrat wollte den Leuten schon einmal etwas an die Hand geben.“ Die Impfkarte sei freiwillig. Der Landkreis übernehme aber die Kosten. Der Gedanke sei gewesen, die Daten schon einmal digital zu erfassen – und später möglicherweise auf ein überregionales System zu übertragen. „Wenn man das nach ein paar Monaten erst macht, müsste man alles nachträglich erfassen“, sagte der Sprecher.

Noch sei ohnehin unklar, ob der Nachweis einer Impfung Vorteile bringen werde und welcher Art diese sein könnten. Privilegien für Geimpfte sind heftig umstritten. Derzeit wird zudem in der EU über einen Corona-Impfpass debattiert. Die 27 Mitgliedsländer wollen sich bis Ende Januar auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. Offen ist, ob der gelbe Impfpass der WHO gemeinsamer Nenner werden könnte. Diskutiert wird auch, welche Daten erfasst werden und ob dies digital geschehen soll.

jz/dpa

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