Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Altötting

18 Fragen an Marcel Seehuber (Die Liste)

+
Will in Altötting Bürgermeister werden: Marcel Seehuber (Die Liste).

Altötting - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Altötting wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Marcel Seehuber (Die Liste).

Homepage/Social-Media-Kanäle:


Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Marcel Seehuber


2. Partei

Die Liste

3. Alter

43

4. Wohnort

Altötting

5. Geburtsort

München

6. Familienstand

aktiv

7. Kinder

soweit ich weiß: keine.

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

Sehr steil.

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Jón Gnarr, Averell Dalton, Jello Biafra

10. a) Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune?

Ich bin in Altötting aufgewachsen und als Kosmopolit vom Land immer mit einem Bein hier gewesen. Seit Gründung (2007) des Altöttinger Mieter Konvent e.V. und Kauf (2009) der Häuser in der Konventstraße habe ich meinen Lebensmittelpunkt wieder in Altötting. Meine Familie, das soziale Umfeld, Leben und Gestalten verbindet mich auf eine sehr angenehme Art mit Altötting und der Region.

10. b) Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Der Landkreis war immer etwas ab vom Schuss. Ein bisschen so wie das Auenland im „Herrn der Ringe“. Das habe ich sehr geschätzt und immer als etwas Besonderes empfunden. Eigene Region, eigene Leute, eigene subkulturelle Szene. Leider befürchte ich, dass sich mit der Anbindung der A94 und der damit verbundenen Ausweitung der Metropolregion München einiges zum Schlechteren ändern wird (steigende Mieten, hässliche Frachtzentren, mehr Verkehr, um nur ein paar Stichpunkte zu nennen). Ansonsten: Besonders sind die liebenswerten – teils schrägen Menschen, der Kapellplatz, der Altöttinger Mieter Konvent (das zweite Mietshäuser Syndikat Projekt in Bayern), das SauRiassl Syndikat, das Plattenzimmer, die Fanfront des TVA, da Ruasse (örtliche Kneipe). Die Alz, der Forst, das Silo und einige Seen in guter Radlreichweite. (Außerdem ist Burghausen nicht weit und das hat meine Jugend hier aufgrund des dortigen subkulturellen Jugendangebots in der Gegend sehr erträglich gemacht)

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Ich bin jemand, der außergewöhnliche Projekte anpackt und sich etwas traut. Gute Ideen gepaart mit einem pragmatischen Ansatz, um Altötting zu einer attraktiveren Kleinstadt zu machen.

12. Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? Was wollen Sie besser machen?

Vernachlässigt wurden: die Quartiers- und Stadtentwicklung, der kommunale Wohnungsbau, der Rad- und Fußverkehr, ein schlüssiges Verkehrskonzept, der ÖPNV, die Jugend zwischen 15 und 25, Kleinkunst, kleine Kultur- und Freizeitangebote für die Menschen vor Ort, die der globalen Erderwärmung geschuldeten Aufgaben...

In meinem Fokus steht das Leben der Menschen in Altötting und die Frage, wie ein angenehmes, interessantes, gerechtes und nachhaltiges Leben hier aussehen könnte.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Guten und günstigen Wohnraum schaffen, jenseits von Einfamilienhausneubaugebieten. Das wurde komplett verschlafen. Notwendig ist eine Quartiersentwicklung, die Förderung von genossenschaftlichem Wohnraum und kommunaler Wohnungsbau. Außerdem müssen wir bestehenden Leerstand beseitigen. Hier baue ich auf meine Erfahrung als Projektentwickler und Berater von Hausprojekten.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

  1. Die Mobilitätswende gestalten und gemeinsam mit Neuötting ein übergeordnetes, zukunftsfähiges Verkehrskonzept erstellen. Ein konkretes Projekt in diesem Bereich ist die Bockerlbahn 2.0 (E-Mobilität-Pilotprojekt des öffentlichen Nahverkehrs), die ich auf die Straße bringen möchte.
  2. Den Schuldenberg der Stadt abzubauen. Das heißt unter anderem das Nutzungskonzept des Kultur + Kongress Forums zu überdenken. Ein lebens- und liebenswertes Altötting braucht kein großes Budget, sondern die Ideen und das Engagement der Menschen, die in Altötting leben.
  3. Ein klimaneutrales Altötting bis 2035. Das bedeutet, sich den Ressourcen- und Energieverbrauch der Stadt genau anzusehen und schlüssige Konzepte zu entwickeln. Hier ist vor allem auch eine Zusammenarbeit mit den Wohnungseigentümern und der Industrie gefragt.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Siehe 13

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Extrem wichtig. Es hat absolute Priorität, die Lebensgrundlagen für uns, alle nachfolgenden Generationen und vor allem auch alle anderen Spezies (die haben ja mit unserer Lebensweise nichts zu tun und werden von uns mit in den Schlamassel gezogen) zu erhalten. Auf der einen Seite heißt Energie- und Ressourcensparen auch Kosten zu sparen. Das ist positiv für alle. Auf der anderen Seite bedeutet das auch einiges an Investitionen, womit uns die Arbeit erstmal nicht ausgehen wird. ;-)

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Wir brauchen neue Ansätze für die Landwirtschaft. Die regionale Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln ist ein wichtiger Baustein im Kampf gegen die globale Erderwärmung. Hier braucht es neue Ansätze wie Erzeuger-Genossenschaften und regionale Verteilungsnetzwerke. Auch genossenschaftlich organisierte Projekte wie das Kartoffelkombinat aus München oder solidarische Landwirtschaften sind zukunftsweisend. Den Landwirten müssen Perspektiven geboten werden, um den derzeitigen Zwängen des Marktes ein Schnippchen schlagen zu können. Hier möchte ich gemeinsam neue Wege gehen.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Freizeit und Leben müssen hier vor Ort stattfinden. Egal ob ein kleines Kino, eine Sauna oder die bürgernahe Gestaltung des geplanten Öttinger Badesees (in einer der heutigen Kiesgruben). Ich möchte gemeinsam gestalten statt verwalten, denn: Altötting muss geiler werden!

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

Kommentare