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Nachgefragt in Traunstein und Altötting

Warum jetzt auch Eier, Milch und Fleisch teurer werden

Auch Stierfleisch wird teurer
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Rinder brauchen Kraftfutter, und das ist teurer geworden.

Inflation, Ukraine-Krieg und Energiekrise: Der Preisanstieg bei Lebensmitteln hat vielfältige Hintergründe. Auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie machen sich bemerkbar und zeigen auf, dass der globale Handel für Krisen besonders anfällig ist.

Landkreise Altötting, Traunstein – Der Krieg in der Ukraine hat nicht nur die Weizenpreise explodieren lassen. Auch Rohöl und Erdgas zogen an, was die Landwirte auch hierzulande betrifft. So steigen die Kosten für Dünger und Kraftfutter, weil die energieintensiv hergestellt werden. In Deutschland spielt das Korn aus der Ukraine als Nahrungsmittel für Menschen kaum eine Rolle, aber das Kraft- und Eiweißfutter von deutschem Vieh wird daraus hergestellt. Und so werden nun auch die Preise für Fleisch, Milch und Eier steigen.

Bekam der konventionelle Milchbauer im Januar 2021 noch 34,29 Cent pro Liter, so lag der Preis im Januar 2022 bei 41,30 Cent. Laut Marktbericht der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft notierten auch die Verkaufspreise für Magermilchpulver ein Mehrjahreshoch und viele Käsesorten wurden teurer. Die Preise für Jungbullen, Schlachtkühe stiegen auf ein Dreijahreshoch, während die Preise für Schlachtschweine geringfügig über dem Mehrjahrestief stagnierten.

Weniger Exporte nach China

Laut Hans Zens vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten in Traunstein eine bedenkliche Entwicklung: „Bei den Schweinepreisen wird es gefährlich, denn Betriebe müssen aufhören wenn es so weitergeht.“ Wegen der Afrikanischen Schweinepest hat China 2020 ein Importverbot für Schweinefleisch aus Deutschland verhängt. Nun produziert China zunehmend selbst und die Exporte von deutschem Schweinefleisch nehmen rapide ab. Die Landwirte dagegen müssen die ausgewachsenen Ferkel verkaufen, weswegen ein Überangebot von Schweinefleisch den Preis drückt.

Schweinefleisch ist immer noch zu billig.

Franz Eder, Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft Traunstein dagegen weiß zu berichten, dass die Rindfleischpreise in einem Jahr um fast das Doppelte gestiegen sind. Das liege vor allem daran, dass hier ein Mangel an Schlachtvieh herrsche. „Weil gerade auch die Milchpreise wieder steigen, werden weniger Kühe geschlachtet“, sagt er. Die Preise für Kraftfutter tragen ihr Übriges dazu bei, dass das Fleisch für Verbraucher teurer wird.

Bundesverband Ei warnt vor Engpässen

Die Eierpreise wiederum werden von steigenden Produktionskosten beeinflusst. Der Bundesverband Ei warnte schon im Dezember 2021 vor Engpässen in der Eier-Versorgung, weil die Produktion von Eiern inzwischen unrentabel werde. Laut Agrarmarkt Informationsgesellschaft liegt der Mischfutterpreis für Legehennen auf einem Achtjahreshoch. Zudem steigen aktuell die Energie- und Transportkosten und Investitionen ins Tierwohl schlagen ebenfalls zu Buche. Der Bundesverband Ei rechnet mit 1,5 bis 2 Cent pro Ei.

Auch Eier werden teurer.

Heinz Friedlein vom Amt für Ernährung und Forsten in Altötting sorgt sich weniger um den Preis für Eier. Im Landkreis Altötting gebe es viele Direktvermarkter, die anders kalkulieren können. Er bestätigt aber, dass die Preise für Schweinefleisch katastrophal niedrig seien, während Milch und Rindfleisch teurer werde. „Zu den höheren Kosten für Energie, Diesel und Kraftfutter kommen auch noch die höher werdenden Haltungsanforderungen“, so Friedlein. Laut Marktbericht der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft gab es aber auch bei Putenschnitzeln und Markenbutter eine Preissteigerung im zweistelligen prozentualen Bereich.

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