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Geschichte und Geschichten der Altöttinger Hofdult

Bamba und die kolossalste Riesendame

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"Bamba, der wilde Aschanti" war 1858 eine große Attraktion auf der Altöttinger Hofdult
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Altötting - Die Hofdult entwickelte sich im 19. Jahrhundert mehr und mehr zu einer Vergnügungsveranstaltung. Je kurioser die Attraktionen, desto besser.

Obwohl die Altöttinger Hofdult wahrscheinlich aus der Weihe der Stiftskirche hervorgegangen war, ist die Dult immer schon eine kommerzielle Veranstaltung gewesen. Als klassischer Jahrmarkt kauften sich die Menschen aus der Region dort Dinge des täglichen Bedarf und den einen oder anderen Luxus, wie etwa Holzspielzeug für die Kinder und Wundermittelchen für die Gesundheit.

Der Unterhaltungscharakter, der die Hofdult heute auszeichnet, war dennoch immer zu spüren. Die Besucher der Dult ratschten miteinander, wobei die Kehle freilich nicht trocken bleiben sollte. Später ergänzten Musik und schauspielerische Einlagen das Unterhaltungsprogramm. Was sich aber im 19. Jahrhundert auf der Hofdult abspielte, stellte alles vorher Dagewesene in den Schatten.

"Da wurde bei den Leuten der Appetit geweckt"

"Das war die große Umbruchszeit", erklärt Dr. Alfred Zeller, Archivar der Stadt Altötting. "Da bekamen die Leute mit, dass da draußen die große weite Welt ist." Die Eisenbahn trat im 19. Jahrhundert ihren Siegeszug an und das neue Medium Zeitung transportierte die fantastischsten Geschichten in die Wohnzimmer der Menschen. Nicht selten waren in den Zeitungen beispielsweise fiktive Fortsetzungsromane abgedruckt. Zu guter Letzt beeinflusste auch der Kolonialismus - und die Kolonialwarenläden in Deutschland - den Alltag der Menschen. "Es wurde der Appetit geweckt bei den Leuten", bilanziert Zeller.

Artist ließ sich lebendig begraben

Was sich so tat auf der Welt, wollten sich freilich niemand entgehen lassen. "Da wollte man den Anschluss nicht verpassen", sagt Zeller. "Man war ja kein Hinterwäldler - oder wollte keiner sein." Den Schaustellern kam die Neugier der Menschen gelegen. Immer kurioser waren die Attraktionen auf der Altöttinger Hofdult. Auf "Kuriositätenschauen" wurde alles präsentiert, was irgendwie fremd oder neuartig war. Angefangen von Kontorsionisten, also Schlangenmenschen, über Hungerkünstler und Bärentreiber aus Osteuropa bis hin zu einem Artisten, der sich lebendig begraben ließ - "unter Aufsicht der Polizei", wie Zeller erklärt.

"Prinz Kolibri" und "der wilde Aschanti"

Besonders rührig waren aber Schausteller aus Frankenthal. Diese präsentierten "die schwerste kolossalste Riesendame der Welt" und "Prinz Kolibri", den angeblich kleinsten Mann der Welt. 1858 war die größte Attraktion des Frankenthaler Schaustellers Franz A. Wolff "Bamba, der wilde Aschanti", ein junger Mann, angeblich aus "Cumassia an der Goldküste von Afrika". Überliefert ist von Bamba folgende Beschreibung: "Dieser gut gewachsene Mann ist äußerst muskulös gebaut, seine schwarze Haut ist weich und zart wie Sammet und Seide." Wie Bamba präsentiert wurde, vermittelt allerdings wenig Zärtlichkeit. Ein Plakat des Schaustellers zeigte seinerzeit, wie Bamba in ein Huhn beißt.

Geschichte und Geschichten der Altöttinger Hofdult:

Was hat die Stiftskirche mit der Hofdult zu tun?

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Hofdult-Infos

Auf dem Dultplatz vom 25.05. bis zum 03.06.2018:

- Startschuss: 25. Mai um 18 Uhr

- Dultfeuerwerk zur Eröffnung 25. Mai ab 22.30 Uhr

- Dultauszug: 26. Mai ab 14 Uhr (Vom Hell-Bräu bis zum Dultplatz)

- "Radl-Roas": 27. Mai ab 10 Uhr (Radl-Schnitzeljagd durch ganz Altötting)

- Standkonzert: 27. Mai ab 12.30 Uhr (Kapellplatz)

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