Im Kampf gegen "virtuelles Drangsalieren"

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Burghausen - Sozialpädagogin Anna Lehrhuber kämpft an der Franz-Xaver-Gruber-Mittelschule in Burghausen gegen ein Problem der Generation Internet: Cyber-Mobbing.

"Es ist schade, dass das Problem Cyber-Mobbing nicht genug als wirkliches Problem erkannt wird", erklärt uns Schulsozialarbeiter Anna Lehrhuber. Deshalb ist es wichtig, Präventivarbeit zu leisten. In ihrem Büro in der Franz-Xaver-Gruber-Mittelschule setzt sie sich genau dafür ein. "Ich will, dass jedem klar ist: Was ist Cyber-Mobbing, was kann ich dagegen tun, wie kann ich mich wehren und vor allem: Wie fühlt sich ein Opfer, was richte ich mit meinem Verhalten an."

8 Tipps: Wie umgehen mit Cyber-Mobbing

8 Tipps: Wie umgehen mit Cyber-Mobbing

Cyber-Mobbing kommt vor allem in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter vor. User kommentieren unter ein Bild des "Opfers" verletzende Äußerungen, schreiben Beleidigungen auf dessen Pinnwand oder veröffentlichen private, intime Fotos. Natürlich ist nicht jeder von der Problematik betroffen. Viele nutzen diese Portale ohne Probleme und kommen nie mit Cyber-Mobbing in Berührung. Aber dennoch ist das Problem nicht zu ignorieren.

Vor allem Schulen sind betroffen

Anna Lehrhuber will eingreifen, ehe es zu spät ist.

"Vor allem in Schulen, innerhalb einer Klassengemeinschaft, nehmen die Fälle des virtuellen Drangsalierens zu," weiß Anna Lehrhuber. "Denn die Konflikte, die früher noch persönlich ausgetragen wurden, verlagern sich immer mehr in die Cyber-Welt. Besonders Einzelgänger neigen dazu, Opfer vom Online-Mobbing zu werden. Mit dem Ergebnis, dass sie dadurch noch viel mehr in die Rolle des Einzelgängers verfallen und zunehmend vereinsamen. "Ein Teufelskreis", bemerkt Anna Lehrhuber. Die Folge: der Schüler kapselt sich ab, teilt sich niemandem mit, schämt sich und wenn das eine Weile so geht, kann ein Opfer in die Depression verfallen.

Eingreifen, ehe es zu spät ist

"Daher müssen wir vorher schon handeln! Ich will, dass niemand sich verloren fühlt und kein Licht mehr am Ende des Tunnels sieht", so Anna Lehrhuber. In ihrem Büro in der Burghausener Mittelschule steht daher ihre Türe stets jedem offen, der sich mitteilen oder informieren will. "Außerdem biete ich in diesem Jahr verstärkt Kurse und Projekte an, in denen die Schüler mit der Thematik Cyber-Mobbing vertraut gemacht werden."

Im Landkreis Altötting sind außer Lehrhuber noch 11 andere Schulsozialarbeiter in Einsatz - sie alle wollen gemeinsam dem virtuellen Drangsalieren den Gar ausmachen.

ds

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