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Altöttings Landrat über den Stufenplan, eine geringere Akzeptanz und das Impfen

Schneider im Interview: „100er-Grenze für Grundschulen und Kitas falsch“

„Eine wesentliche Rolle scheint auch Fasching vor zwei Wochen gespielt zu haben. Mancherorts habe man es wohl nicht so genau genommen und ist fahrlässiger geworden“, vermutet Landrat Erwin Schneider im Interview.
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„Eine wesentliche Rolle scheint auch Fasching vor zwei Wochen gespielt zu haben. Mancherorts habe man es wohl nicht so genau genommen und ist fahrlässiger geworden“, vermutet Landrat Erwin Schneider im Interview über die hohe Inzidenz im Landkreis Altötting.

Landkreis Altötting – Der Bund-Länder-Gipfel am 3. März ergab einen Stufenplan zur schrittweisen Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Wir haben Landrat Erwin Schneider (CSU) am Donnerstag Vormittag zum Interview getroffen und über den Stufenplan, Schulen und den Impffortschritt gesprochen.

Herr Schneider, wie haben sie den Bund-Länder-Gipfel gestern verfolgt? Es wurde ja recht spät.

Ich habe es stichpunktartig im Internet verfolgt, da ich am Abend noch eine Konferenz hatte.

Vorgestellt wurde ein Stufenplan zur Wiedereröffnung, der vielen Branchen endlich eine Perspektive gibt. War dies der richtige Schritt oder gehen ihnen die Öffnungen zu schnell?

Das wird sich erst im Nachhinein beurteilen lassen. Im Endeffekt glaube ich ist es eine relativ gute Balance gefunden worden, was die beschlossenen Dinge betrifft. Manche Aspekte wie die Baumärkte sind in Bayern ja auch schon umgesetzt und jetzt kommen die Buchläden, Blumenmärkte und manche körpernahen Dienstleistungen hinzu. Der wichtige Tag ist aber der heutige mit der Kabinettssitzung, wenn die Schulen thematisiert werden.

Sie sprechen die Schulen an. Nach der Öffnung letzte Woche musste im Landkreis Altötting relativ schnell wieder zum Distanzunterricht zurückgekehrt werden – zum Unverständnis vieler Eltern. Wie stehen Sie persönlich zur 100er-Grenze bei Schulen/Kitas?

Meines Erachtens ist diese Grenze für Grundschulen und Kitas falsch. Man kann Baumärkte nicht öffnen und gleichzeitig die Schulen schließen. Für mich sollten Grundschulen und Kitas unabhängig der 100er-Inzidenz öffnen. Bei den höheren Klassen werde man mit Sicherheit beim jetzigem System bleiben.

Haben Sie dies auch der Landesregierung mitgeteilt?

Ich habe am Sonntag mit dem Bayerischen Gesundheitsminister Klaus Holetschek telefoniert und ihm meinen Standpunkt dargelegt.

Ist es überhaupt sinnvoll, Öffnungen bzw. Schließungen an der 7-Tages-Inzidenz festzumachen?

Generell halte ich es schon für sinnvoll. Wir haben ja selbst gerade eine Inzidenz von knapp über 130. Es macht ja keinen Spaß über einem Wert von 100 zu liegen. Wir wären aktuell von der „Notbremse“ betroffen, aber es ist wichtig, auch wieder herunterzukommen. Dann müsste in den betroffenen Regionen ein vermehrtes Test- und vielleicht auch Impfangebot geben. Es ist unser aller Bestreben, dass die „Notbremse“ nicht aktiviert wird und dafür müssen alle Hebel in Bewegung gesetzt werden.

Dafür benötigt es auch eine große Zustimmung der Bevölkerung für die Maßnahmen. Finden Sie, dass die Bereitschaft dafür noch vorhanden ist?

Nein, das merkt man derzeit ganz eindeutig. Die Inzidenz im Landkreis Altötting, aber auch in ganz Deutschland, steigt wieder. Natürlich lässt sich das bei uns auf einen größeren Ausbruch in einem Betrieb zurückzuführen. Aber die positiven Fälle sind im ganzen Landkreis verteilt. Eine wesentliche Rolle scheint auch Fasching vor zwei Wochen gespielt zu haben. Mancherorts habe man es wohl nicht so genau genommen und ist fahrlässiger geworden. Eine dritte Rolle spielen aber auch die Mutationen, die sich schneller verbreiten.

Ist das Infektionsgeschehen noch immer diffus und schwer nachzuvollziehen oder ist die Lage wieder besser im Griff?

Die Nachverfolgung haben wir trotz der hohen Inzidenz gut im Griff. Dennoch ist das Geschehen sehr diffus und wie eben erwähnt über den ganzen Landkreis verteilt. Niemand ist davor gefeit, sich zu infizieren.

Ein Mittel zur Bekämpfung der Pandemie bleibt das Impfen. Sind sie zufrieden mit dem Fortschritt im Landkreis?

Ich bin sehr zufrieden, mit dem was wir verimpfen. Allerdings bin ich nicht zufrieden darüber, was wir zur Verfügung haben. Der Fortschritt könnte größer sein. Wir könnten die dreifache Menge schaffen, wenn es mehr Impfstoffe geben würde. Bei uns bleibt keine einzige Impfdosis liegen.

Vielen Dank für das Gespräch.

jz

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