Pfarrkirchen bekommt eine Außenstelle der TH Deggendorf

Studium: Welche Kooperationen sind möglich?

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Einige Studienmöglichkeiten gibt es in der Region bereits. Welche Kooperationen sind darüber hinaus denkbar?
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Mühldorf/Altötting - Mit welchen Kooperationen kann das Studienangebot in der Region verbreitert werden? Der Landkreis Mühldorf möchte sich auf die FH Rosenheim konzentrieren.

Es war eine hervorragende Nachricht für den Landkreis Rottal-Inn, die in der Region geteilte Reaktionen auslöste: In der Kreisstadt Pfarrkirchen soll eine Außenstelle der TH Deggendorf entstehen. Während das Landratsamt Altötting angesichts bereits geschmiedeter Kooperationen mit der FH Rosenheim und der TU München den Landkreis gut aufgestellt sieht, sprach der Landtagsabgeordnete Günther Knoblauch davon, dass die Inn-Salzach-Region übergangen worden sei.

Berücksichtigung Altöttings wäre "recht und billig"

Kreisrat Franz Kammhuber (SPD)

Auch dem Altöttinger Kreisrat und Landratskandidaten Franz Kammhuber (SPD) stößt die Entscheidung pro Pfarrkirchen sauer auf. "Obwohl hochrangige Persönlichkeiten aus der Industrie unseren Abgeordneten und dem Landrat den Rücken in Richtung Staatsregierung stärkten, ging das Chemiedreieck bisher leer aus", so Kammhuber in einer Stellungnahme. "Angesichts der Jahr um Jahr aus der Region nach München fließenden Steuergelder wäre es recht und billig, dass auch wir bei dieser Bildungs-Infrastruktur berücksichtigt werden."

Der Kreisrat sieht die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Altötting in Gefahr. "Wie sollen die Firmen und Arbeitnehmer Vertrauen in die Entwicklung unserer Region haben, wenn für die Hochschullandschaft rundherum aufgebaut wird, der Landkreis Altötting aber Brachland bleibt?", fragt Kammhuber.

Kooperation mit etabliertem Forschungsinstitut?

Konkret schweben dem Kreisrat drei Alternativen zur Schaffung weiterer Studienmöglichkeiten im Landkreis vor: Eine Außenstelle der TH Deggendorf mit den Studienrichtungen Chemie, Verfahrenstechnik oder Wirtschaftsingenieur, eine Kooperation mit der Nachbarregion in Österreich, weil man dort ebenso an dem "weißen Fleck der Hochschullandschaft" leide, oder eine Forschungseinrichtung der Materialforschung eines etablierten Forschungsinstituts in Zusammenarbeit mit der örtlichen Industrie. Exemplarisch nennt Kammhuber hierbei das Fraunhofer-Institut, die Helmholtz Gesellschaft und die TU München.

Mühldorf: "Weitere Studiengänge implementieren"

Das Landratsamt Mühldorf indes hat die Nachricht aus dem Landkreis Rottal-Inn gelassen aufgenommen. Wie die Behörde auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, wolle man sich weiter auf die Kooperation mit der Hochschule Rosenheim konzentrieren. "Zusammen mit der Hochschule Rosenheim gibt es bereits Planungen für den Landkreis Mühldorf a. Inn, weitere Studiengänge zu implementieren, wie beispielsweise Betriebswirtschaft, Elementarpädagogik und Wirtschaftsingenieurwesen", heißt es seitens des Landratsamts.

Die Kooperation der TH Deggendorf mit Pfarrkirchen sieht das Mühldorfer Landratsamt sogar positiv. "Die geplanten Studiengänge der Europahochschule in Pfarrkirchen ergeben gemeinsam mit den Vorhaben des Landkreises Mühldorf a. Inn ein breit gefächertes Bildungsangebot für junge Menschen."

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