Pläne für neuen Verwaltungsbau des BRK-Kreisverbandes

Stadt Altötting stellt 260.000 Euro für die Sicherung eines Kanalrohres zurück

Der geplante Neubau eines Verwaltungsgebäudes des Bayerischen Roten Kreuz (BRK) Kreisverbandes in Altötting, samt einer Tiefgarage für 60 bis 80 Plätze, beschäftigte den Altöttinger Stadtrat auf seiner Novembersitzung
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Der geplante Neubau eines Verwaltungsgebäudes des Bayerischen Roten Kreuz (BRK) Kreisverbandes in Altötting, samt einer Tiefgarage für 60 bis 80 Plätze, beschäftigte den Altöttinger Stadtrat auf seiner Novembersitzung.

Altötting - Der geplante Neubau eines Verwaltungsgebäudes des Bayerischen Roten Kreuz (BRK) Kreisverbandes in Altötting, samt einer Tiefgarage für 60 bis 80 Plätze, beschäftigte den Altöttinger Stadtrat auf seiner Novembersitzung.

„Bisher existieren aber keine konkreten Pläne“, schränkte Pressesprecher Manfred Barth vom BRK auf Nachfrage von innsalzach24.de ein. Dennoch ist der BRK-Kreisverband, der inzwischen einer der größten Arbeitgeber des Landkreises ist, bei seinen Vorplanungen auf einen Hauptsammler der städtischen Entwässerung gestoßen, der dem Grundstücksbesitzer bisher unbekannt war: ein Eintrag ins Grundbuch des damals dem Landkreis gehörenden Grundstücks ist beim Bau im Jahr 1984 nicht erfolgt.


Da mit dem Landkreis nicht einmal ein Gestattungsvertrag ausgehandelt worden war, muss die Stadt Altötting nun gegebenenfalls die Sicherung der wichtigen Rohrleitung bezahlen. Diese seien laut

Tiefbauamtsleiter Richard Wiesinger mit 260.000 Euro zu beziffern. Wegen seiner Befangenheit als Kreisvorsitzender des BRK, gab Bürgermeister Herbert Hofauer(FW) die Sitzungsleitung vorübergehend an seinen Stellvertreter Wolfgang Sellner(CSU) ab.


Anfang der 1980er Jahre gab es in Altötting umfangreiche infrastrukturelle Maßnahmen. Nach dem Bau des neuen Kreiskrankenhauses wurde ein Flügel des alten Krankenhausgebäudes abgerissen und an dieser Stelle die Pater-Joseph-Anton Straße errichtet, die heute den „Inneren Ring“ bildet. Der südlich der neuen Straße gelegene Teil des alten Krankenhauses wurde als Seniorenheim weiter betrieben.

Nochmals südlich davon verlegte man 1984 im Pressverfahren den „Hauptsammler“ für Abwässer aus dem Altöttinger Westen. „Er verläuft etwa vom Parkplatz an der Raitenharter Straße unter dem ehemaligen Schwesternwohnheim in Richtung des Busbahnhofs“, erklärt Tiefbauamtsleiter Richard Wiesinger auf Nachfrage von innsalzach24. Eine Verlegung des Hauptrohres unter der Pater-Joseph-Anton-Straße sei damals wegen anderer Leitungen nicht möglich gewesen, hieß es auf der Sitzung. Ebensowenig wirschaftlich sei damals eine Verlegung „im offenen Verfahren“ gewesen, wie sie sieben Meter unter der nördlich gelegenen Dr.-Hiemer-Straße angedacht war.

Weil aber die Eintragung einer dauerhaften derartigen Nutzung des Grundstücks in das Grundbuch seinerzeit nicht erfolgte, müsse die Stadt die Kosten für die Sicherung der Kanalleitung nun selbst tragen, führte Stadtkämmerin Hannelore Wendt aus.

Andernfalls hätte das BRK selbst dafür Sorge tragen müssen, dass auf den Hauptsammler durch den geplanten Neubau keine direkten Lasten einwirken können. CSU-Bürgermeisterkandidat Stephan Antwerpen meinte, dass man „das nun so schlucken“ müsse, schließlich sei eine andere Lösung im Jahr 1984 nicht finanzierbar gewesen. Die Stadträte Dingl und Heuwieser(beide FW) wollten hingegen genauer wissen, weshalb das nicht schon vor über 30 Jahren besser gelöst wurde.

Bürgermeister Herbert Hofauer, der seinerzeit selbst im Landratsamt tätig war, begründete, dass eine „rechtliche Sicherung“ solcher Tiefbauten seinerzeit nicht üblich gewesen sei. Der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, Alfred Pollety wollte hingegen wissen, wie konkret die Kostenschätzung sei.

Diese käme nach Aussage der Stadtverwaltung einem Kostenvoranschlag gleich, weshalb der Stadtrat einstimmig dafür stimmte, die Summe von 260.000 Euro in den kommenden Jahren im Haushalt zurückzustellen, damit der Bauträger die Summe nach Bauabschluss einfordern kann.

pbj

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