Tierquälerei im "Circus Voyage"?

Altötting - PETA klagt an: Der "Circus Voyage" quält seine Tiere! Jetzt nimmt sich das Landratsamt der Sache an, denn der Zirkus gastiert in Altötting.

Schwere Vorwürfe erhebt die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. gegen den „Circus Voyage“, der von Freitag, 7. September, bis Sonntag, 9. September, in Altötting gastiert. Die Rede ist von "Elefanten, die todkrank durch Deutschland gekarrt werden" und von einem "Flusspferd, das sein trostloses Leben in einem winzigen Wasser-Container verbringen muss". Erst im Januar 2012 sei die Elefantendame Mausi nach jahrelanger, schmerzhafter Krankheit auf einem zehnstündigen Tiertransport qualvoll gestorben, so PETA.

Auch das Altöttinger Veterinäramt wurde bereits über die Vorwürfe gegenüber dem Zirkus informiert. "Sie sind uns bekannt, deshalb wird es auch vor Beginn der Vorstellungen eine Kontrolle geben", erklärte der Leiter des Veterinäramts, Michael Beck. Über die rechtlichen Umstände sagte Beck, dass sich der Zirkus ganz normal beim Veterinäramt gemeldet habe. Außerdem liege vom Bayerischen Ministerium für Umwelt und Gesundheit kein Verbot des "Circus Voyage" vor.

Von der Altöttinger Stadtverwaltung fordert PETA wegen der angeblichen Tierquälerei ein kommunales Wildtierverbot in Zirkussen. Ein solches Verbot wurde zum Beispiel bereits in den Städten Heidelberg, Bonn und Worms eingeführt. Auf Nachfrage von innsalzach24.de beim Altöttinger Ordnungsamt verwies der Amtsleiter Rainer Steinbrecher, aber auf die bestehende Erlaubnis zur Zurschaustellung von Tieren. Die Erlaubnis wird dort ausgestellt, wo der Zirkus mit Wohnsitz gemeldet ist. Das ist der Landkreis Nordsachsen. "Wir vergeben hier nur den Platz", erklärt der Ordnungsamtsleiter. Der Pachtvertrag mit dem Zirkus sei rechtsgültig.

Auf Anfrage von innsalzach24.de, wies die Sprecherin des „Circus Voyage“, Bettina Richter, die Vorwürfe wegen Tierquälerei zurück. Sie teilte mit, dass seit Jahren eine Hetzkampagne bestehe. „Zirkusse sind eine Minderheit in der Bevölkerung. Das fahrende Volk wurde deshalb schon einmal verfolgt und jetzt verdient PETA damit auch noch Geld“, klagte Richter. Wer sich außerdem selbst ein Bild von den Lebensumständen der Tiere im „Circus Voyage“ machen möchte, könne sich eine tägliche Tiershow ansehen. „Wir haben nichts zu verbergen. Dort sind die Tiere außerhalb der inszenierten Shows in ihrem ganz normalen Umfeld zu sehen“, untermauerte Richter ihre Aussagen. Letztlich sei sie es leid, den Zirkus jedes Mal, in jedem Ort verteidigen zu müssen.

kmr

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Region Alt-/Neuötting

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser