Zum Gedenken an den Heimatpoeten

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Am 31. Oktober feiert das Stück "Der Teufel in der Holzkugel" in der Kantine Premiere. Anlass ist der 50. Todestag des Töginger Heimatdichters Leonhard Mairock.

Töging - Am 31. Oktober feiert das Stück "Der Teufel in der Holzkugel" im Kulturzentrum Kantine Premiere. Anlass ist der 50. Todestag des Töginger Heimatdichters Leonhard Mairock.

"Leonhard Mairock, Schuhmacher und Poet": So war es in den 50er- und 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts oft in der heimischen Presse zu lesen. Der in der ganzen Region und drüber hinaus als Heimatdichter bekannte Schuhmachermeister erfuhr damals die Blütezeit seines überaus vielfältigen aber leider nur kuzen Schaffens. Am 10. November 1911 in Sontheim (Allgäu) geboren, erlernte er den Beruf des Schuhmachers, 1936 ehelichte er seine Frau Rosina, aus dieser Verbindung entstammen vier Kinder.

1939 übersiedelte die Familie nach Töging, wo Mairock zunächst bei der VAW als Ofenwerker eintrat.

Den Krieg erlebte Mairock von 1941 bis 1945 als Soldat, zuletzt in Italien, wo er 1945 schwer verwundet wurde. Aus der Gefangenschaft im Herbst 1945 heimgekehrt, noch immer gesundheitlich angeschlagen, eröffnete er in Töging eine Schuhmacherei mit damals bis zu sechs Gesellen; zu jener Zeit wurden noch Schuhe von Hand gefertigt.

Am wieder auflebenden Vereinsgeschehen nahm Leonhard Mairock aktiven Anteil, seine besondere Liebe galt der Trachtensache. So wurde er 1947 zum Ersten Vorsitzenden des Trachtenvereins gewählt und erwarb sich durch sein großes Engagement viele Verdienste. In seiner Amtszeit wurde unter anderem das Nikolausgehen eingeführt und die Theaterspielgruppe gegründet - Einrichtungen, welche sich heute noch großer Beliebtheit erfreuen und das gesellschaftliche Leben in Töging nachhaltig positiv beeinflussen.

War er bereits als Darsteller in der Theatergruppe sehr erfolgreich, so begann seine große Karriere als Theaterschreiber 1951 mit seinem ersten selbst verfassten Volksstück "Der Dukatentoni". Bei der Uraufführung des Stückes durch die Spielgruppe des Trachtenvereins Enzian Töging im Toerringhof übernahm der Autor selbst als Darsteller eine tragende Rolle.

Angespornt durch den großen Erfolg entstand bereits ein halbes Jahr später das Theaterstück "Das Bild der Mutter". In kurzen Zeitabständen folgten dann noch sechs Dreiakter: "D'Lumpenalm", "Der Hallodrieschuster", "'s Zigeunermadl", "Kreuzweg des Lebens", "Der Teufel in der Holzkugel" und "So eine Viecherei". Alle Stücke wurden von der Spielgruppe Enzian mit großem Erfolg uraufgeführt.

Am Heiligen Abend 1959 erlag Leonhard Mairock im Alter von nur 48 Jahren einem schweren Leiden. Sein sprichwörtlicher Humor, seine Volkstümlichkeit, seine blühende Fantasie und seine Schaffenskraft haben bis heute - 50 Jahre danach - Spuren hinterlassen.

Im Gedenken an Leonhard Mairock bringt die Theatergruppe Enzian im Herbst das Stück "Der Teufel in der Holzkugel" - ein Volksstück in drei Akten - zur Aufführung.

Spieltermine sind am Samstag, 31. Oktober, am Samstag, 7., 14. und 21. November, am Freitag, 27., und am Samstag, 28. November, jeweils um 20 Uhr im Kulturzentrum Kantine. Am Samstag, 7. November, findet außerdem um 14.30 Uhr eine Seniorenvorstellung statt.

Der Eintritt beträgt 8 Euro, es können auch Inn-Taler eingelöst werden. Die Nachmittagsvorstellung kostet 3 Euro, Karten gibt es nur an der Nachmittagskasse. Karten gibt es im Vorverkauf im Quelle-Shop Kulik (Telefon 08631/91809) in Töging.

Zum Inhalt des Stücks: Der Hof und die verwitwete Bäuerin (Hildegard Anzenberger) brauchten wieder einen Bauern. Der eingeheiratete Harthofer (Walter Moritz) aber war einer, der seine Stellung ausnutzte. Die Leute auf dem Hof waren nur zur Arbeit gut und die Stimmung dementsprechend. Keiner mochte den starrköpfigen und grantigen Bauern. Die Schikanen bekamen alle zu spüren, von der Bäuerin und dem Altbauern (Horst Bleicher) bis zur Dienstmagd Gretl (Sandra Schmidt), der Stallmagd Zenzi (Andrea Fürthner) und dem Sohn Gustl (Tobias Wimmer). Außen vor war nur der junge Bursch Heini (Mathias Moritz), der sich durch seine Schlauheit von allen Parteien ein Taschengeld verdiente. Die miese Stimmung in der Bauernstube änderte sich, als eines Tages der Taglöhner Blasi (Matthias Mairock) auf den Hof kam. Er durchschaute die Lage gleich und versuchte als weitgereister und schlauer Tagwerker die Dinge wieder zu richten. Schnell hatte er die Anerkennung der Hofbewohner und die eigentlich nicht gewollte Zuneigung der Stallmagd Zenzi. Von seiner aus Indien mitgebrachten Holzkugel hatte selbst der Bauer Respekt. Außer seinem herrischen Auftreten drückte ihn noch so einiges aus der Vergangenheit, wovon nur Lenz (Harald Fürthner), der Landstreicher wusste. Der wiederum nutzte seine Stellung aus und erpresste den Bauern fast um Haus und Hof. So in die Enge getrieben wollte der Harthofer die geheimnisvolle Zauberkugel haben.

"Da is da Teifi drin" bläute ihm der Taglöhner Blasi ein. Von Angst gepeinigt wandte er sich auf Anraten des Altbauern doch wieder mehr dem Herrgott zu, sah seine Schuld ein und wollte damit sein Gewissen reinigen.

re/Mühldorfer Anzeiger

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