Falsches Alibi im Mordfall Brozmann

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Das Opfer: Edmund Brozmann.

Mühldorf/Altötting - Um ihren Geliebten zu schützen, hat eine 35-jährige Frau aus dem Landkreis Altötting gelogen. Sie behauptete, der Mann habe die Nacht bei ihr verbracht. Jetzt wurde sie wegen ihrer Falschaussage verurteilt.

Es muss ein furchtbares Bild gewesen sein, als ein Spaziergänger am 17. Januar im Inn die grausam zugerichtete Leiche Edi Brozmanns entdeckte. Der Altöttinger war seit der Nacht von 7. auf 8. Dezember 2008 vermisst, die Polizei hatte von Anfang an ein Tötungsdelikt vermutet. Brozmann hatte seit Monaten Streit mit Sergej M., dem Ex-Mann seiner Freundin. Es ging wohl um Liebe, Eifersucht, ein gemeinsames Kind.

"Ich wusste nur, dass es häufiger Ärger zwischen den beiden gab", erklärte die Angeklagte vor dem Amtsgericht. Selbst als ihr Freund Sergej sie bat, im Falle polizeilicher Anfragen stets zu sagen, er habe die Nacht bei ihr verbracht, wurde die 35-Jährige nicht misstrauisch.

Am 11. Dezember 2008 gegen 9 Uhr klingelte dann die Kripo tatsächlich an ihrer Haustür. Ob Sergej M. in der Nacht von 7. auf 8. Dezember bei ihr gewesen sei, wollten die Beamten wissen. Und schickten unmissverständlich hinterher: Brozmann sei vermisst, es handle sich vermutlich um einen Tötungsdelikt.

Die Mutter dreier Kinder tat dennoch, wie ihr von Sergej M. geheißen. Ja, Sergej sei bei ihr gewesen. Erst als eine Stunde später die Polizei erneut bei der Hartz-IV-Empfängerin auftauchte und ihr vorhielt, dass dies nicht stimmen könne, knickte sie ein. Nein, sie wisse nicht, wo Sergej M. in jener Nacht gewesen sei, gab sie nun zu.

Auch wenn sie unter Druck gestanden habe, auch wenn sie ihre falsche Aussage nur eine Stunde später zurückgenommen habe - Richter Herbert Niebler verurteilte die 35-Jährige wegen versuchter Strafvereitelung zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung. Von der vom Staatsanwalt geforderten Geldstrafe sah Niebler ab: "Das lassen wir, bei drei Kindern und Hartz IV."

zip/Mühldorfer Anzeiger

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