Sexuelle Gewalt im häuslichen Umfeld 

Hartes Urteil gegen Neuöttinger Vergewaltiger

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Neuötting/Traunstein - Sexuelle Gewalt im häuslichen Umfeld wird genauso hart bestraft, als ob sie zwischen Fremden passiert: Diese Tatsache bekam jetzt ein Neuöttinger zu spüren.

Für insgesamt sechs Jahre muss der 47-Jährige aus Neuötting hinter Gitter. Das verkündete die 6. Strafkammer am Landgericht in Traunstein unter dem Vorsitz von Richter Dr. Jürgen Zenkel jetzt im Urteil um zweifache Vergewaltigung und Körperverletzung im häuslichen Umfeld. Selbst insgesamt 19 Vorstrafen und eine dreieinhalbjährige Hafterfahrung hätten den Angeklagten nicht zu einem überlegteren Vorgehen bringen können, so der Richter in seinem abschließenden Urteil.

Aussage gegen Aussage - Entscheidung zugunsten des Opfers

Die Staatsanwaltschaft in Traunstein legt dem 47-Jährigen aus Neuötting bereits am ersten Verhandlungstag insgesamt zwei Vergewaltigungen seiner damaligen Freundin zur Last, der Angeklagte weißt die Vorwürfe strikt von sich. Er gab an, dass der Sex einvernehmlich geschehen sei, in beiden Fällen. Seine damalige Freundin zeichnete jedoch ein ganz anderes Bild: In der Tatnacht soll er gegen ihren Hals gedrückt, ihr ins Gesicht geschlagen, ihr beide Arme zurückgebogen und einen Arm gegen das gemeinsame Metallbett geschlagen haben. Dann vollzog der 47-Jährige gegen den Willen Ofers den Geschlechtsverkehr, so die Zeugin. Ein weiteres mal dann dasselbe Spiel, im zweiten Mal dann zusätzlich, wieder gegen den Willen der Frau, ohne Verhütungsmittel. 

Die Geschädigte trug Hämatome, Schwellungen und Kratzwunden davon. Die Verletzungen wurden schließlich polizeilich und auch ärztlich festgehalten und stimmten mit den Schilderungen derart überein, dass auch der Richter in seinem Urteil erkannte, dass es in der Tatnacht zu einer Vergewaltigung gekommen sein muss. "Die Waage fällt ganz zu Lasten des Angeklagten", so der Richter weiter in seinem Urteil vor dem Landgericht, und weiter: "Auch die Vorstrafen zeigen, dass derartige Straftaten, diese Art der Gewaltausübung, der Nötigung und des Schlagens von Frauen ihm nicht fremd sind".

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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