Felix als Gastredner: Stop talking. Start planting.

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Teising - Er ist erst 13 Jahre alt, aber wenn Felix Finkbeiner spricht, hören ihm alle zu. So auch bei der Hauptversammlung der Waldbesitzervereinigung Altötting Burghausen.

Souverän steht Felix Finkbeiner auf der Bühne im Teisinger Reiterhof. Der Saal ist voll, alle Augen sind auf den 13-Jährigen gerichtet. Von Nervösität aber keine Spur bei dem routinierten Gastredner, der zwar ein wenig mechanisch spricht, aber mit Nachdruck argumentiert. Er erzählt von der Umwelt und der Klimakrise, beziffert den CO2-Ausstoß in den einzelnen Ländern nach Köpfen und rechnet vor, wie es möglich wäre, bis zum Jahr 2050 auf null Emissionen weltweit zu kommen.

Wieso beschäftigt sich ein so junger Mensch mit einem so wichtigen politischen Thema? "Wir Kinder sind egoistisch", meint der 13-Jährige. "Es geht uns um unsere Zukunft. Wir nehmen sie selbst in die Hand." Mit neun Jahren kam er durch ein Schulreferat über die Klimakrise auf die Idee, Kinder auf der ganzen Welt könnten Bäume pflanzen. Zwei Monate später wurde an seiner Schule in Starnberg der erste Baum gepflanzt: Ein symbolischer Akt mit großer Wirkung. Im Jahr 2007 gründete Finkbeiner die Umweltschutzorganisation "Plant for the Planet" mit dem Ziel, in jedem Land der Erde eine Million Bäume zu pflanzen. 3.542.567 sind es weltweit bis zum heutigen Tag.

In allen Ländern der Welt organisiert Felix Finkbeiner "Akademien", in denen Kinder als Botschafter für Klimagerechtigkeit ausgebildet werden. Er hält Vorträge und spricht auf Pressekonferenzen. New York, China, Norwegen, Schweden, Schweiz, Österreich und Italien - die Liste der Länder, in denen er sein Projekt vorgestellt hat, ist lang. Ebenso die der Prominenten, die "Plant for the Planet" unterstützen. Gisele Bündchen ist ebenso dabei wie der Premierminister von Südkorea, Gesine Schwan oder Harrison Ford. Für das Projekt haben sich die Prominenten in der typischen "Plant for the Planet - Haltung" fotografieren lassen: ein Kind hält dem Erwachsenen den Mund zu. So wird das Motto "Stop talking. Start planting" ausgedrückt, das der 13-Jährige in Teising promt an Altöttings Stellvertretendem Landrat Stefan Jetz demonstrierte.

Felix Finkbeiner ist trotz allem ein "ganz normaler Junge", wie er sagt. In seiner Freizeit trifft er sich mit seinen Freunden, fährt Mountainbike oder spielt Fußball. Was er später beruflich machen möchte, weiß er noch nicht. "Ich bin aber sicher, dass die Umweltprobleme, die wir jetzt haben, nicht alle gelöst sein werden, wenn ich erwachsen bin. Also mache ich vielleicht etwas in dieser Richtung."

Was vielen Erwachsenen nicht gelingt, scheint bei den Kindern des Projekts zu klappen. In vier Jahren haben sie viel erreicht und sie haben weiterhin große Ziele. "Die diesjährige Klimakonferenz findet in Durban statt", so Finkbeiner, "wir wissen noch nicht was wir machen, aber wir werden dabei sein."

Mehr Informationen hier.

Anette Mrugala

Rubriklistenbild: © Anette Mrugala

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