Streit um Chemikalien in Kastl

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Kastl - Für Sofie Voit (Grüne) ist klar: Die Lagerstätte für Dicyandiamid ist nicht sicher. Für das Landratsamt sind diese Vorwürfe hingegen haltlos.

In der früheren Ziegelei in Kastl ist seit geraumer Zeit Dicyandiamid eingelagert, die Einlagerung erfolgte ursprünglich ohne Genehmigung. Diese hat das Landratsamt Altötting inzwischen erteilt, doch Sofie Voit, Direktkandidatin der Grünen für den Bundestag, moniert, dass die baulichen Voraussetzungen für die Einlagerung noch immer nicht erfüllt seien. "Bis jetzt sind die Sprinkleranlage und die Löschwasserrückhaltung nicht fertig", so Voit in einer Presseerklärung. Voit verweist darauf, dass laut Auskunft des Landratsamts die baulichen Voraussetzungen für die Einlagerung wassergefährdender Stoffe der Kategorie 2 und zu einem geringen Teil auch der Kategorie 3 noch immer nicht gegeben seien.

Info: Dicyandiamid

Dicyandiamid ist ein weißes geruchloses Pulver, das z.B. als Melamin verwendet wird. Melamin ist Ausgangsstoff für die Herstellung von Melaminharzen, die als Leime und Klebstoffe zum Einsatz kommen.

Im Landratsamt stoßen die Vorwürfe Voits auf Unverständnis. So sei es zwar zutreffend, dass bereits eine Einlagerung stattfand, ohne dass eine baurechtliche Genehmigung vorlag. "Die Einlagerung war aber grundsätzlich genehmigungsfähig", so das Landratsamt in einer schriftlichen Stellungnahme. "Eine Auslagerung kurz vor Auslauf des Genehmigungsbescheides zu verlangen, wäre nicht verhältnismäßig gewesen."

Dicyandiamid nach GHS kein gefährlicher Stoff

Sofie Voit

Das Landratsamt habe - mit den dafür erforderlichen Anforderungen und Auflagen - die Lagerung der Lagerklassen 11 und 13 genehmigt. Darunter fällt auch Dicyandiamid. Dieser Stoff sei nach GHS, einem weltweiten System zur Einstufung von Chemikalien, kein gefährlicher Stoff. Sofie Voits Kritik, die baulichen Voraussetzungen für wassergefährdende Stoffe der Klasse 2 seien nicht gegeben, ist zudem in diesem Fall gar nicht relevant. Dicyandiamid ist lediglich schwach wassergefährdend und daher in die vergleichsweise ungefährliche Wassergefährdungsklasse 1 eingestuft.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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