Pressemeldung des Landratsamt Altötting

Der Bestand geht zurück: Am 20. März ist Welt-Spatzen-Tag

Altötting - Am 20. März ist Welt-Spatzen-Tag. Bereits 2010 wurde dieser Tag von der Gesellschaft Nature Forever Society (NFS) initiiert, um auf die sinkenden Bestände aufmerksam zu machen.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Spatzenfreie Regionen erscheinen im Landkreis Altötting als schwer vorstellbar, sind aber in größeren Städten wie München leider Realität. Auf Grund der allgemeinen Bestandsrückgänge in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts werden Feld- und Hausspatzen in Deutschland auf der Vorwarnliste bedrohter Arten geführt.

Das ganze Jahr über sorgen Spatzen für Leben in Hof und Garten. Jetzt im März beginnt ihre Brutzeit und in Trupps huschen sie durch Liguster-Hecken oder sitzen als Pärchen auf der Regenrinne in der Nähe ihres Nestes. Spatzen haben an ihr Lebensumfeld einen höheren Anspruch als man allgemein vermutet. Sie lieben Sand- oder Staubbäder, die für die Gefiederpflege von Bedeutung sind, Fassadenbewuchs oder Liguster-Hecken sind wichtige Kommunikationsorte, auch „Palaver-Plätze“ genannt, und Ehepartner sind sich ein Spatzenleben lang treu. Übrigens brüten häufig Spatzen und Mauersegler unter dem gleichen Dach: der Spatz oberhalb der Dachrinne, die Mauersegler unterhalb.

So frech sie uns auch erscheinen, auf Störungen wie Renovierungsarbeiten oder Dachsanierung reagieren sie besonders empfindlich. Geschieht die Störung in der Brutzeit zwischen März und Mitte August, kann es im Extremfall zum Verlassen der Eier oder der Jungvögel kommen. Da ein Spatzentrupp nur in einem Umkreis von knapp 50 m um seine Nistplätze aktiv ist, sollten Distanzen zwischen benachbarten Trupps nicht zu groß sein, um einen Austausch von Individuen und damit die genetische Vielfalt zu gewährleisten.

Die untere Naturschutzbehörde bittet daher: seien Sie achtsam, tolerant und schenken Sie unseren Spatzen Aufmerksamkeit. Sträucher oder Hecken, in denen sich Spatzentrupps regelmäßig aufhalten, sind Palaver-Plätze. Werden diese entfernt, verlieren sie einen wichtigen Kommunikationsort. Naturnahe und vielfältig gestaltete Gärten sowie die Sicherung bestehender Nistplätze tragen entscheidend dazu bei, dass auch weiterhin im Landkreis Altötting die Spatzen von den Dächern pfeifen.

Weitere Informationen sind der „Spatzenfibel“ vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V. zu entnehmen oder erteilt die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Altötting.

Pressemeldung des Landratsamt Altötting

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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