Zahl der Gewerbeanmeldungen steigt

Neue Chefs braucht das Land

Altötting/Mühldorf a. Inn - Entgegen dem oberbayerischen Trend wollen in den beiden Landkreisen Altötting und Mühldorf am Inn wieder mehr Menschen ihr eigener Chef werden.

Insgesamt 781 Personen meldeten 2016 im Landkreis Altötting ein Gewerbe an, ein Plus von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für den Mühldorfer Landkreis gelten ähnliche Zahlen. Hier waren es 959 Neuanmeldungen, ein Plus von 6,9 Prozent

Weniger Betriebsübernahmen

Im Gegensatz dazu verzeichnet der Regierungsbezirk 2016 den siebten Rückgang in Folge. Während die Neugründungen in Altötting sogar um 6,7 Prozent auf 699 und in Mühldorf um 8,8 Prozent auf 882 zugenommen haben, verzeichnen die Betriebsübernahmen in Altötting ein leichtes Minus von knapp über einem Prozent. Laut den Angaben der IHK für München und Oberbayern gab es hier 82 Übernahmen von bestehenden Betrieben. In Mühldorf beträgt das Minus über zehn Prozent. Es gab lediglich 77 Übernahmen von bestehenden Betrieben.

Ingrid Obermeier-Osl, Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Altötting-Mühldorf, betont die Auswirkungen der aktuell guten Geschäftslage auf das Gründergeschehen: „Der Arbeitsmarkt in unserer Region bietet fast flächendeckend Vollbeschäftigung. In diesem Umfeld ist es besonders schwierig, bei potentiellen Gründern das Interesse an einer Selbstständigkeit und den verbundenen Risiken zu wecken. Umso mehr freut es mich deshalb natürlich, wenn Altötting und Mühldorf steigende Gewerbeanmeldungen verzeichnet“.

Schon in der Schule für Unternehmertum werben

Die Unternehmerin aus Schwindegg fordert aber weiterhin mehr Unterstützung für Gründer und Betriebsnachfolger. „Wir brauchen ein besseres Gründungsklima mit weniger Bürokratie und einfacheren Steuerregeln. Bereits in der Schule müssen die Chancen und der Wert des Unternehmertums für die Gesellschaft deutlich gemacht werden“, so Ober-meier-Osl.

Am beliebtesten sind in den Landkreisen Altötting und Mühldorf Gründungen im Handel (AÖ: 27,6 Prozent; MÜ: 23,6 Prozent), im Baugewerbe (AÖ: 12,3 Prozent, MÜ: 17,9 Prozent) sowie bei sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (AÖ: 9,3 Prozent, MÜ: 11,5 Prozent). Bei den Übernahmen liegt in Altötting das Gastgewerbe ganz vorne (35,4 Prozent), gefolgt von Baugewerbe (23,2 Prozent) und Handel (17,1 Prozent). In Mühldorf liegt bei den Übernahmen ebenfalls der Handel ganz vorne (27,3 Prozent), gefolgt von Baugewerbe (19,5 Prozent) und Gastgewerbe (13 Prozent).

Wer übernimmt das Risiko?

Existenzgründer sind für die Entwicklung der Wirtschaft von großer Bedeutung, so die Unternehmerin: „Start-Ups beflügeln Innovationen und Dynamik und sind damit unerlässlich für den wirtschaftlichen Erfolg von morgen. Doch auch alteingesessene Betriebe sind bedroht, wenn sich keine Nachfolger finden, die das unternehmerische Risiko der Vorgängergeneration übernehmen wollen“. Die IHK-Auswertung beruht auf Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik.

Pressemitteilung Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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