Am Samstagnachmittag in Altötting

"Sozialer Treffpunkt statt Brennpunkt": Kreisstadt feiert ihren Bahnhof

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100 Liter Freibier gabs zur Feier der abgeschlossenen Runderneuerung des Altöttinger Bahnhofes. Der Ehrengast Dr. Florian Herrmann (MdL/Staatsminister) hatte die Ehre, anzuzapfen. 
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Stadt Altötting – Vor 123 Jahren war der Bahnhof der Kreisstadt in Betrieb genommen worden. Eine lange Zeit, weswegen die Stadt Altötting für den Samstagnachmittag zur Feier auf den Vorplatz geladen hatte. Geladener Hauptredner Dr. Florian Herrmann, Mitglied des Landtags, Leiter der Staatskanzlei wie auch Staatsminister fand in seinen Grußworten eine ganz besondere Beschreibung für das „Tor der Stadt“.

Das Wetter hätte wirklich besser sein können, denn schließlich gab es was zu feiern: Die Revitalisierung des Altöttinger Bahnhofs sollte gefeiert werden. Das muss wohl der „Segen von oben“ gewesen sein. Aufgrund der Voraussicht seitens der Stadt hatte man mit einem Zelt auf dem Bahnhofsvorplatz vorgesorgt. Schließlich waren alle Interessierten recht herzlich eingeladen, dabei zu sein, wenn die Kreisstadt den formellen Festakt vollzieht. Der Erste Bürgermeister Herbert Hofauer (Freie Wähler), Dr. Florian Herrmann (MdL/Leiter der Staatskanzlei/Staatsminister CSU), Stephan Mayer (MdB/parlamentarischen Staatssekretär/ CSU) und Landrat Erwin Schneider (CSU) sprachen ihre Grußworte.

Fotos von den Vorbereitungen zum großen Bahnhofsfest:

Kreisstadt feiert runderneuerten Bahnhof: Vorbereitungen zum Festakt

„Wir sind stolz auf dieses Schmuckstück“ (Herbert Hofauer)

Lesen Sie auch: Der Startschuss für die Revitalisierung des Altöttinger Bahnhofes war Ende 2017 gefallen.

Der Erste Bürgermeister der Kreisstadt bedankte sich zunächst bei den vielen Förderstellen, welche den runderneuerten Bahnhof in Altötting erst möglich gemacht hätten. Das Ergebnis könne sich sehen lassen und dass das Bahnhofsfest gerade mit dem „Tag der Städtebauförderung“ zusammenfällt, zeige die Große Dankbarkeit der Kreisstadt dafür. „Wir sind stolz auf dieses Schmuckstück.

Auch Christoph Kraller, Chef der Südostbayern (SOB) freut sich über die Renovierung des Altöttinger Bahnhofes. Die SOB hat rund 55.000 Euro beigesteuert.

Kostenpunkt: rund 3,1 Millionen

Der wohl teuerste Teil sind die Arbeiten am Bahhofsgebäude und seiner Fassade selbst. Dazu ist es barrierefrei, die Reisagentur ist modern und freundlich, gegenüber gibt es ein Cafe (im Sommer auch draußen), dazu kommt eine Fahrradstation mit Werkzeug zum Selbermachen, die Toiletten wurden renoviert und sind nun barrierfrei zu erreichen, Tillyverein und KSK haben im Gebäude neue Vereinsräume bekommen: das alles nicht ohne Videoüberwachung in den öffentlichen Räumen. Weiter gibt es vier Wohnungen für anerkannte Asylbewerber.

Die öffentlichen Räume im neuen alten Bahnhof in Altötting sind videoüberwacht.

Der berühmteste Fahrgast

Im Anschluss gab das Altöttinger Stadtoberhaupt einen geschichtlichen Abriss über die Geschichte des „Tors zur Welt“ der Kreisstadt und dessen Bedeutung insbesondere für die Wallfahrt. So habe bereits in den Jahren 1906/07 bereits die erste Erweiterung stattgefunden, also nur rund zehn Jahre nach Errichtung (Eröffnung war 1896). Hofauer erinnerte auch an den prominentesten Fahrgast, der in Altötting jemals zugestiegen ist. Es ist niemand geringerer als der damalige Papst Johannes Paul II. Er fuhr nach seinem Altötting-Besuch mit dem Zug nach München.

„Bahnhöfe sind magische Orte“ (Dr. Florian Herrmann)

Ein Bahnhof verbinde An- und Abreise, so Dr. Florian Herrmann, MdL, Leiter der Staatskanzlei sowie Staatsminister im Rahmen seiner Grußworte: soweit, so klar. Er berichtete von seinen Besuchen von großen Bahnhöfen wie „Central Station“ New York (USA), dem Bahnhof von Philadephia (USA) und dem in Berlin. „Bahnhöfe sind magische Orte.“ Auf die Größe käme es in punkto Magie nicht an. Altötting sei insbesondere wegen seiner Bedeutung als weltweit bekannte Wallfahrtsstadt von besonderer Bedeutung und damit auch der Bahnhof der Kreisstadt.

Renovierung abgeschlossen: Fotos vom Festakt am neuen alten Bahnhof (1)

Wenn ein Bahnhof in einem schlechten Zustand ist (…), dann wird das ein finsterer Ort“, erklärte Herrmann. Der Bahnhof einer Stadt müsse Visitenkarte sein, so der Staatsminister: „Sozialer Treffpunkt statt Brennpunkt“. Räume für Begegnung müsse so ein Visitenkarten-Bahnhof bieten, die Menschen sollen sich dort wohl fühlen. Dies sei mit dem rundum erneuerten Bahnhof in der Kreis- und Wallfahrtsstadt bestens gelungen und das trotz der denkmalschutzrechtlichen Auflagen. Die Städtebauförderung habe keinen Zweifel gehabt an diesem Hochbau-Vorhaben.

MdL Dr. Florian Herrmann und Herbert Hofauer enthüllen die Gedenktafel am revitalisierten Bahnhof in Altötting. Mit dabei MdB Stephan Mayer, MdL Dr. Martin Huber, Bezirkstagsabgeordnete Gisela Kriegl und Landrat Erwin Schneider

„Bahnhöfe spielen eine zentrale Rolle“ (Stephan Mayer)

Den Bahnhof zu renovieren sei eine mutige und wegweisende Entscheidung gewesen, so MdB und parlamentarischer Staatssekretär Stephan Mayer in seinem Grußwort. Hier sei auf beispielhafte Weise Inklusion gelungen. Nicht nur, dass der Bahnhof barrierefrei zu erreichen ist, es gibt auch vier Wohnungen für anerkannte Asylbewerber. „Neue Wege entstehen, wenn man sie geht“, sagte Mayer.

Das Städtebauförderprogramm der Bundesregierung sei zentrales Instrument für solche Vorhaben. 790 Millionen Euro seien es jährlich, die dafür fließen. Jeder Euro sei gut angelegt. Man rechne mit einem Faktor sieben, den jeder Euro aus dem Förderprogramm in der jeweiligen Region generiert. Als Heimatabgeordneten freue es ihn immer besonders, wenn Geld in die Region fließt.

Renovierung abgeschlossen: Fotos vom Festakt am neuen alten Bahnhof (2)

„Verrotten lassen oder konservieren (…)“ (Erwin Schneider)

Landrat Erwin Schneider beglückwünschte die Kreisstadt zu ihrer Entscheidung aus 2005, das Bahnhofsgebäude von der Bahn zu erwerben und es runderneuert zu haben. Er verwies auf die Bedeutungsverlauf im Zusammenhang mit der Bahnhofstraße in den letzten Jahrzehnten. Mit der zunehmenden Motorisierung würden Bahnhof und Bahnhofstraße an ursprünglicher Bedeutung verlieren, eingekauft nur noch am Stadtratrand werden. Altötting stehe mit dieser Entwicklung nicht alleine da. Man könne Bahnhof und –straße verrotten lassen oder konservieren oder – und das freue ihn sehr für die Kreisstadt - „Man kann auch neue Wege gehen.

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