Fotovoltaikanlage doch genehmigungsfähig?

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Erharting/Töging (MA) – „Es schaut tatsächlich so aus, als sei die Anlage auf Erhartinger Seite genehmigungsfähig.“

So Herbert Hoch, zuständiger Geschäftsbereichleiter am Landratsamt Mühldorf.

Die Fotovoltaikanlage soll entlang der Autobahn A 94 auf Erhartinger Seite entstehen.

Die Regierung hätte laut Hoch die artenschutzrechtliche Prüfung positiv beschieden, das Landesamt für Umweltschutz habe "keine negative Auskunft" darüber gegeben, dass sich die Immissionen durch Lärmreflektion an den Solarflächen erhöhen würde. Auch in Sachen Ausgleichsregelung für die überbauten Grünflächen zeichne sich eine Lösung ab. Nach diesen Gesichtspunkten sei der Bau der Fotovoltaikanlage, die auf Erhartinger Seite auf einer Länge von 430 Metern errichtet werden soll, insgesamt positiv zu beurteilen. Ein entsprechender Bescheid sei in den nächsten Wochen zu erwarten.

Keine gute Nachricht also für Adolf Edbauer, Sprecher der Töginger Bürgervereinigung, die das Bauwerk vor ihrer Nase hätten und darum kämpfen, dass die Anlage zumindest in nur abgespeckter Form, sprich mit geringer Höhe, kommt. "Wir wollen abwarten, wie das Landratsamt Mühldorf nun entscheidet", behält sich Edbauer weitere Schritte vor. Es seien jedoch bereits Gespräche mit dem Projektanten, der Firma Iliotec aus Regensburg, erfolgt, um im Falle einer Genehmigung eine Kompromisslösung zu erreichen. "Die Verantwortlichen der Firma haben ihre Zusage gegeben, dass sie bereits sind, mit uns Lösungen zu erörtern", sagt Edbauer.

Sollten die angekündigten Gespräche nicht den gewünschten Erfolg bringen, behalten sich die Töginger Anwohner eine Klage vor. Ein erfahrener Rechtsanwalt sei bereits eingeschaltet, zumal Edbauer glaubt, noch zwei Trümpfe in der Hand zu halten. Zum einen hätten zwar die Lärmmessungen ergeben, dass die Grenzwerte eingehalten würden, "doch wird dabei die Inversionswetterlage vor unserer Haustür nicht berücksichtigt." Diese habe nämlich zur Folge, dass die Immissionen, die vom Verkehr her rühren, noch einmal um zehn Prozent höher seien, so Edbauer. Und damit würden sie auch die Grenzwerte überschreiten, die den Töginger Anliegern zunächst noch zumutbar seien, erklärt Edbauer. Auch einen Verfahrensfehler will der Töginger erkannt haben im Rahmen des Planfeststellungsbeschlusses mit dem dazugehörigen Begleitplan.

Der Weg vor das bayerische Verwaltungsgericht, das betont Edbauer zum Schluss seiner Ausführungen, sei nicht der bevorzugte Weg. "Wir hoffen immer noch, dass wir mit der Firma Iliotec einen Konsens erreichen, der schließlich alle zufrieden stellt."

je/Mühldorfer Anzeiger

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