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„Hotel zur Post“ in Altötting eröffnet am 1. September - Gebürtiger Kraiburger Hoteldirektor

„Als die monatelange Planung zum ersten Mal Realität wurde, da hatte ich schon Tränen in den Augen“

Peter Heimerdinger, Hoteldirektor und Geschäftsführer des „Hotel zur Post“ in Altötting. Der gebürtige Kraiburger hat sich im Gastro-Bereich zum Hoteldirektor hochgearbeitet. „Egal ob Service-Kellner, Rezeption oder Controlling. Ich habe als Tellerwäscher angefangen und auch schon als Room-Boy gearbeitet“, betont er.
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Peter Heimerdinger, Hoteldirektor und Geschäftsführer des „Hotel zur Post“ in Altötting. Der gebürtige Kraiburger hat sich im Gastro-Bereich zum Hoteldirektor hochgearbeitet. „Egal ob Service-Kellner, Rezeption oder Controlling. Ich habe als Tellerwäscher angefangen und auch schon als Room-Boy gearbeitet“, betont er.
  • Heinz Seutter
    VonHeinz Seutter
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Am Mittwoch, den 1. September ist es soweit: Das „Hotel zur Post“ in Altötting öffnet wieder seine Pforten. innsalzach24.de hat vor der Eröffnung mit Hoteldirektor und Geschäftsführer Peter Heimerdinger gesprochen. Der gebürtige Kraiburger berichtet im Interview davon, was künftig geboten wird und wie die Umbauarbeiten liefen.

Altötting/Kraiburg am Inn - „Als die ersten Möbel kamen und die monatelange Planung damit zum ersten Mal Realität wurden, da hatte ich schon Tränen in den Augen“, gesteht Peter Heimerdinger, Hoteldirektor und Geschäftsführer des „Hotel zur Post“ in Altötting gegenüber innsalzach24.de. Es ist Montagnachmittag. Am Mittwoch soll das Hotel, aus aktuellem Anlass nur im kleinsten Rahmen und geschlossener Gesellschaft, feierlich eröffnet werden. Gäste sind noch keine da, trotzdem gleicht das Haus einem Taubenschlag. Überall legen Handwerker und Mitarbeiter des Betriebs noch einmal für den letzten Schliff Hand an. „Was hier auch zuletzt noch jeder dafür geleistet hat, damit am Mittwoch alles fertig sein wird, ist unglaublich“, betont Heimerdinger.

Am Montagnachmittag laufen noch letzte Arbeiten am „Hotel zur Post“ in Altötting.

Immer wieder vibriert während des Gesprächs mit dem, aus Kraiburg am Inn im Nachbarlandkreis Mühldorf stammenden, Heimerdinger dessen Telefon. Lieferanten, Mitarbeiter oder Handwerker schauen immer wieder vorbei, es müssen immer wieder viele kleine und große Entscheidungen getroffen werden. Heimerdinger schafft es dabei stets wieder von der Ablenkung rasch zurück ins Gespräch zu finden. „Nein, nervös bin ich nicht wegen der Eröffnung übermorgen. Das wird ja die Krönung der ganzen Arbeit der letzten Zeit!“

„Hotel zur Post“ nach Zwangsversteigerung mit neuem Eigentümer - Eröffnung am Mittwoch, 1. September

Das „Hotel zur Post“, prominent gelegen am Kapellplatz in Altötting kann auf eine 700-jährige Geschichte zurückblicken. Es gilt als einer der ältesten gastronomischen Betriebe Bayerns. Lange hatte es den Status der Hoftaverne und war Rast-Station für Postkutschen auf der Strecke zwischen München und Wien. Nach einem Brand folgte im Jahr 1646 ein Neubau, der 1685–1688 vom berühmten italienischen Baumeister Enrico Zuccalli im Stil des italienischen Barocks umgestaltet wurde. Seit 1830 trägt das Haus den Namen „Gasthof zur Post“ und war seit 1976 Eigentum der Familie Tandler. Gerold Tandler, damals Generalsekretär der CSU, zwischenzeitlich unter anderem Bayerischer Staatsminister der Finanzen im Kabinett Streibl hatte es erworben. Anfang Juni 2019 wurde dann bekannt, dass das Gebäude zwangsversteigert werden würde. Die Familie hatte zuvor 2007 den Gasthof „Scharnagl“ gekauft, womit eine finanzielle Durststrecke begann, die darin gipfelte, dass es Gerüchte und Spekulationen gab, dass der Ex-Finanzminister vor der Insolvenz stehe.

Gerold Tandler (Archivbild) erwarb das „Hotel zur Post“ 1976. 2019 wurde es dann zwangsversteigert.

Erworben wurde das Hotel schließlich für über vier Millionen Euro von der Vivaplan Unternehmensgruppe aus Regensburg. Die Firma kommt eigentlich aus der Altenpflege und hatten viele Heime im Eigenbestand. Diese wurden jedoch verkauft und das Unternehmen konzertiert sich nun auf Projektentwicklung. Das erste Hotel-Projekt, das sie gekauft und zu einem 4-Sterne Haus umgebaut hatte, war das Hotel Centrale in Waldkraiburg, das allerdings verpachtet wurde. „Im Fall des ‚Hotels zur Post‘ war es uns sehr wichtig, nicht einfach irgendein Hotel-Ketten-Konzept darüber zu stülpen, sondern umgekehrt aus dem, was das Gebäude und seine mehrhundertjährige Tradition bringt etwas zu machen“, betont Heimerdinger. Er war eigentlich für ein Projekt in Hamburg angedacht gewesen, doch nach der Zwangsversteigerung ging alles recht schnell. An seiner Seite stehen Gitta Weiss (Rezeption- und Houskeepingleitung), Karsten Müller (Gastronomischer Leiter) und Küchenchef Michael Daus.

Kompletter Innenbereich umgebaut und saniert

Der komplette Innenbereich wurde umgebaut und saniert. Nun gibt es 75 Zimmer, darunter vier Junior-Suiten, kleine und große Doppel- und Einzelzimmer und eine eigene Pilger-Zimmer-Linie. Weiterhin gibt es noch ein vollständig barrierefreies Doppelzimmer (36 Quadratmeter) und die „Deluxe Junior Suite“ (45-46 Quadratmeter). Das Hotel bietet neben einem Frühstücksraum auch noch als Besonderheit eine „Smoking Lounge“, eine moderne Variation des Rauchersalons früherer Tage. Hier fallen starke aber harmonische Kontraste der Farbgebung auf: Der Frühstücksraum ist hell und lichtdurchflutet gestaltet, die Lounge dagegen in dunkleren Tönen und mit schwerem Mobiliar gestaltet. „Das ist natürlich bewusst so, der Frühstücksraum soll einem gleich wie die Morgensonne entgegenstrahlen. Die Lounge dagegen soll ja ein Raum des bewussten Tabakgenusses sein.“

Neben dem Übernachtungsbetrieb gibt es noch ein mehrteiliges Gastro-Konzept. Dieses besteht aus dem „Restaurant Kapellplatz“ für bis 48 Gäste, dem „Restaurant Kaminzimmer“ für bis zu 32 Gäste, dem „Restaurant Wintergarten“ für bis zu 21 Gäste, dem „Poststüberl“, welches als Veranstaltungsraum für bis zu 47 Gäste gemietet werden kann und zuletzt dem „Zucalli - Café und Weinbar“. Letzteres ist eine Hommage an den Erbauer der „Post“ und Heimerdinger setzt sichtlich große Hoffnungen darauf: „Das wird der ‚Place to be‘, der Ort an dem Altötting, ob jung oder alt, abends ausgehen wollen wird, werden“, schwärmt er. Blickfang des Cafés ist ein aufwändiges Wandkunst-Projekt. „17 Künstler haben wir dafür engagiert, 12 haben Vorschläge eingereicht, wovon dann fünf in die engere Auswahl kamen. Am Ende fiel die Entscheidung auf das Werk eines heimischen Künstlers, ich freue mich schon darauf, wie es auf unsere Gäste dann wirken wird.“

Hoteldirektor voller Stolz auf Gesamtwerk

„Auf was sind Sie besonders stolz?“, auf diese Frage reagiert der Hoteldirektor, als habe man von einem liebenden Vater verlangt, sein liebstes Kind zu benennen: „Das ist ein Gesamtwerk! Vivaplan-Geschäftsführer Thomas Weidlich und ich haben die komplette Bemusterung übernommen, wir haben da keinen Innenarchitekt rangelassen“, lacht er. Entsprechend kann er auch mit sichtlicher Leidenschaft über jedes Detail des Hotels sprechen. „Wissen Sie, im letzten Moment haben wir noch die Kleiderhaken ausgetauscht!“, berichtet er etwa. „Irgendwas hatte mich die ganze Zeit gestört und dann wurde es mir plötzlich klar: Die passten einfach nicht, da musste noch in letzter Minute etwas anderes her. Aber es hat sich gelohnt.“

Er hat sich im Gastro-Bereich zum Hoteldirektor hochgearbeitet. „Egal ob Service-Kellner, Rezeption oder Controlling. Ich habe als Tellerwäscher angefangen und auch schon als Room-Boy gearbeitet“, berichtet er. „Schauen sie, der Endlosspiegel hier im Aufzug“, ist eines der Details auf die er mit sichtlicher Begeisterung hinweist. „Sehen Sie hier die Kristallleuchter. Wir alle haben einen ganzen Abend lang nur einen Kristall nach dem anderen aufgefädelt, weil die sonst nicht rechtzeitig fertig geworden wären! Sie würden nicht glauben wie schnell manche meiner Mitarbeiterinnen diese komplizierte Arbeit hinbekommen haben!“

Das Hotel und sein gastronomisches Angebot solle am Kapellplatz, mitten in Altötting, Angebote für jung und alt und unterschiedlichste Zielgruppen bieten: „Jazz- und Schlager-Abende sind geplant, aber auch für das junge Publikum wird etwas geboten. Wir wollen alles abdecken und so könnte es beispielsweise auch einen Bingo-Nachmittag mit Kuchen geben aber auch Weinverkostungen und so weiter.“ Heimerdinger blickt, trotz anhaltender Corona-Pandemie und einhergehender immer wieder wechselnder Regeln und Vorschriften, optimistisch in die Zukunft. „Wir kriegen das hin, wir halten uns an alle Regeln und arbeiten mit Begeisterung.“

hs

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