"Wir waren die Versuchskaninchen"

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Nonnreit/Burghausen - Magdalena Deser ist zwei Jahre älter als ihr Bruder Sebastian. Trotzdem machen beide heuer ihr Abitur. Sebastian gehört zum ersten G8-Jahrgang, der die Reifeprüfung ablegt.

Die bayerischen Gymnasien haben sich für den doppelten Abiturjahrgang gerüstet. Sechs Wochen vorher als normal müssen die Abiturienten des G9 heuer ihre Prüfungen ablegen, damit dann die Schüler des achtstufigen Gymnasiums zum Zug kommen können. "Alles ist stressiger", erklärt Magdalena Deser. Die 19-Jährige besucht das Kurfürst-Maximilian-Gymnasium in Burghausen und musste auch ihre Facharbeit früher - bereits im Dezember - abgeben.

Ihr Bruder Sebastian ist 17 Jahre alt und gehört zum ersten Abiturjahrgang, der die Reifeprüfung schon in der zwölften Klasse ablegt. "Wir waren die Versuchskaninchen", klagt er. Das achtstufige Gymnasium sei noch in der Entwicklung, vieles habe sich für die Schüler nach dem "Probejahrgang" schon wieder geändert. "Ich mag das neue System nicht", so Sebastian. Was ihn am meisten daran stört, sind die fehlenden Leistungskurse, die den Unterricht und die Kollegstufenzeit individueller gemacht haben. "Jetzt muss man das Abitur in Mathe und Deutsch ablegen, es gibt gar keine Wahl."

Dass er ein Jahr früher mit der Schule fertig ist, findet der 17-Jährige hingegen gut. Bevor er sich für ein Studium entscheidet, will er die gewonnene Zeit mit Klavierspielen verbringen. Seine Schwester hält ihr späteres Abitur aber ebenfalls nicht davon ab, erstmal ein freiwilliges soziales Jahr im Ausland zu machen.

Ob G8 oder G9, lernen müssen die Geschwister beide, auch wenn die Abiturprüfungen unterschiedlich aufgebaut sein werden. Freuen dürfen sich die Eltern der Geschwister, denn zwei Abiturienten bedeutet nicht nur zwei Abibälle, sondern auch doppelt so viel Stolz auf die Kinder.

Mehr Informationen zum doppelten Abiturjahrgang gibt´s hier.

Anette Mrugala

Rubriklistenbild: © Anette Mrugala

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