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Nach tragischem Tod des Sohnes

Urteil gegen Unfallfahrer gefallen - Stephanie von Pfuel hält Strafe für angemessen

Stephanie Gräfin Bruges-von Pfuel (M), frühere bayerische Kommunalpolitikerin, sitzt zu Beginn eines Prozesses wegen fahrlässiger Tötung als Nebenklägerin in einem Gerichtssaal im Amtsgericht Tiergarten. Nach dem Tod eines Fußgängers - dem Sohn der Gräfin - steht ein mutmaßlicher Autoraser vor Gericht.
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Stephanie Gräfin Bruges-von Pfuel (rechts Mitte), frühere bayerische Kommunalpolitikerin, sitzt zu Beginn eines Prozesses wegen fahrlässiger Tötung als Nebenklägerin in einem Gerichtssaal im Amtsgericht Tiergarten. Nach dem Tod eines Fußgängers - dem Sohn der Gräfin - steht ein mutmaßlicher Autoraser vor Gericht.
  • Sebastian Aicher
    VonSebastian Aicher
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Berlin/Tüßling – Mit etwa 80 Stundenkilometern rast ein Mann im März 2019 durch Berlin. Als ein Fußgänger die Straße überquert, kann der Autofahrer nicht bremsen. Das Opfer stirbt. Vor Gericht saß dem Fahrer die Mutter des Toten gegenüber - Stephanie Gräfin Bruges-von Pfuel. Am 25. August wurde das Urteil gesprochen.

Update, 25. August 16.16 Uhr - Urteil gegen Unfall-Fahrer gefallen

Nach dem Tod des Sohnes von Stephanie Gräfin Bruges-von Pfuel in Berlin-Mitte ist ein Autofahrer zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Zudem soll er 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Das Amtsgericht Tiergarten sprach den 25-Jährigen am Mittwoch der fahrlässigen Tötung schuldig. Er habe den Unfall durch deutlich zu schnelles Fahren verursacht, begründete der Richter. Die Mutter des Opfers, Stephanie Gräfin Bruges-von Pfuel, nannte das Urteil angemessen

Der Angeklagte sei im März 2019 mit bis zu 82 Kilometern pro Stunde auf der Chausseestraße in Berlin unterwegs gewesen und habe den Fußgänger erfasst, als dieser die Fahrbahn überqueren wollte, hieß es weiter im Urteil. Der Unfall wäre bei Einhaltung der dort zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h vermeidbar gewesen. Der Passant wurde gegen die Frontscheibe und dann in den Gegenverkehr geschleudert. Er erlag eine Woche später den schweren Verletzungen. 

Die Staatsanwaltschaft hatte auf acht Monate Haft auf Bewährung plädiert. Die Nebenklage stellte keinen konkreten Antrag. Der Verteidiger sprach sich für eine Geldstrafe aus. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. 

Erstmeldung, 24. August

Viel zu schnell soll ein 25 Jahre alter Mann am Steuer eines hochmotorisierten Autos in Berlin einen tödlichen Unfall verursacht haben: Rund zweieinhalb Jahre nach dem Tod eines 26 Jahre alten Fußgängers hat der Prozess gegen den Fahrer begonnen. Vor dem Amtsgericht Tiergarten in Berlin sagte der Angeklagte am Dienstag, er sei „kein passionierter Raser, sondern ein Mensch, der zu schnell gefahren ist“. Die Anklage lautet auf fahrlässige Tötung. Mit einem Urteil wird am Mittwoch gerechnet.

„Ich wünsche mir, dass er eine gerechte Strafe bekommt“

Die Mutter des Opfers, die frühere Kommunalpolitikerin Stephanie Gräfin Bruges-von Pfuel aus Tüßling, saß dem mutmaßlichen Raser nun als Nebenklägerin gegenüber. Nach dem ersten Prozesstag verließ sie den Gerichtssaal schweigend. Der Zeitschrift „Gala“ hatte sie vergangene Woche gesagt: „Ich habe große Angst vor dem Prozess, werde aber trotzdem teilnehmen. Weil ich dem Menschen, der mein Kind getötet hat, ins Gesicht schauen möchte. Ich wünsche mir, dass er eine gerechte Strafe bekommt.“

Unfall wäre laut Staatsanwaltschaft vermeidbar gewesen

Der Angeklagte soll am 20. März 2019 in Berlin-Mitte mit bis zu 82 Stundenkilometern auf der Chausseestraße unterwegs gewesen sein. „Er fuhr stark beschleunigend in die Linksspur“, heißt es in der Anklage. „Nach Abbremsung kam es mit mindestens 67 km/h zur Kollision.“ Der Fußgänger sei gegen die Frontscheibe des Autos und dann über das Fahrzeugdach in den Gegenverkehr geschleudert worden. Das Opfer erlag eine Woche später seinen schweren Verletzungen. Laut Staatsanwaltschaft wäre der Unfall bei Einhaltung der dort zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometer pro Stunde vermeidbar gewesen.

Zum Beginn eines Prozesses wegen fahrlässiger Tötung steht der Verteidiger Stefan Conen (2.v.l.) in einem Gerichtssaal im Amtsgericht Tiergarten. Der Angeklagte soll mit seinem Auto mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit einen Fußgänger angefahren haben. Der 26 Jahre alte Sohn der früheren bayerischen Kommunalpolitikerin Stephanie Gräfin Bruges-von Pfuel erlag eine Woche später seinen Verletzungen.

Angeklagter war mit 455-PS-Bolide unterwegs

Der Angeklagte erklärte über seinen Anwalt weiter, er sei im Auto eines Freundes unterwegs gewesen, um Medikamente abzuholen. Auf dem Weg sei er über eine Tankstelle gefahren, weil er den Wagen reinigen sollte. Weil keine Box frei war, sei er „genervt und schnell“ abgefahren. Als er in die Chausseestraße einbog, habe er beschleunigt, um auf die Linksabbiegerspur zu kommen. Der Angeklagte fuhr einen 455 PS starken Wagen.

Der Fußgänger sei plötzlich aufgetaucht und müsse wohl gerannt sein, so der mutmaßliche Raser. Zudem sei er vom Gegenverkehr geblendet worden. Er habe den Zusammenstoß nicht verhindern können. Seit dem Unfall sei er „nicht mehr der gleiche Mensch“ und in Therapie.

Ein technischer Gutachter erklärte, der Fußgänger habe die Straße zwischen zwei geparkten Wagen betreten und zügig „in einem Joggingtempo“ überqueren wollen. Er habe zuvor nach links und rechts geschaut. Die Sicht sei gut gewesen. „Der Fahrer kam von einer Tankstelle und beschleunigte stark.“ Der Fußgänger müsse noch eine „zurückweichende Bewegung“ gemacht haben.

aic mit Material der dpa

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