Stadtratsmitglied schlägt Angebot von Bier im Jugendtreff vor

Jugendarbeit in Altötting im Corona-Jahr: „Kinder hatten großen Redebedarf“

Auch die Jugendarbeit litt unter den Folgen der Corona-Pandemie. Im Jugendtreff von Altötting und Neuötting mussten viele Termine abgesagt werden.
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Auch die Jugendarbeit litt unter den Folgen der Corona-Pandemie. Im Jugendtreff von Altötting und Neuötting mussten viele Termine abgesagt werden.

Der Jugendpfleger, Dieter Prenninger-Hackl, berichtete dem Altöttinger Stadtrat in der Sitzung am 14. April über die Arbeit der Alt-Neuöttinger Jugendarbeit (ANJAR). Um in Zukunft wieder ältere Jugendliche zu erreichen, diskutierte das Gremium auch um eine Aufhebung des Alkoholverbotes im Jugendtreff.  

Altötting - Viele der geplanten Veranstaltungen der ANJAR mussten aufgrund von Corona im Jahr 2020 ausfallen. „Die offene Jugendarbeit ist von der Regierung besonders beim zweiten Lockdown ein wenig stiefmütterlich behandelt worden“, so Prenninger-Hackl. Im Oktober und November wurden daher Gruppen von je zehn Teilnehmern eingerichtet. Andere Gruppen der Schulen durften in dieser Zeit den Jugendtreff nicht besuchen. Die Besucherzahlen der Jugendlichen im Alter zwischen neun und 16 Jahren lagen zwischen 30 und 125 Besuchern pro Woche.

Jugendarbeit in Altötting in Zeiten von Corona

Im Dezember fanden zudem Online-Nähkurse und ein Online-Wettbewerb (Iglu- oder Schneeskulpturenbau) statt. Während des ersten Lockdowns wurde der Jugendtreff komplett geschlossen und die Mitarbeiter freigestellt. Trotzdem wurde der Kontakt via Whatsapp, Telefon oder Skype zu den Jugendlichen gehalten. Erst im Mai 2020 konnte es unter Einhaltung von Hygieneregeln wieder öffnen. „Der Redebedarf bei den Kindern war sehr groß. Es kam oft vor, dass sie drei Stunden da waren und sie davon zwei Stunden mit uns gesprochen haben“, berichtet der Jugendpfleger.

Doch auch mobile Jugendarbeit wird von Prenninger-Hackl praktiziert. Er sucht dabei regelmäßig den Kontakt mit den Kindern, beispielsweise an der Realschule, an Tiefgaragen oder am Skaterplatz. Bei letzterem war der Jugendpfleger schon einige Mal mit Besen vor Ort, um die Scherben zu beseitigen. Der Skaterplatz diene laut Prenninger-Hackl auch als Treffpunkt. Um den Platz wiederzubeleben, könnte man den Platz mit den Jugendlichen neu gestalten – auch um eine Bindung herzustellen.

Jugendliche wünschen sich Pump-and-Jump-Track

Wie die Jugendlichen ihm auch selbst mitgeteilt hätten, sei ein großer Wunsch ein „Pump-and-Jump-Track“ - eine Strecke für Dirtbikes - aus Erde. Den könnten sie selbst verändern und ausbauen. Der Aufwand hierfür würde sich in Grenzen halten und die Wellen könnten sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene gestaltet werden. Bürgermeister Stephan Antwerpen könne sich so etwas prinzipiell vorstellen. Großes Problem spiele hier aber die Haftung.

David Pietzka (Die Liste), seit gut einem Jahr Mitglied im Stadtrat, zeigte sich über das Angebot der ANJAR erstaunt. Da er selbst nicht viel davon mitbekommen habe, erkundigte er sich, ob dies auch publik gemacht wird. Da ANJAR allerdings regelmäßig in Schulen zu Gast ist, sei dieses Angebot laut dem Jugendpfleger in der Zielgruppe durchaus bekannt.

Alkohol im Jugendtreff?

Lediglich die Abgrenzung der älteren Jugendlichen kritisierte Pietzka. Um auch Jugendliche über 16 Jahre anzusprechen, warf Pietzka die Idee in den Raum, wieder Alkohol im Jugendtreff anzubieten. Dabei gehe es ihm nicht um harte Sachen, sondern um ein gemütliches Bier, das etwa mit Marken dosiert werden könnte. Damit würde man eine größere Zielgruppe erreichen.

Der Jugendpfleger selbst könne sich dies vorstellen, wenn das vom ehemaligen Stadtoberhaupt Herbert Hofauer ausgesprochene Alkoholverbot aufgehoben wird. Dieses wurde nach einem Vorfall ausgesprochen. Auch Antwerpen signalisierte, dass man darüber sprechen könnte.

jz

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