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Bayerns Gesundheitsminister zu Gast bei Gesundheitsforum

Holetschek in Neuötting: „Der einzige Weg aus dieser Pandemie ist das Impfen!“

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) war am Mittwochabend beim Gesundheitsforum von MdB Stephan Mayer zu Gast in Neuötting. Bei seiner Ankunft suchte er das Gespräch mit Demonstranten.
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Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) war am Mittwochabend beim Gesundheitsforum von MdB Stephan Mayer zu Gast in Neuötting. Bei seiner Ankunft suchte er das Gespräch mit Demonstranten.
  • Heinz Seutter
    VonHeinz Seutter
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Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) war am Mittwoch zu Gast beim Gesundheitsforum von MdB Stephan Mayer (CSU) in Neuötting. Dabei wurde er auch mit einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen konfrontiert.

Neuötting - „Kinder in die Schulen, ohne Masken, Tests und Impfung“ - „Eltern schützt eure Kinder vor der sinnlos-schädlichen Impfung!“, mit diesen Slogans wurde Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek von einer Gruppe Demonstranten am Mittwochabend empfangen. „Wir wollen den Mann konfrontieren, der uns all diese Dinge antut!“, rief vor seinem Erscheinen eine der Demonstrantinnen aus. Der Gesundheitsminister suchte das Gespräch. „Ich akzeptiere jede Meinung, die sachlich vorgetragen und über die mit Respekt vor der Meinung des anderen diskutieren kann“, betonte er im Anschluss gegenüber innsalzach24.de.

Eine Gruppe von Demonstranten erwartete Holetschek in Neuötting.

Dies sei im Fall der Demonstrierenden überwiegend der Fall gewesen. „Ich persönlich glaube, dass das Thema Impfen der Weg aus der Pandemie ist. Wir müssen jetzt noch einmal alles tun, dass wir möglichst viele Menschen dazu motivieren können. Das wird uns einen sicheren Herbst und auch ein großes Stück Normalität ermöglichen.“ Seitens der Protestierenden wurde im Dialog mit Holetschek auch die Maßnahme des Wegfalls der Lohnfortzahlung im Quarantänefall beklagt. „Das Infektionsschutzgesetz, ein Bundesgesetz, sagt klar, dass der Anspruch auf eine Lohnfortzahlung erlischt, wenn es mir zumutbar vermeidbar wäre, eine Quarantäne durch eine Impfung zu vermeiden. Wir haben jetzt genügend Impfstoff, insofern ist es zumutbar, außer man hat gesundheitliche Gründe. Das hat aber nichts damit zu tun, wenn jemand krank oder arbeitsunfähig ist. Dann kriegt man nach der Lohnfortzahlung natürlich weiterhin sein Geld ersetzt.“

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Mittwochabend bei Gesundheitsforum in Neuötting

Zunächst war Holetschek am Mittwoch anlässlich einer Einladung des Präsidenten der Vereinigung der Pflegenden in Bayern, Georg Sigl-Lehner, in Altötting. Dort trug er sich am frühen Nachmittag auch in das goldene Buch der Stadt ein. Dem folgte am Abend das „Gesundheitsforum“ von MdB Stephan Mayer (CSU) im Stadtsaal für eine „Diskussion zu allen Bereichen des Gesundheitswesens“. Im Publikum befanden sich zahlreiche Vertreter von Arzt-, Heil- und Pflegeberufen. Darunter Georg Sigl-Lehner, der Präsident der Vereinigung der Pflegenden in Bayern.

Georg Sigl-Lehner, der Präsident der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (rechts am Mikrofon) konfrontierte Gesundheitsminister Klaus Holetschek mit Fragen zur Situation des Pflegeberufs.

Sigl-Lehner war dann auch unter denjenigen, welche die Diskussion mit dem Gesundheitsminister suchten. „Es gab für uns Applaus und Lavendel, wir wurden über den grünen Klee gelobt. Aber am Ende des Tages ist, außer etwas Gehaltserhöhung und Boni, nichts bei den Pflegekräften angekommen!“, klagte er. „Da muss sofort etwas passieren. Es wird momentan noch ständig Verantwortung hin und her geschoben, zwischen Freistaat und Bund, Pflege- und Krankenversicherung und so weiter. Jeden Tag steigen Leute deshalb aus dem Beruf aus, während zu wenige Leute nachkommen. Das wird nicht ansatzweise reichen, wenn alleine schon die Babyboomer-Generation jetzt ins Rentenalter kommt und zunehmend Pflegefälle darunter sind. Denn da dürfen wir uns nichts vormachen: Jeder von uns, der über 75 Jahre alt wird, hat eine zunehmend starke Wahrscheinlichkeit, auf Pflege angewiesen zu sein.“ Auch weitere Zuschauer machten ihrem Frust zu diesem Thema Luft.

Holetschek räumt Verbesserungsbedarf bei Pflege und Krisenbewältigung ein

„Wir sind uns alle einig, dass wir da mehr tun müssen“, räumte Holetschek ohne Umschweife ein. „Es wundert mich ehrlich gesagt, dass das Thema Pflege nicht bei jeder der Triell-Diskussionen mit vertreten war. Denn das muss zwingend Thema für die neue Bundesregierung sein. Wir brauchen zum einen unbestritten schnellstmöglich eine bessere Bezahlung aber auch erhebliche Verbesserung bei der Ausbildung. Hier müssen dringend mehr Angebote geschaffen werden, damit sie möglichst auch wohnortnah möglich ist. Und natürlich auch bei den Arbeitsbedingungen ist dringender Nachbesserungsbedarf.“

Von Ärzten und Apothekern im Publikum wurde kritisiert, dass sie von neuen Änderungen in der Pandemie-Bekämpfung immer wieder erst aus der Zeitung erfahren hätten. „Ja, Kommunikation ist etwas, an dem wir dringend arbeiten müssen und auch ich habe da schon Fehler gemacht“, räumte Holetschek ein. Er erinnerte an ein Interview, in dem er auf die Frage nach dem Zeitpunkt der Aufhebung der Priorisierung beim Astrazeneca-Impfstoff „Ab jetzt“ geantwortet hatte. „Im Anschluss hatte ich dann ein Gespräch mit einem sehr aufgebrachten Hausarzt, der hat mir dann, zurecht, vorgeworfen, ich hätte mich ja wie Günter Schabowski beim Mauerfall angestellt. Bei ihnen seien dann die Telefone nicht mehr stillgestanden.“

Insgesamt betonte Holetschek immer wieder, ihm sei der Reform- und Verbesserungsbedarf im Gesundheitswesen überaus bewusst. „Es wäre auch fatal, wenn wir aus der Pandemie nichts gelernt hätten. Wir werden in Zukunft beispielsweise ein Zentrallager für Schutzausrüstung für den Pandemiefall haben müssen. Zweifellos wurden auch Fehler gemacht. Aber gerade beim Thema der Beschaffung von Masken und Schutzausrüstung sollte man vielleicht überlegen, ob da nicht zu viel bürokratischer Aufwand im Weg stand, der pragmatischen und schnellen Lösungen in dieser Extremlage im Weg stand.“ Auch abschließend betonte er noch einmal: „Der einzige Weg aus dieser Pandemie ist das Impfen! Testungen können immer nur eine Krücke sein, das bestätigen auch immer und immer wieder Ärztevertreter in unseren regelmäßigen Besprechungen.“

hs

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