Der Hell-Bräu in Altötting leistet sich den Luxus

Fasspichen: Jahrhunderte altes Handwerk zur Jubiläums-Hofdult

+
  • schließen

Altötting – Es sind nur noch zwei Wochen bis zum Start der 635. Hofdult. Dort feiert der Hell-Bräu ein besonderes Jubiläum. Eine ganz besondere Vorbereitung darauf gab es am Freitagmittag auf dem Hof der Brauerei zu sehen. innsalzach24.de war exklusiv dabei.

Nur noch wenige Brauereien leisten sich den Luxus, ihr Festbier frisch vom Holzfass auszuschenken. Der Hell-Bräu tut es auf der Hofdult und das seit 70 Jahren. Ebenso lange gibt es das Dult-Märzen, das im Hell-Bräu-Zelt zum Ausschank kommt.

Billig ist das nicht

Bis zum Ausschank des Dult-Märzens auf der Hofdult kommt, gibt es einiges zu tun. Fangen wir ganz von vorne an: Man braucht Holzfässer. Die hat der Hell-Bräu natürlich. Zum Jubiläumsjahr „70 Jahre Dult-Märzen“ kommen zwei weitere hinzu.

1.000 Euro kostet ein solches Fass. Zwei sind es, die sich der Hell-Bräu für die 635. Hofdult in Altötting angeschafft hat. Eines davon wird der Erste Bürgermeister der Kreisstadt zu Beginn anzapfen.

Billig ist das nicht. Rund 1.000 Euro kostet eins. Dafür sind solche Fässer von echten Profis gemacht. Die beiden neuen Fässer sind sogenannte „Hirschen“. Das bedeutet, dass da 200 Liter Bier reinpassen. Einen der beiden neuen Hirschen vom Hell-Bräu wird der Erste Bürgermeister Herbert Hofauer zur Eröffnung der 635. Hofdult anzapfen.

70 Jahre Hell-Bräu auf der Hofdult – 70 Jahre Dult-Märzen

Eigentlich ist doch alles klar: Hopfen und Malz und natürlich Wasser und die Hefe macht den Rest. Man bräuchte sich nur ein wenig einlesen und kann dann selber loslegen, Bier zu brauen. Kann deswegen jeder das Dult-Märzen vom Hell-Bräu nachbrauen? Nein. Es kommt auf die sogenannte Sudberechnung an. Die ist so etwas wie ein Kochrezept für das Bierbrauen und dieses Rezept ist freilich geheim.

Weniger geheim und dennoch besonders ist das Fasspichen. Warum es so besonders ist? Weil sich nur noch wenige Brauereien diesen Luxus leisten. Keine Frage: Bier aus dem Holzfass ist etwas Besonderes. Was braucht man dazu? Holzfässer. Fasspichen ist ein jahrhundertealtes Handwerk, genau wie das Fassmachen.

Fasspichen: Jahrhunderte altes Handwerk zur Jubiläums-Hofdult

Der Tanz mit dem Hirschen

Mal hat man Glück, mal hat man Pech (…)“. Damit hat das Pech, das beim Fasspichen verwendet wird, nix zu tun. Es ist gereinigtes Harz. Das muss auf 240 Grad gebracht werden. Dann kommt es in das Fass. Für einen Hirschen, also ein 200-Liter-Fass, sind es rund sechs Maß an heißem Pech. Dann muss das Fass „tanzen“. Der Grund: Das Pech soll sich im Fass gleichmäßig verteilen.

Georg Hell V. tanzt mit einem der beiden neuen "Hirschen",

Ist der Tanz mit dem Fass beendet wird das überschüssige Pech abgelassen. Dann muss das Fass für rund 30 Minuten hin und her gerollt werden. Der Grund: Die Schicht Pech im Inneren soll gleichmäßig sein. Es kühlt ab und am Ende ist das Fass bereit für die Abfüllung. Der gesamte Vorgang dauert ca. 45 Minuten. Holzfässer müssen je nach Zustand alle zwei bis drei Jahre neu gepicht werden.

Dem Geheimnis des Anzapfens auf der Spur

Oft haben wir Personen des öffentlichen Lebens schon beim Akt des Anzapfens gesehen. Ein Schlag mehr oder weniger – Die Coolness ist beeindruckend, insbesondere, wenn es um ein großes Fass wie etwa einen Hirschen geht. „So schlimm ist das nicht“, erklärt Georg Hell V. am Freitagmittag auf Nachfrage von innsalzach24.de. Je schwerer das Fass, umso leichter sei es. Der Grund: Ein großes Fass rutscht - anders als die kleinen Partyfässer - nicht nach hinten weg aufgrund der Schlagwirkung.

Zurück zur Übersicht: Altöttinger Hofdult

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Altöttinger Hofdult (25.5.-03.06.)

noch
0
Tage
 
3
Stunden
 
26
Minuten
 
52
Sekunden

Hofdult-Infos

Auf dem Dultplatz vom 25.05. bis zum 03.06.2018:

- Startschuss: 25. Mai um 18 Uhr

- Dultfeuerwerk zur Eröffnung 25. Mai ab 22.30 Uhr

- Dultauszug: 26. Mai ab 14 Uhr (Vom Hell-Bräu bis zum Dultplatz)

- "Radl-Roas": 27. Mai ab 10 Uhr (Radl-Schnitzeljagd durch ganz Altötting)

- Standkonzert: 27. Mai ab 12.30 Uhr (Kapellplatz)

635. Hofdult: "Wie bringt man Heimat in ein Bier?"

635. Hofdult: "Wie bringt man Heimat in ein Bier?"

Werkeln, schrauben, putzen: Der finale Countdown läuft!

Werkeln, schrauben, putzen: Der finale Countdown läuft!

Fasspichen: Jahrhunderte altes Handwerk zur Jubiläums-Hofdult

Fasspichen: Jahrhunderte altes Handwerk zur Jubiläums-Hofdult

Graminger Weißbierzelt am zweiten Samstag

Graminger Weißbierzelt am zweiten Samstag