Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Verhandlung am Amtsgericht Altötting

Töginger (44) wegen tausender Kinderpornos verurteilt: „Bin da irgendwie rein gerutscht“

99 Stunden Videomaterial und tausende Fotos kinder- und jugendpornographischer Inhalte waren im Besitz eines Tögingers. Dafür wurde der 44-jährige Mann nun vom Amtsgericht Altötting zu einer Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt.  

Altötting/Töging - „Ich bin da irgendwie rein gerutscht. Ich war neugierig“, äußerte sich der Angeklagte am Mittwoch, 3. März, zu Beginn der Verhandlung am Amtsgericht Altötting. Er selbst sei im Alter zwischen sechs und zehn Jahren vom Freund der Nachbarin missbraucht worden. Ihm ginge es dabei mehr um eine Art Selbstjustiz. Er habe alle Seiten gemeldet, auf denen er Zugriff auf Kinder- und Jugendpornos hatte. Für den Besitz von rund 8.000 Dateien wurde der Töginger nun zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt – ohne Bewährung.

Verhandlung am Amtsgericht Altötting wegen tausender Kinderpornos - Angeklagter: „Das ist krank“

Für sein Motiv hätte er die Inhalte herunterladen müssen, um zu kontrollieren, ob es sich wirklich um verbotene Inhalte handle. Die Videos hätte er sich nicht komplett angeschaut, denn sexuell habe es ihn nicht erregt. „Das ist krank. Ich hätte aber alles wieder löschen müssen“, so der 44-Jährige. Stattdessen ordnete er ein Großteil dieser Inhalte auf seiner Festplatte. Hochgeladen habe er solche Inhalte aber nie.

Seit Februar 2018 bis zur Wohnungsdurchsuchung 16 Monate später war er dafür im Darknet aktiv. Besonders dieser lange Zeitraum und die ordentliche Speicherung der Daten sorgte aber bei der Staatsanwältin Stephanie Windhorst und dem Richter Thomas Wüst für Zweifel am Motiv des 44-Jährigen. Die Bilder könne man laut Staatsanwaltschaft auch nicht leugnen, der Grund dafür sei aber fraglich.

Zweiter Anklagepunkt: Sechsjähriges Kind geschlagen

Einigkeit herrschte dagegen beim zweiten Anklagepunkt. Der Töginger habe im September 2019 den sechsjährigen Sohn seiner Lebensgefährtin einen Schlag auf den Hintern und eine Ohrfeige verpasst, nach der das Kind mit dem Kopf gegen eine Sitzbank stieß. „Ich war in der Situation überfordert und mir ist die Hand ausgerutscht“, zeigte sich der Angeklagte reuig.

Dass das Kind Wutausbrüche habe, würde laut Richter Wüst erklären, wie es dazu kam, aber die Tat natürlich nicht rechtfertigen. „Das geht gar nicht. Die Verletzungen zeigen auch, dass der Angeklagte gut hingelangt hat“, so Wüst. Positiv sei dagegen, dass es sich dabei wohl um ein Einzelfall gehandelt habe und das Kind dem Angeklagten vergeben hat.

Dass die Gesamtstrafe nicht auf Bewährung ausgesetzt wurde, lag auch an den zehn Vorstrafen des 44-Jährigen. Zwar wären das andere Delikte, aber die Tatzeit erstrecke sich über eine noch nicht abgelaufene Bewährung. An eine dauerhafte straffreie Zeit glaube der Richter derzeit nicht. „Durchschnittlich hat der Angeklagte rund 500 Dateien im Monat heruntergeladen. Ich glaube nicht, dass jede gemeldet wurde. Zudem zeigt seine Herangehensweise im Darknet von einer gewissen kriminellen Energie“, so Wüst in seiner Begründung.

jz

Rubriklistenbild: © jz

Kommentare