Volksbegehren Artenvielfalt 2019 in Bayern

Einsatz für den Artenschutz: Das kann auch mal extrem schwierig sein

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Hornisse
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Landkreise – Das Volksbegehren Artenvielfalt/“Rettet die Bienen“ in Bayern zu unterschreiben ist das eine, selbst aktiv zu werden in punkto Artenschutz das andere. Dass das nicht immer einfach ist und woran das liegt: Wir haben mit Imker Christian Müller aus dem Landkreis Altötting gesprochen.

Bei aller Liebe und dem viel beschworenen Miteinander von Mensch und Tier: Beim direkten Kontakt mit Insekten hört der Spaß für viele auf. Wohl die wenigsten mögen Wespen, wenn sie sonntags um den Kuchen summen. Schlimmer ist eigentlich nur noch ein Hornissennest unter dem Dach, direkt über dem Gartentisch, auf dem der Kuchen für einen gemütlichen Nachmittag in der heimischen Grünoase steht.

Solche Gäste beim Sonntagskuchen im Garten? "Lieber nicht!", sagen wohl viele. Dabei sind sie harmlos.

Artenschutz vs. Angst

Handelt es sich bei den sonntäglichen Störern um Wespen, beginnt schnell das Verscheuchen mit den Händen. Das ist meist wenig von Erfolg gekrönt. Handelt es sich um Hornissen, ist der gemütliche Nachmittag schnell vorbei. Bei allem, was dann möglicherweise passiert, sind zwei Dinge wichtig, zu wissen:

Das kommt natürlich "riesig" an bei der Gartengesellschaft, die gerade gemeinsam den schönen Sonntagnachmittag genießen wollte. Hier braucht es Leute mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen, die über die Lebensweise von Wespen, Hornissen, Hummeln und Wildbienen Bescheid wissen. Einer von Ihnen ist Imker Christian Müller aus dem Landkreis Altötting.

Verstehen statt Vergehen

Hornissennest vor Kinderzimmer: Feuerwehr Tüßling holt sich Rat bei einem Fachmann.

Ich kann den Menschen die Thematik erklären“, sagt Christian Müller. Das sei der Grund, warum er sich ehrenamtlich als sogenannter Wespenberater engagiert. „Dadurch ist es oft möglich, dass Mensch und Tier miteinander gut auskommen ohne dass es Probleme gibt und so eine Tötung der geschützten Tiere vermieden werden kann.“ Oft bekomme er Rückmeldungen zu seinen Einsätzen aus Wespenberater. „Ist erstmal die Angst genommen steht das Beobachten im Vordergrund und Interesse und schließlichBegeisterung sind geweckt.

Ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Tüßling in einem Imkeranzug vor Ort doch dieser Einsatz war einer für einen Wespenberater des Landkreises. (August 2017)

Beispiel: Hier finden sie die Wespenberater im Landkreis Altötting.

Übrigens: Besonders geschützte Insekten dürfen nicht getötet werden. Man darf das Nest nicht selbst entfernen, es ausräuchern, mit Bauschaum verkleistern oder Ähnliches. Das stellt ein Vergehen gegen das Artenschutzgesetzt dar und wird bestraft. Besser also: Einen Wespenberater rufen. Entsprechende Listen gibt es bei der Unteren Naturschützbehörde beim jeweiligen Landratsamt.

Hornisse

Zusammenfassung streng geschützte Insekten:

  • Hornissen, Hummeln, Wildbienen und einige Wespenarten sind imposante Tiere, die unter besonderem Artenschutz stehen
  • Ein Nest auszuräuchern, mit Bauschaum zu verkleben, abzufackeln oder Ähnliches, ist strafbar.
  • Hornissen sind friedlich. Anders als Bienen haben sie keinen Honig zu bewachen und sind damit bei weitem nicht so leicht reizbar oder werden aggresiv.
  • Gegen Ende des Sommers ist die „Untermiete“, sollten Hornissen ein Nest in Hohlräumen wie etwa einem Rollladenkasten gebaut haben, vorbei. Die Jungkönigin fliegt aus, um sich zu paaren während das Volk mit der alten Königin abstirbt.
  • Wer sich dennoch nicht sicher ist oder Angst hat: Die Wespenberater klären auf und greifen im Fall des Falles fachmännisch ein.
  • Eine Warnung sei aber angebracht: Menschen, die zu entsprechenden allergischen Reaktionen neigen, sollten vorsichtig sein.

Lesen Sie auch: 

"Rettet die Bienen!": So leicht können Sie zu Hause aktiv werden

"Rettet die Bienen!": Wie jeder aktiv Artenschutz betreiben kann (Teil 2).

Erschreckende Zahlen: Warum Landwirte auch "geschützt" werden müssen.

rw

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