Bis zu 2000 Studenten in Pfarrkirchen

Rückschlag fürs Studium in der Region?

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Wer kooperiert mit wem, wenn's ums Studium geht? Pfarrkirchen kann sich über eine Außenstelle der TH Deggendorf freuen.
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Landkreis - Diese Nachricht kam völlig überraschend: Pfarrkirchen bekommt eine Außenstelle der TH Deggendorf. Was wird nun aus möglichen Studienangeboten in der Region?

Für den Landkreis Rottal-Inn ist es eine frohe Botschaft, in der Inn-Salzach-Region wirft es aber Fragen auf. Wie Ministerpräsident Horst Seehofer am Wochenende in Simbach völlig überraschend verkündete, soll in Pfarrkirchen eine Außenstelle der TH Deggendorf entstehen. Medienberichten zufolge kann die rund 12.000 Einwohner große Kreisstadt mit bis zu 2000 Studenten rechnen. An der "Europa Hochschule Rottal", wie die Außenstelle heißen wird, soll ausschließlich in englischer Sprache gelehrt werden. Pfarrkirchens Bürgermeister Georg Riedl sagte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, die Hochschule könne in spätestens fünf Jahren ihre Arbeit aufnehmen.

Knoblauch: Inn-Salzach-Region wurde übergangen

Auch in den Landkreisen Mühldorf und Altötting sind Kooperationen mit Hochschulen und Universitäten eine attraktive Möglichkeit, Studienangebote vor Ort zu schaffen - und damit talentierte junge Menschen besser an die Region zu binden. Für den Landtagsabgeordneten Günther Knoblauch (SPD) wurde die Region mit der Hochschul-Ansiedlung in Pfarrkirchen schlicht übergangen.

"Seit Jahren bemühen wir uns um eine Fachhochschule hier im Chemiedreieck. Wir brauchen dringend eine solche Ausbildungsstätte, um jungen Leuten bereits während des Studiums zu zeigen, wie viel Lebensqualität der ländliche Raum bietet", so Knoblauch in einer Stellungnahme. Der Landtagsabgeordnete ist überzeugt davon, dass die Landkreise Mühldorf und Altötting ebenfalls eine Fachhochschule brauchen. "Nur so sind wir für Fachkräfte aus Industrie und Handwerk konkurrenzfähig."

"Sind über das Stadium der Planungen hinaus"

Das Landratsamt Altötting zeigte sich auf Anfrage unserer Redaktion allerdings gelassen ob der Entwicklung in Pfarrkirchen. Die Behörde verwies vor allem auf die umfangreichen Angebote, die bereits geschaffen werden könnten. So ist an der FOS/BOS Altötting zu Beginn des Schuljahres in Kooperation mit der Hochschule Rosenheim ein MINT-Grundstudium angelaufen. Dabei werden erste grundlegende Studieninhalte in Altötting vermittelt, um den Übergang zum Studium in Rosenheim zu erleichtern.

Zudem entsteht in Burghausen das Study & Residence Center Raitenhaslach, ein Akademiestandort der TU München. "Der Landkreis Altötting sowie die Landkreise Mühldorf und Traunstein, die ebenfalls mit der Hochschule Rosenheim kooperieren, sind anders als der Landkreis Rottal/Inn somit bereits weit über das Stadium der Planungen hinaus", so das Landratsamt.

Mit wem kann der Landkreis Mühldorf kooperieren?

Im Landkreis Mühldorf können Studieninteressierte dank einer Kooperation zwischen Unternehmen aus der Region, der Hochschule Rosenheim und dem Landkreis berufsbegleitend Maschinenbau studieren. Läuft alles nach Plan, haben die Studenten bereits nach acht Semestern ihren Bachelor in der Tasche. Weitere Angebote sind denkbar, bei der Präsentation des Studiengangs Maschinenbau verkündete Professor Heinrich Köster, Präsident der Hochschule Rosenheim, man habe "einiges in der Pipeline".

Langfristig, erklärte Mühldorfs Landrat Georg Huber damals, soll im Landkreis Mühldorf ein Netzwerk mit zwei oder drei Hochschulen entstehen. Konkreter war der Landrat zwar nicht geworden, bei anderer Gelegenheit erwähnte Huber aber auch die TH Deggendorf als möglichen Kooperationspartner - neben der Hochschule Landshut und der Universität Passau.

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