788 Einsätze im Bergrettungsdienst

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Altötting - Die Bergwachten im Berchtesgadener Land, Traunstein und Altötting rückten im vergangenen Jahr zu 887 Einsätzen aus.

Die Bergwacht Bayern ist als einzige Organisation für den Bergrettungsdienst im Freistaat zuständig. Zu den 15 Bereitschaften in der Region Chiemgau (Landkreise Berchtesgadener Land, Traunstein und Altötting) gehören aktuell rund 500 aktive Einsatzkräfte, die im vergangenen Jahr zu 788 Einsätzen ausrücken mussten. Das sind rund elf Prozent weniger als 2009 (887 Einsätze).

"Die Anzahl der Einsätze ist vor allem vom Wetter in Kombination mit dem Tourismus abhängig. Ist zur Ferienzeit gutes Bergwetter, sind auch mehr Leute unterwegs. Und wo mehr los ist, passiert in der Regel auch mehr. Zudem sind bei guten Schneeverhältnissen mehr Wintersportler am Berg und wir haben automatisch mehr zu tun“, erklärt Thomas Küblbeck, Regionaleiter der Bergwacht Chiemgau.

Die Anzahl der Einsätze verkörpere aber nur teilweise den tatsächlichen Aufwand. "Wir müssen immer mehr üben, da die Einsätze zusehends schwieriger und komplexer werden. Das liegt auch am veränderten Freizeitverhalten“, sagt Küblbeck. Die Bergwacht Marktschellenberg musste zum Beispiel am 15. Januar einen verstiegenen Schneeschuhgeher aus einem unwegsamen Gelände am Untersberg retten. Küblbeck: „Früher war dort zu dieser Zeit niemand unterwegs.“

Im vergangenen Jahr gab es zehn Bergtote in den Berchtesgadener und Chiemgauer Alpen, 2009 waren es 26 und damit mehr als doppelt so viele. Drei Menschen starben 2010 beim Wandern, drei beim Bergsteigen, zwei beim Klettern und zwei weitere bei sonstigen Notfällen am Berg.

Nach der weitgehend vollzogenen Strukturreform mit vier Einsatzleitbereichen und einem Netz aus ehrenamtlichen Einsatzleitern, die über insgesamt vier eigene Einsatzleitfahrzeuge verfügen, arbeitet die Bergwacht in der Region Chiemgau trotz ihres ehrenamtlichen Charakters stetig professioneller.

Spezialisierte Gruppen stehen zusätzlich zur Rettung aus Höhlen oder wasserführenden Schluchten bereit, kümmern sich um die psychische Betreuung von Betroffenen nach schweren Bergunfällen oder bilden Suchhunde für Lawineneinsätze aus.

Die 788 Einsätze der Bergwachten für verletzte, erkrankte oder in Bergnot geratene Menschen verteilen sich wie folgt:

337 (2009: 318) Notfälle beim Skifahren, 90 (im Vorjahr: 91) beim Snowboardfahren, zwölf beim Langlaufen (acht), neun bei Skitouren (19), fünf beim Rodeln (acht) und ein Lawineneinsatz (fünf). 133 Notfälle beim Wandern (im Vorjahr: 167), 102 beim Bergsteigen (132), 39 beim Klettern (38), 13 beim Bergradeln (zwölf), elf beim Gleitschirmfliegen (elf), vier beim Drachenfliegen (zwei), 27 Sucheinsätze (33), 30 sonstige Einsätze (66), ein Höhleneinsatz (keiner) und ein Einsatz bei einem Großschadensereignis (keiner 2009).

Pressemitteilung Bayerisches Rotes Kreuz

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