Probleme im Gewerbegebiet Moosen

Chemiedunst über Kastl: Stinkt es wirklich nur vereinzelt aus dem Kanal?

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Ein Kanaldeckel im Gewerbegebiet in Kastl. Laut Bürgermeister Gottfried Mitterer sollen die Verschlüsse die Geruchsbelästigung minimieren.
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Kastl - Von einer Tankreinigungsfirma im Kastler Gewerbegebiet Moosen soll regelmäßig Chemiedunst ausgehen. Laut einer Studie ist das dortige Abwasser mit vergleichbaren Abwässern nicht vergleichbar. Ein wesentlicher Wert ist viel zu hoch. 

Der bisherige Stand der Dinge:

  • In Kastl gibt es in dieser Sache offenbar zwei wiederkehrende Probleme: „Es stinkt nach Chemie“ und der CSB-Wert im Abwasser aus dem Gewerbegebiet Moosen ist viel zu hoch.
  • Im Fokus steht eine Firma für Tankreinigung. Von dort kommen offenbar die „Ausdünstungen“, die vielen zu schaffen machen und eben auch das Abwasser mit dem erhöhten CSB-Wert.
  • Die Gemeinde Kastl hat eine entsprechende Studie in Auftrag gegeben. Jüngst wurden die Ergebnisse vorgestellt.
  • Es stinkt nach Chemie“, berichten direkte Nachbarn. In welcher Weise die „Ausdünstungen“ mit den erhöhten CSB-Werten im Abwasser im Kanal in direktem Zusammenhang stehen, ist derzeit noch nicht eindeutig geklärt.
  • Ein Sprecher der Tankreinigungsfirma sagt auf erste Nachfrage von innsalzach24.de, dass es sich in punkto „Ausdünstung“ um singuläre Ereignisse an zwei besonderen Tagen gehandelt habe und führt eine derzeit noch vorhandene Überdimensionierung des Kanals im Gewerbegebiet als Grund an: Obwohl mit viel Wasser nachgespült, könne das Abwasser der Tankreinigungsfirma nicht schnell genug im Kanal ablaufen.
  • Wohl weil man diese „Ausdünstungen“ aus dem Kanal vermutet, sind Löcher in entsprechenden Kanaldeckeln abgedichtet worden
  • Wie Kastlerinnen und Kastler und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Nachbar-Firmen zur Tankreinigung innsalzach24.de gegenüber berichten, scheint das aber nichts zu bringen und es sich nicht um singuläre Ereignisse zu handeln und schon gar nicht nur an den zwei fraglichen Tagen.

Das sagt der Bürgermeister:

Laut Auskunft des Ersten Bürgermeisters Gottfried Mitterer ist in diesem Gewerbegebiet keine relevante Geruchsbelästigung festzustellen. Mitterer verweist auf Nachfrage von innsalzach24.de auch darauf, dass man in einem solchen Gebiet in festgesetztem Rahmen damit zu rechnen habe. Dieser sei nach bisherigem Erkenntnisstand nicht überschritten worden. Er selber würde die Sorgen und Beschwerden ernst nehmen, könne aber in den meisten akuten Fällen keine Geruchsbelästigung feststellen.

Das sind erste Reaktionen von Anwohnern:

Eine Firma für Kanalreinigung ist direkter Nachbar. Dort stelle man immer wieder starken Chemiedunst fest, der sich über die hauseigene Lüftungsanlage mit Frischluftversorgung in bestimmten Räumen, wie etwa dem Aufenthalts- und Pausenraum verteile. An mehreren Tagen sei es bereits so gewesen, dass man sich dort nicht mehr dauerhaft aufhalten wollte/konnte. Die Geruchsbelästigung auf dem Betriebsgelände und insbesondere im Betriebsgebäude der Kanalreinungsfirma hat einmal sogar bis zu einem Notarzteinsatz geführt. Befund: "Toxisches Inhalationstrauma". Entsprechende Unterlagen liegen der Redaktion vor.

In nächster Nähe gibt es einen Fliesenhandel. Von dort wird von teilweise unerträglichen Zuständen berichtet, "wenn wieder so ein Schwall rauskommt". Man würde darüber buchführen. Einmal pro Woche, dass es ganz schlimm ist, reiche wohl nicht, heißt es

Etwas weiter entfernt gibt es ein Kieswerk. Von dort heißt es, dass es je nach Wetterlage teilweise schon sehr schlimm sei mit der Geruchsbelästigung. Es käme auf die Windrichtung an. Auswirkungen auf die Gesundheit seien subjektiv deutlich festzustellen

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