Fachleute informieren über psychische Krankheiten

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Töging - Die Koordinierende Kinderschutzstelle des Landkreises Altötting informierte in der Kantine über verschiedene psychische Krankheiten, Gefährdungen von Kindern und Jugendlichen und über Hilfemöglichkeiten.

Psychische Störungen, ihre Behandlungsmöglichkeiten und das Leben mit der Krankheit sind hochaktuelle Themen sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen. Bei der sehr gut besuchten Informationsveranstaltung (250 Teilnehmer/Innen) der Koordinierenden Kinderschutzstelle des Landkreises Altötting informierten Fachleute über verschiedene psychische Krankheiten, Gefährdungen von Kindern und Jugendlichen und über Hilfemöglichkeiten.

Dr. Richard Schmidmeier, Chefarzt des Inn-Salzach-Klinikums, erläuterte die Krankheitsbilder der Depression und der emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung (Borderline-Persönlichkeitsstörung). Beides sind Diagnosen, die deutlich zunehmen. Besonders auf selbstverletzendes Verhalten und auf durch Cannabis ausgelöste psychotische Zustände ging Dr. Schmidmeier ein. Er schilderte Teufelskreisläufe und zeigte auf, dass Hilfe möglich ist. Früh einsetzende Psychotherapie und wirksame Medikamente sowie soziale Unterstützung können wichtige Bestandteile der Behandlung sein.

Prof. Dr. Ronald Schmid, Chefarzt des Zentrums für Kinder und Jugendliche in Altötting, ging in seinem Vortrag auf psychische Entwicklungen von Kindern und Jugendlichen ein. Neben Scheidung, Armut, Sucht Medienkonsum sind auch psychische Schwierigkeiten der Eltern ein erkennbarer Belastungsfaktor. Daher müssen Hilfen am gesamten Familiensystem ansetzen, um die Kinder und ihre Eltern vor Überforderung und Instabilität zu schützen.

Die Koordinierende Kinderschutzstelle des Landkreises Altötting ist dabei ein wichtiges Instrument, wie deren Leiterin, Frau Waltraud Himpsl-Philibert, dem interessierten Publikum erklärte. Sie bietet frühe und umfassende Beratung und Hilfe, um Krisen in Familien abzuschwächen oder gar zu vermeiden und arbeitet vernetzt mit allen Hilfeanbietern des Landkreises zusammen. Wichtig ist die Kooperation aller Fachkräfte.

Wie Hilfe im konkreten Fall aussehen kann, machte Herr Josef Ramstetter, Leiter der Sozialpsychiatrie des Diakonischen Werks Traunstein, deutlich. Er zeichnete den Weg eines an Schizophrenie erkrankten jungen Mannes nach, der durch maßgeschneiderte Hilfen den Weg aus seiner Verzweiflung und Isolation finden konnte und inzwischen wieder sein Leben innerhalb der Gesellschaft führt. Die Diakonie Traunstein bietet in naher Zukunft ein Schulprojekt nach dem Konzept der Bayerischen Anti-Stigma-Kampagne an.

Frau Elisabeth Borst und Frau Veronika Oberneder vom Psychosozialen Betreuungsdienstes Burghausen stellten das Lernpaket Psychische Gesundheit vor. Ziel dieses Projektes ist Berührungsängste abzubauen, das Thema ohne Tabus zu behandeln, Wissen über psychische Auffälligkeiten zu vermitteln, Toleranz fürs Anderssein zu entwickeln und Hilfsangebote kennen zu lernen. Das Lernpaket ist in vier Bausteine untergliedert. Lehrer werden mit dem Unterrichtsmaterial vertraut gemacht. Der letzte Baustein beinhaltet eine Begegnung mit einem Betroffenen, der zusammen mit einem Mitarbeiter/In die Klasse besucht, aus seinem Leben berichtet und Fragen beantwortet. Das Projekt finanziert sich durch Spenden.

PM Landratsamt Altötting

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