Gaskraftwerk Haiming: Planfeststellung für Anschlussleitung

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Die geplante Trasse der Anschlussleitung nach Simbach.

Haiming - Die Planungen für das OMV Gaskraftwerk in Haiming sind mit dem laufenden Planfeststellungsverfahren für die Anschlussleitung nach Simbach in die nächste Phase gerückt.

Nachdem die Regierung von Oberbayern den Bau des OMV-Gaskraftwerkes am Standort Haiming im Dezember genehmigt hatte, sind die Planungen nun wieder einen Schritt vorangekommen. Derzeit arbeiten die Verantwortlichen am Planfeststellungsverfahren für die 380 kV Anschlussleitung vom geplanten Kraftwerk an des Höchstspannungsnetz in Simbach. Am 18. März dieses Jahres wurde es mit der Antragskonferenz offiziell eröffnet, Ende 2012 soll es abgeschlossen sein. Vorausgegangen war ein Raumordnungsverfahren, in dem unter Einbeziehung der Öffentlichkeit verschiedene Unterlagen geprüft werden mussten und das am 23. Februar mit der landesplanerischen Feststellung offiziell beendet worden ist.

"Unsere Aufgabe ist jetzt die Feinplanung, also wie genau ein Mast aussehen, wo er stehen soll, zum Beispiel", erklärte Roland Vacha, Projektleiter der Anschlussleitung, bei einem Pressegespräch zum aktuellen Stand der Planungen. Der Fachmann und seine Kollegen wollten aber nicht nur informieren, auch offene Fragen und Gerüchte rund um das Kraftwerk sollten geklärt werden.

Roland Vacha und Georg Häckl beim Pressegespräch.

Laut Jani Keränen, Projektleiter des gesamten Projekts, komme oft die Frage auf, wieso es insgesamt vier Genehmigungsverfahren geben müsse und nicht alles in einem verhandelt werden könne. Die Genehmigung für das Kraftwerk selbst ist schon erteilt. Bleiben noch eine für die Anschlussleitung nach Simbach und zwei für den notwendigen Neubau der Höchstspannungsleitung von Simbach nach St. Peter, um die Energie ins europäische Stromnetz einzuspeisen. Bis zur österreichischen Landesgrenze am Inn ist dafür der Netzbetreiber "TenneT" zuständig, in Oberösterreich spricht sich der Betrieb mit dem österreichischen Anbieter "Austrian Power Grid AG" ab. "Verschiedene Gesetze kommen hier zum Tragen, für jeden Schritt muss also ein eigenes Genehmigungsverfahren beantragt werden", erklärte Keränen.

Obwohl der Bau des Kraftwerks bereits genehmigt ist, liegen zwei Klagen beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof dagegen vor. "Wir warten auf die Begründungen der Klagen", meinte Georg Häckl, OMV-Behördenmanager. Zweimal sei der Termin dafür schon verschoben worden, eine Verzögerung der Planungen befürchtet der Fachmann aber durch die Klagen nicht. "Wir haben ales gründlich geprüft, damit niemandem ein Schaden durch den Bau entsteht", so Häckl, "anders hätte es auch keine Genehmigung gegeben."

Bei den jetzigen Planungen müssen die Verantwortlichen ebenfalls auf viele Aspekte Rücksicht nehmen. "Wir müssen auf die so genannten Schutzgüter achten", erklärte Landschaftsarchitekt Georg Dinger. Dabei handelt es sich an erster Stelle um den Mensch, gefolgt von Tieren, Pflanzen, Boden, Wasser, Klima usw. Diese Faktoren spielen beim Trassenverlauf vom geplanten Kraftwerk bis zum Einbindepunkt in Simbach eine Rolle, den OMV durch den Daxenthaler Forst plant. "Damit keine Einschränkungen für die Forstwirtschaft entstehen, müssen die Leiterseile in mindestens 35 Meter Höhe gespannt sein", so Dinger. Den endgültigen Trassenverlauf wird die Regierung von Niederbayern voraussichtlich Ende 2012 festlegen.

Die Akteure um das OMV Kraftwerk möchten alles Schritt für Schritt angehen, damit das 600 Millionen Euro teure Projekt auch korrekt ausgeführt werden kann. Der Bedarf an regenerativen Energien und damit an dem Kraftwerk sei groß. Trotzdem werde auch die Katastrophe in Japan und die dadurch ausgelöste Atomdebatte den Bau nicht beschleunigen. "Der Untersuchungsumfang für unser Projekt bleibt gleich", so Jani Keränen. "Aber das ist auch gut und richtig so."

Anette Mrugala

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