118 Jahre Brautradition in Graming

635. Hofdult: "Wie bringt man Heimat in ein Bier?"

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Wie bringt man Heimat in ein Bier? innsalzach24.de hat beim Weißbräu in Graming nachgefragt.
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Altötting - Wie bringt man Heimat in ein Bier? innsalzach24.de hat anlässlich der 635. Hofdult beim Weißbräu in Graming nachgefragt.

Es gibt Traditionen, die es wert sind, fortgeführt zu werden“, heißt es im Text vom Graminger Weißbräu zur Geschichte der Brauerei. „Stimmt“, ist wohl die einzig richtige Reaktion darauf. Schließlich gibt es viele schöne Traditionen, gerade in Bayern und um jede wäre es schade.

Von der Schmiede zur Brauerei

Wie alt dieses Schild im Malzlager des Graminger Weißbräu wirklich ist, ist leider nicht bekannt.

Die Geschichte der Brauerei vor den Toren der Kreisstadt zeigt aber auch, dass es ein Handwerk ist, das wohl besonders vielen abgehen würde: Das Bierbrauen. Es war ein Schmiedemeister, der 1900 auf die Idee kam, Tische aufzustellen und an die wartenden Landwirte Bier und Brotzeit zu verkaufen. Das Bier stellte er selbst her.

Das Geschäft lief toll. So gut, sogar, dass der Schmiedemeister nicht mehr nachkam mit der Bierproduktion. Schließlich hat er die Brauerei mit Gastwirtschaft verkauft. 1920 erwarb Josef Krähschütz das Anwesen. Zusammen mit ihren Eltern führen heute die drei Urenkelinnen von Josef Krähschütz den Graminger Weißbräu.

118 Jahre Bier aus Graming

Zu den Traditionen, die es wert sind, fortgeführt zu werden zählt in Graming ganz klar, „ein Bier zu brauen, das so urtypisch und unverwechselbar ist wie der Ort, an dem es gebraut wird“. Wie aber funktioniert das? Wie bringt man Heimat in ein Bier? „Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl“, heißt es in einem Text von Herbert Grönemeyer. Zugegeben: Weit her geholt aber das ist wohl das Geheimnis von Bier, urtypisch und unverwechselbar und mehr noch:

Gefühl ist beispielsweise auch das Geheimnis von Omas Schweinebraten. Sie misst nicht fünf Gramm Salz und 10 Gramm Pfeffer ab. Sie weiß es, wie viel da ran muss und mal ganz ehrlich: Oma und ihr Braten ist doch auch irgendwie „Heimat“.

Das große Geheimnis von gutem Bier ist die Auswahl der Rohstoffe. Hier: Weizenmalz.

Ganz so wie Omas Braten funktioniert das mit dem Bierbrauen freilich nicht. Man muss schon abmessen: Malz, Wasser und Hopfen wollen in der besten Kombination gesotten werden bevor die Hefe dazu kommt und aus den Zuckermolekülen Alkohol und Kohlensäure macht.

Die wichtigste Zutat steht nicht im Reinheitsgebot

In einer Großbrauerei ist es die Technik, die über das Bier bestimmt. Man könnte auch Omas Braten auswiegen und durchmessen, Anlagen bauen für die Herstellung und schon hat man ein Industrieprodukt: immer gleich, keine Frage, aber eine Zutat fehlt und die heißt Gefühl und das – siehe oben – ist Heimat.

635. Hofdult: "Wie bringt man Heimat in ein Bier?"

Beim Weißbräu Graming ist es Andrew Mairock, der das Gefühl hat. Die Rezepte – die Brauer sagen Sudberechnung dazu – kennt er natürlich als Brauer und Mälzer. Anders als in Großbrauereien gibt es beim Graminger Weißbräu noch viel von Hand zu machen. Das Malz muss in die Schrotmühle, im Sudhaus muss man noch selber schauen, dass alles läuft und im Gär- und Lagerkeller zählen um weitere Male Erfahrung oder anders gesagt: Gefühl.

Ob man das nun bernsteinfarben nennt oder anders - So muss das Graminger Weißbier aussehen, wenn es aus dem Tank kommt.

Graminger Weißbier auf der 635. Hofdult

Am Ende kommt etwas heraus, was man neumodern wohl als Craft-Bier bezeichnen würde: Es ist ein Bier mit Seele. Weil sich natürlich viel getan hat seit 1900, als der Schmiedemeister den Landwirten während der Wartezeit Bier und Brotzeit verkauft hatte, kommt dieses Bier heute in Tanks auf die Altöttinger Hofdult. Darin: Eine Tradition und der Ort an dem es gebraut wurde.

Übrigens:

Tradition ist in Graming auch, dass die Sportschützen Sankt Georg hier ihr Vereinslokal haben. Zum bevorstehenden 50-jährigem Vereinsjubiläum ging es jüngst rund vor den Toren der Kreisstadt

rw

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Hofdult-Infos

Auf dem Dultplatz vom 25.05. bis zum 03.06.2018:

- Startschuss: 25. Mai um 18 Uhr

- Dultfeuerwerk zur Eröffnung 25. Mai ab 22.30 Uhr

- Dultauszug: 26. Mai ab 14 Uhr (Vom Hell-Bräu bis zum Dultplatz)

- "Radl-Roas": 27. Mai ab 10 Uhr (Radl-Schnitzeljagd durch ganz Altötting)

- Standkonzert: 27. Mai ab 12.30 Uhr (Kapellplatz)

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