Erdwärme-Projekt geht in entscheidende Phase

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In 3.756 Metern Tiefe und einer Bohrlochlänge von 4.502 Metern schloss die GEOenergie Kirchweidach GmbH die Bohrarbeiten ab.

Kirchweidach - Die erste Bohrung des Erdwärme-Projekts ist abgeschlossen. Mit den nun folgenden Pumpentests geht das Vorhaben in die entscheidende Phase.

In Kirchweidach geht das Geothermie-Projekt in die entscheidende Phase. Nach 107 Tagen hat die GEOenergie Kirchweidach GmbH die Bohrarbeiten in 3.756 Metern Tiefe erfolgreich abgeschlossen. „Alle unsere seismischen Untersuchungen haben sich bestätigt. Jetzt bringen wir mit Pumpentests in Erfahrung, wie viel Wasser erschlossen werden kann und welche Temperatur das Wasser hat“, schildert Bernhard Gubo, Geschäftsführer der GEOenergie Kirchweidach GmbH. Die Tests werden im Laufe der nächsten Woche abgeschlossen. „Dann wissen wir, ob der Fundort den Anforderungen für das geplante Kraftwerk genügt", erklärt Gubo.

„Alles in allem“, so Gubo, „können wir mit dem Verlauf des ersten Bohrlochs zufrieden sein“. Sollten die in den nächsten Tagen geplanten Pumptests von Erfolg gekrönt sein, so wird die zweite Bohrung Ende März vom selben Platz aus starten. Ein entsprechendes zweites Loch wurde im Abstand von 7 Meter vom ersten Bohrloch entfernt bis in eine Tiefe von 70 Meter bereits vorgebohrt. Dann wird das ganze Bohrgerät mit einem Gewicht von ca. 500 Tonnen in einem Stück um 7 Meter hydraulisch weitergeschoben. Aber auch Übertage geht es mit dem Projekt voran. Die GEOenergie Kirchweidach GmbH hat bereits die Planungen für das Geothermiekraftwerk so weit vorangebracht, dass dieser auf der nächsten Gemeinderatssitzung behandelt werden kann.

Behandlung des Bohrguts

Von Anfang an hat man darauf geachtet, dass keine komplexen chemischen Produkte, die sonst üblicherweise bei Bohrarbeiten verwendet werden, in Kirchweidach zum Einsatz kommen. Stattdessen hat man viele einfache Materialien verwendet, die in Bayern vorkommen. Zum Beispiel das Tonmineral Bentonit verwendet das in der Bohrspülung verwendete Wasser so viskos (zäh), sodass das in der Tiefe erbohrte Bohrklein nach oben getragen wurde und nicht gleich wieder nach unten sinken konnte. Mais- und Kartoffelstärke legten sich wie ein Film an die Bohrlochwände und verhinderten so ein Nachfallen weiteren Gesteins. Kaliumkarbonat, auch bekannt als Pottasche, verhinderte das Aufquellen der erbohrten Tonschichten an den Bohrlochwänden.

Das aus dem Bohrloch kommende Bohrklein wurde fast täglich über 50-mal von einem unabhängigen Labor auf über 40 verschiedene mögliche Stoffe hin analysiert. Bis die Analysen vorlagen, musste das Bohrklein zwischengelagert werden, um nach Vorliegen über die richtige Verwertung oder Entsorgung entscheiden zu können.

Für viele Fraktionen des Bohrguts waren die Analysen so gut, dass man mit den zuständigen Behörden über ein mögliches Konzept der landwirtschaftlichen Wiederverwendung sprechen konnte. Leider hat ein zu engagierter Mitarbeiter die Ausbringung einer geringen Menge an erbohrtem Kalk auf ein Nachbarfeld gestattet. Dies erfolgte leider ohne Zustimmung der Firmenleitung und ohne behördliche Erlaubnis. Der Mitarbeiter wurde von seinen Aufgaben vor Ort bereits entbunden. Die grundsätzliche Diskussion mit den Behörden über das Verwertungskonzept des unbedenklichen Bohrguts können hoffentlich trotz des unglücklichen Vorfalls fortgesetzt werden.

Pressemitteilung GEOenergie Kirchweidach GmbH

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