„Ich will den King nicht totsingen“

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Dr. Kingsize in Aktion.

Burghausen - Dr. Kingsize, der bekannte Elvis-Imitator, feiert im September sein zehnjähriges Bühnenjubiläum. Am 5. Juni tritt der Burghauser zusammen mit dem Elvis-Background-Chor im Circus Krone in München auf.

Die Zeit wird langsam knapp. „Wenn es nach dem King geht, wird das mein letzter Sommer“, grinst Klaus Kohlpaintner. 42 Jahre ist der Zahnarzt jung, damit hat er die inoffizielle Altersgrenze für Elvis-Imitatoren erreicht. Ernsthaft denkt Kohlpaintner natürlich nicht ans Aufhören, zumal er deutlich besser aussieht als Elvis Presley in den Jahren vor seinem Tod am 16. August 1977 in Memphis. Doch wirklich kalt lässt ihn der Gedanke auch nicht. „Ich kann das natürlich nicht ewig machen. Wenn 65-jährige Elvis-Imitatoren auf der Bühne mit den Hüften wackeln, ist das nur noch traurig.“

Zehn Jahre steht der singende Zahnarzt jetzt schon auf den Bühnen der Region. Aus dem Lokalmatador ist eine überregionale Größe geworden, der problemlos auch die größeren Hallen mit mehreren hundert Besuchern füllt. Was allerdings am 5. Juni auf Dr. Kingsize wartet, hat eine neue Dimension: Zusammen mit dem original Elvis-Background-Chor „The Imperials“ tritt er im Circus Krone in München auf. „Der Höhepunkt meiner Karriere“, schwärmt er. „Ein absoluter Traum.“ 500 Tickets sind bereits verkauft, dabei ist die Werbung in München noch gar nicht angelaufen. Wer die Elvis-Show live erleben will, muss zwischen 33 und 52 Euro auf den Tisch legen. Kein billiges Vergnügen. „Für den falschen Elvis ist das ein stolzer Preis“, sagt Kohlpaintner „Aber für die echten Imperials ist das fair.“

Der gebürtige Burghauser weiß, wo er steht. Er nimmt die Sache nicht zu ernst, moderiert auf Bayerisch, bringt der Musik des King aber den nötigen Respekt entgegen und lässt die Imitation bei allem Humor nicht zur Lachnummer verkommen. „Gerade wenn man mit Weggefährten auf der Bühne steht, ist so ein Abend eine echte Gratwanderung. Schon alleine, weil die Mitglieder der Imperials meine Witze nicht verstehen.“ Angst, dass der Auftritt im Circus Krone ein Reinfall werden könnte, hat Kohlpaintner nicht: „Wenn von den 2000 Plätzen die Hälfte besetzt ist, ist das schon eine tolle Sache. Und die Atmosphäre lebt ja von den Songs, nicht allein von mir.“

Insgesamt zehn Mal lässt Kohlpaintner den King heuer noch auferstehen: in Traunreut genauso wie in Rosenheim, in Linz genauso wie in Burghausen, wo Dr. Kingsize am 25. September offiziell sein zehnjähriges Bühnenjubiläum feiert. Dann ist erst einmal Schluss, der falsche Elvis macht Pause, mindestens ein Jahr lang. „Ich will den King nicht totsingen, die Sache nicht überstrapazieren“, sagt Kohlpaintner. Außerdem: „Der Circus Krone ist der Gipfelsturm, was will ich denn noch mehr?“ Der 42-Jährige sucht erst gar nicht nach einer Antwort, weil er sie sich selbst längst gegeben hat. „Für manchen mag so ein Auftritt ein Sprungbrett sein, der große Durchbruch. Bei mir liegt die Sache anders. Meinen Durchbruch hatte ich mit den ausverkauften Konzerten in der Burghauser Wackerhalle oder im Mühldorfer Stadtsaal.“

In der selbst verordneten Kreativpause will Klaus Kohlpaintner die Show weiterentwickeln, der erste Teil soll countrylastiger werden. „Das kommt auch meinem Alter entgegen“, lacht Kohlpaintner. „Johnny Cash hat schließlich bis 71 gesungen.“ Doch er will die Zeit auch nutzen, um ein anderes Genre auszuprobieren und sich als Schlagersänger versuchen. Unter dem Künstlernamen Claus Peters nimmt die erste Demo-CD bereits Gestalt an. Wer seiner Idee mit einem skeptischen Blick begegnet, den klärt Kohlpaintner auf: „Auch der King hat Schlager gesungen. ‚Release me‘ stammt von Engelbert Humperdinck, ‚Fairytale‘ von Roger Whittaker. Und wem die Elvis-Schnulzen aus den 70ern gefallen, dem gefallen auch meine Schlager.“ Außerdem sei Howard Carpendale auch einmal südafrikanischer Meister der Elvis-Imitatoren gewesen.

Aus Dr. Kingsize wird also Claus Peters. Und hinter beiden steckt Dr. med. dent. Klaus Kohlpaintner, der Zahnarzt, den die Patienten schon einmal bitten, die Behandlung mit einer Elvis-Nummer zu versüßen. „Ich antworte dann immer, sie sollen lieber ein Konzert besuchen. Weil ich gleichzeitig nur eines richtig gut kann: bohren oder singen. Da ist es dann allen lieber, dass ich meine Klappe halte.“

Auftritte von Dr. Kingsize:

Am 12. Februar in der Theaterfabrik Traunreut, am 20. Februar in Linz im Brucknerhaus, am 22. Februar in Passau in der Dreiländerhalle, am 13. März in Essenbach/Landshut in der Eskara Sport und Kultur Arena, am 8. Mai in Bad Reichenhall im Theater im Kurgastzentrum, am 5. Juni im Circus Krone in München (mit den Elvis Imperials), am 24. September im Kuko in Rosenheim sowie am 25. September im Stadtsaal Burghausen („10 Jahre Dr. Kingsize“).

Infos zum Kartenvorverkauf im Internet unter

www.dr-kingsize.com

Wolfgang Haserer

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