Problematische Entwicklung in den Landkreisen Altötting und Mühldorf

Zu wenige Auzubis: Firmen suchen händeringend nach Fachkräften

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Altötting/Mühldorf – Die beiden Landkreise verzeichnen weniger Ausbildungsverträge. Dies sieht IHK-Vizepräsidentin des Regionalausschusses Altötting-Mühldorf mit sorge.

Wie die jüngsten Zahlen der IHK für München und Oberbayern zeigen, wurden 480 Lehrverträge in Industrie, Handel und Dienstleistungen in Altötting neu abgeschlossen. In Mühldorf wurden 434 Lehrverträge neu abgeschlossen, dies ist ein Rückgang von 1,6 Prozent. Aufteilen tut sich dies in 173 Verträge gewerblichen- und 261 in kaufmännischen Ausbildungsberufen.

In Altötting zeichnet sich ein  Rückgang von4,6 Prozent an. In Altötting wurden 260 Verträge  in gewerblichen und 220 in kaufmännischen Ausbildungsberufen abgeschlossen.

Somit ist der Rückgang an neuen Azubis in der Region ausgeprägter als der oberbayernweite Durchschnitt von Minus 0,6 Prozent.

„Wir brauchen ein Umdenken bei den Jugendlichen, ihren Eltern und Lehrern. Mit einer Ausbildung hat man beste Chancen auf eine tolle Karriere, denn unsere Unternehmen suchen händeringend nach gut qualifizierten Fachkräften. Aber trotz vieler Lehrstellen gibt es weiterhin zu wenige Bewerber“, erklärt Ingrid Obermeier-Osl, IHK-Vizepräsidentin und Vorsitzende des Regionalausschusses Altötting-Mühldorf. 

Zuviel Unbesetzte Stellen

Im vergangenen Jahr wurden der Agentur für Arbeit aus dem Landkreis Altötting insgesamt über 860 freie Lehrstellen in allen Ausbildungsbereichen gemeldet – darunter auch in Handwerk und freien Berufen. Fast 80 davon sind nach Beginn des Lehrjahres im September 2016 unbesetzt geblieben, gleichzeitig konnten nur vier Bewerber nicht versorgt werden. In Mühldorf sind 760 Lehrstellen in allen Ausbildungsbereichen frei, hier sind 90 Stellen unbesetzt.

„Die letzten Jahre haben immer deutlicher gezeigt: Im Wettbewerb um geeignete Azubis müssen auch kleine und mittlere Unternehmen kreativ sein und den Schulabgängern attraktive Angebote bieten“, so die Unternehmerin aus Schwindegg. Außerdem fordert sie mehr bildungspolitischen Realitätssinn: „Vielen Schülerinnen und Schülern ist mit einer Ausbildung besser geholfen als mit einem abgebrochenen Studium“. 

Hauptgründe für die sinkende Anzahl an Bewerbungen seien laut Obermeier-Osl rückläufige Schulabgängerzahlen in Mittel- und Realschulen sowie der Trend zu weiterführenden Schulen und zum Studium.

Weniger Ausbildungsbetriebe

Ebenfalls geringfügig gesunken ist die Anzahl aktiver IHK-Ausbildungsbetriebe in Altötting. In diesem Jahr bilden im Landkreis 243 Firmen aus, vier weniger als im Vorjahr. Zusammen stehen sie für rund 60 Prozent der Ausbildungsverträge. Seit 2008 haben sich insgesamt über 20 Betriebe aus der dualen Ausbildung verabschiedet.

In Mühldorf hat sich die Zahl aktiven IHK-Ausbildungsbetriebe im Landkreis mit 241 Firmen nur unwesentlich verändert. Zusammen stehen sie für rund 60 Prozent der Ausbildungsverträge.

Pressemitteilung IHK für München und Oberbayern

Rubriklistenbild: © dpa

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