In Garching an der Alz wird gebohrt

3.600 Meter tief und 120 Grad heiß: Wasser für Fernwärme und Strom

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3.600 Meter tief und 120 Grad heiß: Wasser für Fernwärme und Strom
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Garching an der Alz – Fernwärme und Strom versprechen sich Geothermie-Spezialisten von den Tiefenbohrungen im Brucker Holz. Damit das klappt muss dreieinhalb Kilometer tief in die Erde gebohrt werden

Es ist ein ganz besonderes Wasser: In 3.600 Metern Tiefe wird es vermutet. 120 bis 130 Grad soll es heiß sein. Nicht nur Fernwärme soll damit erzeugt werden können sondern auch Strom. In den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob die Spezialisten der Silenos Energy GmbH alles richtig berechnet hatten. Die erste von zwei Tiefengeothermiebohrungen hat bereits begonnen.

"Aktuell liegt die Bohrtiefe bei 500 Meter. Pro Tag rechnen die Verantwortlichen mit 50 bis 200 Metern, je nach Gesteinsschicht. Gebohrt wird rund um die Uhr unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben."

Streng nach Vorschrift

Mal eben schnell nach heißem Wasser bohren geht nicht. Dazu braucht es die entsprechende Technik und das entsprechende Know-How. Dazu muss so ein Vorhaben genehmigt und vom Bergamt und dem TÜV abgenommen sein und die gesetzlichen Vorgaben müssen eingehalten werden. „Wir sind guter Dinge“, sagt Eva-Maria Eichenseher, Sprecherin der Silenos Energy GmbH auf Nachfrage von innsalzach24.de, ob die Rechnung aufgehen und dieses ganz besondere Wasser gefunden wird. 

"Geplant sind in Garching a.d. Alz zwei Bohrungen im Abstand von etwa 12 Metern. Aus der sogenannten Fördersonde wird künftig das warme Thermalwasser gefördert, die Re-Injektionssonde leitet dann das abgekühlte Thermalwasser nach der Abgabe der Wärmeenergie wieder in die Gesteinsschicht zurück", heißt es in einer Pressemeldung zum Vorhaben. 

"Sowohl während der Bohrung als auch später im Betrieb sind die Schallemissionen gering" heißt es von der Silenos Enegergy GmbH. "Im Abstand von rund 300 Metern sind sie so gut wie gar nicht mehr zu hören." Auch die Schwingungen der Bohrung seien bereits nach einem Radius von 20 Metern vom Bohrloch nicht mehr wahrnehmbar. Es ist wurde allen Vorgaben entsprechend dennoch eine Schallschutzwand errichtet.

3.600 Meter bohren für Fernwärme und Strom aus 120 Grad heißem Wasser

So soll es weiter gehen:

"Im Vergleich zu anderen Energieformen ist der Flächenverbrauch bei der Geothermie sehr gering. Nach dem Rückbau der Bohranlage ist nur noch ein Anlagengebäude vorhanden. Dieses lässt sich harmonisch und umweltschonend in die heimische Landschaft einbauen. Mit dem Geothermie-Projekt in Garching und der Nutzung der heimischen Erdwärme wird die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringert. Die Heimatregion ist somit unabhängig von Energieimporten und den zum Teil enormen Preisschwankungen."

Mehr erfahren ab dem 23. Mai:

"Um den Bürgerinnen und Bürgern sowie weiteren Interessierten die Möglichkeit zu geben, sich selbst ein Bild der Bohrungen zu machen, lädt Silenos Energy ab dem 23. Mai 2018 dazu ein, an einer Führung über die Anlage teilzunehmen. Hierzu bietet das Unternehmen regelmäßig Besichtigungstermine an. Die Teilnehmerplätze der jeweiligen Führungen sind begrenzt – eine vorherige Anmeldung über die Website www.silenos-energy.com ist daher zwingend erforderlich."

rw/Pressemeldung Silenos Energy GmbH

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