PFOA-Belastung des Trinwassers

Bürgerversammlung: Kein Weg vorbei am Aktivkohlefilter

+
PFOA-Belastung des Trinwassers: Für Kastl und Tüßling führt kein Weg vorbei an der Aktivkohlefiltration
  • schließen

Kastl – Die PFOA-Problematik in der Region war das Top-Thema schlechthin auf der Bürgerversammlung im Saal des Spirklwirt am Donnerstagabend. Kein Wunder, weist das Trinkwasser der Gemeinde doch eine höhere PFOA-Belastung als der derzeit allgemein gültige Leitwert von 0,1µg/l auf. Darüber hinaus gehen bis zur Lösung des Problems (Aktivkohlefilteranlage) nach derzeitigem Planungsstand noch einige Monate ins Land.

Kastl hat ein Problem. Es heißt PFOA. Der laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) als möglicherweise krebserregend geltende Stoff ist im Trinkwasser. Kastl ist damit freilich nicht allein aber die Gemeinde hat eine Sonderstellung unter den betroffenen Kommunen in der Region: Sie kann nicht wie andere auf andere Brunnen ausweichen oder sich bei anderen Wasserversorgern wie der von Alt- und Neuötting mit Winhöring einkaufen.

  • Kastl hat keine eigenen Brunnen zum Ausweichen.
  • Sich bei anderen „einkaufen“ geht aus physikalischen Gründen nicht.

Was bisher geschah:

Vor der Diskussion mit den Gastrednern Dr. Franz Schuhbeck (Staatliches Gesundheitsamtes Altötting) und Professor Hermann Fromme (Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit/LGL) informierte Bürgermeister Gottfried Mitterer über den Stand der Dinge in punkto Wasserversorgung in Kastl: Durch die unmittelbare Nähe zum Wasserschutzgebiet im Öttinger Forst sei die Gemeinde bis vor kurzem noch von sprunghaften Anstiegen der PFOA-Belastung im Wasser verschont geblieben. Weit bis nach der Senkung des Leitwerts von 0,3 auf 0,1µg/l sah offenbar alles gut aus. Das Kastler Trinkwasser lag drunter.

Bürgerversammlung: Kein Weg vorbei am Aktivkohlefilter

Dann hat die Gemeinde Burgkirchen ihren mit PFOA belasteten Brunnen (auch im Öttinger Forst) vom Netz genommen. Mitterer vermutet, dass sich dadurch die Grundwässer vermischt haben. Laut einer Messung vom Juni 2017 ist das Trinkwasser für die Kastler mit 0,13µg/l belastet, nur wenig aber doch über dem Leitwert von 0,1.

Das Puzzlespiel um das beste Trinkwasser hat längst begonnen

Das Ziel sei jetzt, die Aktivkohlefilteranlage in Gang zu bringen. Sie wird den Planungen nach Kastl, Tüßling und Burgkirchen versorgen. Tüßling bekommt sein Wasser nämlich vom Versorger Kastl. Burgkirchen kämpft dagegen mit erhöhten aber immer noch im entsprechenden Grenzwert liegenden Nitratwerten im Wasser aus dem Brunnen in Raitenhaslach. Das Puzzlespiel um das beste Trinkwasser hat also längst begonnen, so quasi.

Probebohrungen:

Darüber hinaus habe es Probebohrungen im Öttinger Forst gegeben, so Mitterer weiter. Seinen Ausführungen nach hatten sie zum Ziel, die PFOA-Belastung im Grundwasser aus verschiedenen Tiefen festzustellen. Es sollten Erkenntnisse gewonnen werden für die Schlagung möglicher neuer Brunnen.

Es habe sich gezeigt, dass das Grundwasser aus einer Tiefe von rund 80 Metern eine PFOA-Belastung von nur 0,02µg/l aufweist, also weit unter dem derzeit geltenden Leitwert. Bis allerdings ein neuer Brunnen geschlagen werden kann und die nötige Netzinfrastruktur zur Verfügung stehen kann, gehe viel Zeit ins Land. So sei die Gemeinde in Kooperationsverhandlungen mit Burgkirchen bezüglich der Filteranlage mit Aktivkohle.

Den Bericht zur anschließenden Diskussionsrunde lesen Sie am Samstagvormittag auf innslazach24.de.

Zurück zur Übersicht: Kastl (Oberbayern)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser