Jede Impfung zählt

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Altötting - Die Bevölkerung wieder stärker für das Thema Impfen zu sensibilisieren und das grundlegende Wissen um Impfungen zu verbessern - das sind die Ziele der zweiten Bayerischen Impfwoche.

Die zweite Bayerische Impfwoche findet von Montag, 4. April, bis Samstag, 9. April, statt. Speziell über die wichtigen Neuerungen bei den Empfehlungen zur Masern- und Keuchhustenimpfung soll verstärkt informiert werden. Auch das Gesundheitsamt Altötting weist aus diesem aktuellen Anlass auf die Bedeutung von Schutzimpfungen hin.

Landrat Erwin Schneider: „Nach wie vor sind Impfungen die wirksamste und kostengünstigste Maßnahme in der Vorbeugung vieler Infektionskrankheiten. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich, unerwünschte Nebenwirkungen werden nur selten beobachtet.“ Der durch den Erfolg von Impfungen erreichte Rückgang von Infektionskrankheiten sollte nicht dazu verleiten, die Schwere dieser Erkrankungen zu verharmlosen. Außerdem sollte bedacht werden, dass eine hohe Durchimpfungsrate in der Allgemeinbevölkerung oft auch Menschen schützt, die nicht oder noch nicht geimpft werden können.

Beispielsweise ist eine Impfung gegen Keuchhusten und Masern bei Neugeborenen und in den ersten Lebenswochen noch nicht möglich, gerade in diesem Alter sind aber schwere Komplikationen im Falle einer Erkrankung möglich. Bei Keuchhusten besteht die Gefahr eines Atemstillstands. Bei Masern ist das Risiko, noch Jahre später an einer schweren Gehirnentzündung zu erkranken umso höher, je früher die Infektion durchgemacht wird. Neugeborene und junge Säuglinge können also zunächst nur durch einen ausreichenden Impfschutz ihrer Umgebung geschützt werden, unmittelbar nach Vollendung des zweiten Lebensmonats sollte dann mit der Impfung der Kinder begonnen werden.

Aktuelle Daten zeigen auch, dass sich das Erkrankungsalter bei Masern immer mehr zu den Jungendlichen und jungen Erwachsenen hin verschiebt. Daher wird mittlerweile eine Masernimpfung für junge Erwachsene, die nach 1970 geboren sind und bisher nicht oder nur einmal gegen Masern geimpft wurden oder deren Impfstatus nicht bekannt ist, empfohlen. Daneben erkranken immer mehr Erwachsene an Keuchhusten, oft mit schweren Krankheitsverläufen. Hier wird geraten, sich bei der nächsten fälligen Auffrischungsimpfung gegen Tetanus und Diphtherie auch gegen Keuchhusten impfen zu lassen. Seit längerem besteht die Empfehlung zu einer Keuchhustenimpfung bei Frauen mit Kinderwunsch, bei engen Haushaltskontaktpersonen und Betreuern bereits vor der Geburt eines Kindes. Nicht zuletzt Beschäftigte in Gesundheits- und Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder sollten sich gegen Keuchhusten impfen lassen.

Grundsätzlich sollte jeder Arztbesuch von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen dazu genutzt werden, den Impfschutz zu vervollständigen. Auch im Gesundheitsamt finden Impfberatungen statt, unter anderem im Rahmen der Schulgesundheitspflege. So überprüfen auch in diesem Jahr wieder Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes die Impfbücher der 6. Klassen aller Schulen des Landkreises auf Vollständigkeit. Es sollen vorhandene Impflücken geschlossen und damit die Durchimpfungsraten in dieser Altersgruppe erhöht werden. Daneben wird bei den jährlichen Einschulungsuntersuchungen vom Gesundheitsamt der Impfstatus der Schulanfänger erhoben. Bei Impflücken erhalten die Eltern der untersuchten Kinder bei Interesse ein Erinnerungsschreiben mit Markierung der Impflücke und werden gebeten, beim Arzt die versäumte Impfung nachzuholen.

Dieses sog. Impf-Erinnerungssystem (Impf-Recall) ist ein bayernweites Projekt zur Steigerung der Durchimpfungsraten. Die vorliegenden Daten der Schuleingangsuntersuchungen für das Schuljahr 2008/2009 zeigen im Landkreis Altötting – wie auch schon in den Vorjahren - sehr gute Durchimpfungsraten bei Diphtherie und Wundstarrkrampf. Bei der Impfung gegen FSME (durch Zecken übertragene Hirnhautentzündung) liegen die Impfraten in unserem Landkreis mit rund 79% sogar an zweiter Stelle im bayernweiten Vergleich (bester Landkreis rund 83%) - im bayerischen Durchschnitt sind gegen FSME nur 36% der Einschulungskinder geimpft. Eine geringere Impfbeteiligung zeigt sich hingegen bei Keuchhusten. Auch bei Masern, Mumps und Röteln gibt es noch Impflücken. Zwar liegen die erzielten Werte bei der 1. und 2. Masernimpfung besser als im bayerischen Durchschnitt und konnten im Vergleich zum Schuljahr 2007/2008 gesteigert werden, sie reichen jedoch noch nicht aus, um Krankheitsausbrüche zu verhindern.

Weiterhin für einen guten Impfschutz in der Bevölkerung zu sorgen und mögliche Impflücken gezielt zu schließen sind daher wichtige Aufgaben für die Zukunft, denn: jede Impfung zählt.

PM Landratsamt Altötting

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