Dultbesprechung 2019 in Altötting

Von einer Konventionalstrafe und anderen Problemen

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Altötting – Polizei, Sicherheitsdienst, Stadt, Wirtschaftsverband, Festwirte und Schausteller sind am Freitagvormittag zur traditionellen Dultbesprechung zusammengekommen. Vorläufiges Fazit: Bis auf wenige Ausnahmen lief „das schönste Fest im Herzen Bayerns“ ganz gut. Was das im Detail bedeutet, lesen Sie hier.

War die Hofdult 2017 aus Sicht der Polizei erfreulich friedlich gewesen, hatte es im letzten Jahr einen leichten Knick gegeben in punkto Körperverletzungsdelikten. Mit diesem Rückblick leitete Siegfried Mittermaier von der Polizeiinspektion Altötting seinen Bericht über die bisherige Hofdult 2019 ein. Da mussten die Beamtinnen und Beamten zweimal ausrücken:

Von Unbelehrbaren und Wildbislern

Einmal wegen einer Körperverletzung mit einem Maßkrug als Tatwaffe und einmal, weil sich zwei Gruppen in die Haare bekommen haben. Laut Mittermaier haben sich die Verletzungen aber in Grenzen gehalten. Gegen sogenannte Veranstaltungsrandalierer wurden Platzverweise ausgesprochen. Auffallend dabei ist, dass es mancher nicht glauben will und es dennoch – freilich aber ohne Erfolg – wieder probiert.

Der Bericht des Sicherheitsdienstes SINK (Igor Sink) über die bisherige Hofdult 2019 geht Hand in Hand mit dem der Polizei. Wenn nötig, rufen die Mitarbeiter die Polizei hinzu. Man dankte sich bei der Dultbesprechung am Freitagvormittag gegenseitig für die gute Zusammenarbeit. Keine Gewaltdelikte aber vier Wildbisler und drei Alkoholverstöße: Das berichtet Igor Sink.

Hofdult 2019: Fotos von der traditionellen Dultbesprechung im Weißbierzelt

Vom Wetter und einem echten sozialen Netzwerk

Die Festwirtinnen Simone Hell (Hell-Bräu Festzelt), Sabine Detter (Graminger Weißbierzelt) und Gabriela Tandler-Langhammer (Postschänke) berichteten von einer bisher guten Dult. Freilich: Das Wetter könnte festzelt- bzw. hofdultfreundlicher sein aber alles in allem sei man doch ganz zufrieden. Simone Hell sieht in einer Dult und im speziellen dem Bierzelt einen Vorteil gegenüber allen social mediaPlattformen: Hier werde noch wirklich miteinander gredt. Sabine Detter sprach unter anderem über das Gewitter am Donnerstagabend und darüber, wie alle Verantwortlichen und nicht zuletzt die Gäste zusammenspielen, dass keine unnötige Panik aufkommt. Gabriela Tandler-Langhammer resümierte die bisherigen Tage auf der Hofdult 2019 schließlich als gut und freute sich über das gute Miteinander aller Verantwortlichen.

Von spontanen Magenentleerungen

Verantwortlich für den Dultbus ist der Busunternehmer Stefan Vorderobermeier. Es könne besser sein, meint er zum Thema Wirtschaftlichkeit aber schließlich gibt es noch Freitag und Samstag und das seien nochmal gute Tage mit viel Zulauf. Am Sonntag fährt der Dultbus bekanntlich nicht mehr. Sorgen würden ihm die, wie er sagt, "spontanen Magenentleerungen" im Bus machen. Auch die Pommes mit Ketchup - mal eben noch kurz vor der Abfahrt gekauft und schnell reingeschlungen oder in den Bus geschmuggelt, seien eine unschöne Sache, wenn sie ihre Spuren auf den Sitzen hinterlassen. Man habe bereits daraus gelernt und bitte dazu eindringlich, derartiges zu vermeiden. Für das nächste Jahr sei eine Erweiterung der Marktler Strecke um die Gemeinde Stammham im Gespräch.

Von einer Konventionalstrafe und anderen Problemen

Herbert Hofauer - er hat die diesjährige Dultbesprechung geleitet - ging vor dem Bericht der Schausteller, vertreten durch Max Fahrenschon, auf ein großes Problem der diesjährigen Hofdult ein. Eigentlich nämlich war das Fahrgeschäft "Infinity" für den Vergnügungspark angesagt gewesen. Der Schausteller hat die Altöttinger Dultmacher einfach sitzen gelassen: Der Welt höchstes Looping-Karussell war aber eingeplant. Dank gelte dem Platzmeister der Stadt für den Dultplatz Marco Ritter, der den Ersatz für den vorgesehenen Platz füllen konnte und natürlich dem eingesprungen Schausteller. Für den Vertragsbruch bekommt der Betrieb, der mit "Infinty" nicht erschienen ist eine Konventionalstrafe in Höhe von 5.000 Euro. "Auch das bezahlte Platzgeld wird einbehalten."

Nach den Worten Herbert Hofauers sprach Max Fahrenschon für die Schausteller. Es sind drei Hauptthemen, die ihm am Herzen liegen:

  • Die Werbung ist laut Fahrenschon nicht genau genug auf die Schausteller ausgerichtet. So fehle es an klaren Angaben, ab wann der Vergnügungspark geöffnet hat und wann er schließt.
  • Die Losbude des BRK wie auch das Torwandschießen des TV Altötting seien an ihrer prominenten Stelle nicht ansehnlich genug. 
  • Es fehle an einer einheitlichen Regelung der Öffnungszeiten im Vergnügungspark, insbesondere an der Verpflichtung für alle auf dem Platz, diese auch einzuhalten. 

Von 25, 40 und 50 Jahren

"Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird", sagt man. So war es auch bei der diesjährigen Dultbesprechung. Nach kurzer Aussprache und dem Versprechen beiderseits, mehr miteinander reden zu wollen, gab es einen gemeinsamen Weißwurschtfrühschoppen im Zelt des Graminger Weißbräu, bevor es danach auch schon wieder an die Arbeit ging. Nicht aber bevor die Jubilare geehrt wurden

  • Margot Heppenheimer (Schießstand) für 50 Jahre auf der Altöttinger Hofdult,
  • Wolfgang Sellner für 40 Jahre Organisation des Kinder- und Familientages und 
  • Herbert Hofauer für 25 Jahre Erster Vertreter der Stadt für die Belange des "schönsten Festes im Herzen Bayerns".

rw

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Hofdult-Infos

Auf dem Dultplatz vom 14.06. bis zum 23.06.2019:

- Startschuss: 14. Juni um 18 Uhr

- Dultfeuerwerk zur Eröffnung: 14. Juni ab 22.30 Uhr

- Dultauszug: 15. Juni ab 14 Uhr (Vom Hell-Bräu bis zum Dultplatz)

- "Radl-Roas": 16. Juni ab 10 Uhr (Radl-Schnitzeljagd durch ganz Altötting)

- Standkonzert: 16. Juni ab 12.30 Uhr (Kapellplatz)

Dultlauf Altötting (1)

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Dultlauf Altötting (3)

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Dultlauf Altötting (2)

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Hofdult 2019: Fotos vom Kickerturnier im Graminger Weißbierzelt

Hofdult 2019: Fotos vom Kickerturnier im Graminger Weißbierzelt