Kochen wie in Kalifornien

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An den Bewertungskriterien Zutaten, Kreativität, Gestaltung des Tellers, Geschmack und Weinauswahl wurden die Hobby-Köche gemessen. Sieger wurde am Ende ein in Gewürzghee pochierter Hummer auf kleiner Erbsenlasagne mit Speck-Chips und Speck-Zitrus-Sauce.

Teising - Wer kocht sich nach San Francisco? Die Teilnehmer des jüngsten "Cooking-Cups" werkelten mit Bratpfannen, Messern und Kochlöffeln um die Wette.

Kein Wunder, angesichts des in Aussicht gestellten Preises: Die fünf Paare, die deutschlandweit in 60 Minuten das überzeugendste Hauptgericht der Jury vorführen, werden für eine Woche nach San Francisco geflogen - vollkommen kostenfrei. Dort wird entschieden, wer der Cooking-Cup-Sieger 2009 ist. Nebenbei bekommen die Finalisten noch einen unvergesslichen Aufenthalt in Kalifornien geschenkt.Knapp 600 Bewerbungen gingen heuer laut Marcelo Hiering von der Marketingagentur "Gateone", die den Hobbykochwettbewerb organisiert, ein. Die 81 mit den vielversprechendsten kreativ ausgedachten Rezepten durften starten und um einen Platz im Halbfinale in Traunreut kochen.

Teising war der letzte Austragungsort der insgesamt 27 Regionalentscheidungen in Deutschland. In den Ausstellungsräumen des Möbelherstellers KKL-Küchen wurde es vergangene Woche heiß; die Backrohre und Herdplatten wurden von den ausgewählten Teams erhitzt, bis die Luft förmlich glühte. Anja und Gerd Hirsch aus Erding sowie Johanna Vanicek und Michael Atzenhofer aus Linz gaben nacheinander ihr Bestes, um der Jury ihre raffinierte kulinarische Interpretation des Mottos "California Cuisine - köstliche Vielfalt aus Fisch und Fleisch" vorzuführen. Trotz Blitzlichtgewitter und neugierigen Blicken der Zuschauer des Wettbewerbs gelang es beiden, in der geforderten Zeit ein Gericht von hohem kochtechnischen Niveau auf die Teller zu bringen. Als "ausgezeichnet" lobte Gerd Hirsch die Ausstattung des umgewandelten Kochstudios. Es herrschten durch modernste Geräte sehr gute Kochbedingungen vor. Seit nunmehr sieben Jahren wird der Cooking-Cup veranstaltet. Die Ansprüche bei Deutschlands größtem Hobbykochwettbewerb sind hoch, die Kriterien streng, die Bewerber vielzählig. Von jedem Team wird gefordert, ein Hauptgericht für vier Personen zu kochen. Das Rezept muss zum Motto passen und von den Bewerbern selbst kreiert sein. "Das Niveau ist sehr hoch, hier gewinnt niemand, der mit einem leckeren Toast Hawaii oder einem etwas umgewandelten Spiegelei gut ankommt. Es geht schon in Richtung Sterneküche!", erklärt Marcelo Hiering. In 60 Minuten muss fertig gekocht sein, zusätzlich gibt es zehn Minuten Vorbereitungszeit und fünf Minuten, um die Küche hinterher wieder sauber zu machen. "Dabei sein ist alles", lautet die Einstellung von Atzenhofer. Vanicek sagt, sie habe versucht, ihre Erfahrung in der Küche und von Reisen mit einfließen zu lassen und den "California way of life" zu interpretieren.

Der österreichische Sternekoch Andreas Mayer saß zusammen mit dem vielfachen Paralympics-Gewinner und Sportler des Jahres 2005, Martin Braxenthaler, sowie KKL-Küchen-Geschäftsführer Bernhard Pointvogl in der hochkarätigen Jury. Diese hatte die Ehre, den in Gewürzghee pochierten Hummer auf kleiner Erbsenlasagne mit Speck-Chips und Speck-Zitrus-Sauce von Anja und Gerd Hirsch mit dem speckumwickelten Hack-Burger neben Zucchini- und Kartoffelschnitzen in Blechbüchsen, zubereitet von Johanna Vanicek und Michael Atzenhofer, zu vergleichen. Die zweifarbigen Nudelplatten der Lasagne, deren Optik Pointvogel mit der ausgebauten A94 verglich, hatte es ihnen besonders angetan. Neben Zusammenspiel der Zutaten, Kreativität, Gestaltung des Tellers und natürlich dem Geschmack spielte auch die passende Weinauswahl eine Rolle in den Bewertungskriterien. Die Entscheidung fiel dem Preisgericht sichtlich schwer, laut Sterne-Küchenchef Mayer waren beide Gerichte extrem unterschiedlich und kaum miteinander vergleichbar. Auch Braxenthaler und Pointvogl, die zum ersten Mal als Beurteiler in einem Kochwettbewerb eingesetzt wurden, überlegten lange, bis sie dem Ehepaar Hirsch mit ihrem zubereiteten Hummer den Gewinn zusprachen. Die beiden kennen das Prozedere des Cooking-Cups bereits; 2005 ging das Paar in Shanghai als Sieger des Wettbewerbs hervor. Wie weit sie es 2009 schaffen, ist noch ungewiss. Das Ticket ins Halbfinale ist ihnen jedoch nun bereits sicher.

ede/Mühldorfer Anzeiger 

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