Er soll Demonstranten als "Arschlöcher" bezeichnet haben

Nach Beleidigungen bei A94-Eröffnung: Altöttings Landrat akzeptiert Geldstrafe

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"Kein Grund zu feiern", skandierten Demonstranten bei der Eröffnung des A94-Neubauabschnitts. Daraufhin platze Altöttings Landrat Erwin Schneider der Kragen. Er soll auch beleidigend geworden sein.

Altötting/ Dorfen - Ende September fand die Eröffnung des Neubauabschnitts der A94 statt. Dabei soll der Altöttinger Landrat Erwin Schneider (59) mehrere Demonstranten wüst beschimpft haben. Diese erstatteten Anzeige. Schneider hat nun die Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage akzeptiert. 

Angeblich soll Altöttings Landrat Erwin Schneider (CSU) bei der Eröffnung des Neubauabschnitts der A94 zwischen Pastetten und Heldenstein bei Dorfen zwei Demonstranten als "Arschlöcher" bezeichnet haben.


Schneider platzte der Kragen, als Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zu seiner Rede angesetzt hatte, weil mehrere junge Männer mit Plakaten zwischen Rednerpult und Festgesellschaft zogen und ihren Unmut äußerten.

Drei Demonstranten gaben während der Rede von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ihren Unmut preis.

Während Scheuer versuchte seinem Parteifreund zu beruhigen, hatte Schneider unter anderem "Ihr seid’s Menschenverachter" gerufen. Im Anschluss sollen noch Worte wie "Arschlöcher" gefallen sein.

Wie die Staatsanwaltschaft Landshut gegenüber innsalzach24.de im Januar bereits bestätigte, ging dort bereits Anfang November eine Strafanzeige wegen Beleidigung ein.

A94-Eröffnung: Die besten Bilder der Feier

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Weil der Vorwurf nicht allzu gravierend gewesen sei, habe man Schneider nun eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage angeboten. Der Altöttinger Landrat nahm an. Das soll Achim Kinsky, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage unseres Partnerportals merkur.de bestätigt haben. 

Summe soll im vierstelligen Bereich liegen

Über die Summe wurde nichts bekannt, sie soll im vierstelligen Bereich liegen. Die Höhe orientiert sich am Einkommen.

Trotz dieses Fauxpas darf Erwin Schneider weiter als Landrat fungieren. Bei der Kommunalwahl im März wurde der 59-Jährige mit starken 67 Prozent im Amt bestätigt

"Ich danke ganz herzlich allen Wählerinnen und Wählern für ihr Vertrauen und verspreche, mich auch in den kommenden sechs Jahren mit voller Tatkraft und Energie für die Belange des Landkreises Altötting einzusetzen", sagte Schneider vor wenigen Monaten. 

Lärmbelastung und Tempolimit

Seit der Eröffnung des neuen Abschnitts der A94 klagen zahlreiche Bürger über eine enorme Lärmbelastung. Anwohner entzündeten in der Folge aus Protest entlang der Autobahn-Trasse mehrmals Mahnfeuer und forderten Nachbesserungen.

Impressionen vom Mahnfeuer an der A94

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Das Verkehrsministerium reagierte und führt derzeit Lärmschutzmessungen durch. Deshalb gilt auch seit 1. Februar ein temporäres Tempolimit von 120 km/h.

Vorerst ist diese Geschwindigkeitsbegrenzung bis zum 31. Juli gültig. Optional könnten drei Monate zusätzlicher Beurteilungszeitraum hinzukommen.

„Erst nach Beurteilung der Ergebnisse könnten weitere Maßnahmen besprochen werden“, erklärte damlas Oliver Patzer, Sprecher des Innenministeriums.

mz

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